Deutschland schickt zwei deutsche Transall-Transportflugzeuge in das Krisenland Mali. Mit der unverzüglichen Entsendung soll ein Einsatz der westafrikanischen Staatengemeinschaft Ecowas logistisch unterstützt werden, sagte Bundesverteidigungsminister Thomas de Maizière. Die Bundesregierung kommt damit einer Bitte Frankreichs nach. An einem Kampfeinsatz der französischen Armee will sich Deutschland zunächst nicht beteiligen

Am vergangenen Freitag hatte Frankreich einen Militäreinsatz begonnen, um die aus dem Norden vorrückenden islamistischen Rebellen in dem Land zu stoppen. Inzwischen seien auch Bodentruppen in Richtung des Rebellengebiets im Norden unterwegs, hieß es. Auch die Ecowas will eine Truppe nach Mali entsenden.

Deutschland schickt zwei Transportflugzeuge vom Typ Transall nach Mali. dapd

Die deutsche Bundeskanzlerin unterstrich am Mittwoch die Dringlichkeit der Unterstützung der Mali-Mission. „Wir stehen unter hohem Zeitdruck", sagte die Angela Merkel nach einem Gespräch mit dem Präsidenten der Elfenbeinküste, Alassane Ouattara. „Deutschland sieht die Sicherheit der Region auch als einen Teil seiner eigenen Sicherheit an", fügte sie hinzu.

Die „breit gefächerte Anfrage" der Franzosen habe auch die Bitte nach einem Transport der Ecowas-Truppen umfasst. Aus Sicht von Merkel ist für die Beteiligung der Bundeswehr an der Mali-Mission kein Bundestagsmandat nötig. „Wenn wir Truppen nach Bamako transportieren, glauben wir, dass kein Mandat notwendig ist", sagte Merkel. Wenn sich die Lage ändere „werden wir ein Bundestagsmandat beantragen."

Am nächsten Montag will die Bundeskanzlerin mit dem französischen Präsidenten Francois Hollande besprechen, „ob es weitere Erwartungen gibt".

Der Präsident der Elfenbeinküste, der zugleich Vorsitzender der Wirtschaftsgemeinschaft westafrikanischer Staaten Ecowas ist, nannte das deutsche Engagement notwendig, um den "Vormarsch der Terroristen in Mali" aufzuhalten. Es gebe die „tatsächliche Bedrohung", dass sie über Mali in Nachbarstaaten gelangten, sage er. Quattara forderte „alle Europäer" auf, sich an dem Einsatz zu beteiligen.

Außenminister Guido Westerwelle kündigte an, Deutschland werde 1 Million Euro für humanitäre Hilfe zur Verfügung stellen.

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