Immer noch aus Sicherheitsgründen am Boden: Boeings 787 Dreamliner. Reuters

Der pannengeplagte US-Flugzeugbauer Boeing kann seine zwangsgelandete Dreamliner-Flotte möglicherweise schon Ende März wieder für den Passagierverkehr einsetzen. Wie gut unterrichtete Kreise berichten, könnten die Behörden schon Anfang nächster Woche grünes Licht für erste Testflüge geben.

Sollten die aus Sicherheitsgründen vom Flugverkehr gesperrten 787 Dreamliner-Jets tatsächlich Anfang März zu Tests starten dürfen, könnten binnen Wochen auch wieder Passagiere mit den Flugzeugen abheben, soll Boeing nach Angaben der Quellen einigen Fluglinien mitgeteilt haben.

Der Konzern hat der amerikanischen Luftfahrtbehörde FAA jüngst eine Reihe von Änderungsvorschlägen für seine Lithium-Ionen-Batterien vorgelegt, die nach zwei Zwischenfällen im Januar als riskant gelten. Boeing hatte ursprünglich darum gebeten, am 1. März mit Testflügen beginnen zu dürfen.

Die FAA aber habe sich gesträubt, derart rasch einzulenken und noch stehe auch nicht vollständig fest, wann erste Testflüge stattfinden könnten, sagen einige Kenner der Materie. Boeings aggressiver Plan, möglicherweise schon Ende März wieder Passagiere zu befördern, könnte sich ebenfalls zerschlagen, wenn die Behörde vor oder nach den Tests noch größere Fragen oder Bedenken zu den vorgeschlagenen Änderungen am Batterieaufbau hat. Einige Branchenvertreter rechnen deshalb damit, dass der Dreamliner nicht vor April oder noch später im Jahr zu regulären Passagierflügen abheben wird.

Weder Boeing noch die FAA wollten sich unmittelbar dazu äußern.

Frisch verkabelt

Wenn die Behörden aber schon Anfang März ihr Okay für Testflüge geben sollten, heiße das wohl auch, dass sie Boeings vorgestellte Batterie-Änderungen noch vor Abschluss der laufenden Untersuchungen billigen dürften. Internationale Ermittlerteams suchen immer noch nach der Hauptursache für die Batteriebrände an Bord von zwei 787 Dreamlinern japanischer Fluggesellschaften, weshalb die gesamte weltweite Boeing-Dreamliner-Flotte seit Mitte Januar am Boden steht.

Boeings Änderungsliste soll sicherstellen, dass es selbst im erneuten Fall einer gefährlichen Batterie-Überhitzung nicht zu einer Krisensituation kommt. Der Konzern schlägt einige Neuerungen vor, die sich auf das Innere der Lithium-Ionen-Batterie beziehen, und hat eine neue feuerfeste Schutzhülle für die Akkus konzipiert. Das sagen Personen, die sich mit den Einzelheiten auskennen.

Demnach soll künftig eine Metallkiste dafür sorgen, dass Flammen und giftige Chemikalien nicht mehr auf die umliegenden Kabel und die Flugzeugstruktur übergreifen können. Boeing hat zudem vor, die Akkus so umzugestalten, dass die Batteriezellen im Innern nicht mehr verrutschen können.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de