Nissan will die anderen japanischen Autobauer auf dem Markt für Hybridantriebe einholen. Am Dienstag hat der Autobauer ein futuristisches Sport Utility Vehicle vorgestellt, das mit einer Mischung aus Elektro- und Benzinantrieb läuft.

Noch ist das Modell namens Resonance eine Konzeptstudie, für die keine Massenproduktion geplant ist. Weitere Modelle sollen folgen: Der Autobauer aus Yokohama hat im vergangenen Monat erklärt, dass 15 hybridbetriebene Modelle bis 2016 auf dem Markt sein sollen. Damit will Nissan offensichtlich seinem japanischen Konkurrenten Toyota und dessen höchst erfolgreicher Prius-Reihe Konkurrenz machen. Zurzeit verkauft Nissan weltweit nur vier Hybridwagen, in den USA keinen einzigen.

Andy Palmer, Vizepräsident von Nissan, spricht von einer „Evolution" der Strategie des Autobauers. Vor vier Jahren machte das Elektroauto Leaf sein Debüt – wie E-Autos im Allgemeinen blieb auch das Modell weit hinter den Erwartungen zurück. Der Leaf soll laut Palmer das Herzstück von Nissans umweltfreundlicher Flotte bleiben. Aber die Hybridautos sind offensichtlich ein Zugeständnis gegenüber den Kunden, die reine Elektroantriebe wegen hoher Kosten, geringer Reichweiten und schlechter Infrastruktur verschmähen.

Der SUV-Prototyp Resonance hat einen Hybridmotor eingebaut. Agence France-Presse/Getty Images

Palmer kündigte an, dass unter anderem der Kleinbus Altima und der SUV Pathfinder als Hybride auf den Markt kommen sollen. Analysten halten den Japanern den späten Strategiewechsel zugute. Es sei eine „längst nötige Umkehr", glaubt Christopher Richter, Analyst des Finanzdienstleisters CLSA in Tokio. „Nissan und auch General Motors haben gelernt, dass es viel weniger potenzielle Kunden für Elektroautos gibt als gedacht", sagt Richter.

In der Hybrid-Flotte sollen die gleichen starken Batterien zum Einsatz kommen, die jetzt vor allem im Leaf stecken. Am Montag hatten die Japaner erst den Preis für das Elektroauto in den USA um fast ein Fünftel gesenkt. Im vergangenen Jahr sollte das Auto es auf 20.000 verkaufte Exemplare bringen – und schaffte nicht einmal die Hälfte. Jim Lentz, Vertriebschef von Toyota, kommentierte die bescheidenen Ergebnisse: „Nissan hat eine Menge Geld ausgegeben, um einen Markt zu schaffen – aber vielleicht war es dafür zu früh."

Toyota war der Pionier auf dem Hybridmarkt, als die Firma im Jahr 1997 den Prius einführte. Die Japaner geben sich zuversichtlich, was die Konkurrenz angeht. „Wir ermutigen andere Hersteller, auf den Markt zu kommen. Wir haben das Geschäft viele, viele Jahre allein vorangetrieben."

Bisher machen Hybridantriebe in den USA etwa drei Prozent des Marktes aus. In Deutschland sind es sogar nur 0,4 Prozent. Doch das soll sich bald ändern: Vor allem in den USA führen höhere Benzinpreise und eine striktere Regulierung zu einer steigenden Nachfrage. Honda will in diesem Jahr sechs Modelle auf den US-Markt bringen.

In Japan sind die Hybridmotoren wegen kräftiger Subventionen beliebt – im vergangenen Jahr waren sie in knapp einem Fünftel der insgesamt verkauften Autos verbaut.

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