Die Äußerungen des Eurogruppenchefs Jean-Claude Juncker, dass der Euro gefährlich stark sei, haben den Kurs gedrückt. Doch die Analysten zeigen sich unbeeindruckt. Denn: Auch wenn der Euro im neuen Jahr Fahrt aufgenommen hat, sieht es nicht so aus, als sei er überbewertet.

BNP Paribas sagt, dass ein Wert von 1,32 Dollar pro Euro gerechtfertigt wäre. Das ist weniger als der aktuelle Wert, aber nicht viel. Da stellt sich die Frage: Wo liegt die Gefahr?

Es sieht nicht so aus, als sei der Euro überbewertet. Getty Images

Der Datendienstleister IronFX weist auf Schätzungen der Organisation für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung hin. Nach denen ist der Dollar gegenüber dem Euro um sieben Prozent unterbewertet, während andere viel gehandelte Währungen tatsächlich überbewertet sind – das reicht von zwei Prozent beim Pfund Sterling bis zu 35 Prozent bei der Norwegischen Krone. Auch die Europäische Zentralbank scheint sich nicht vor einem allzu starken Euro zu fürchten.

Vielleicht ist Juncker einfach nicht leicht zufriedenzustellen. Wenn der Euro schwach ist, schimpft er auf die Märkte, dass sie das Risiko eines Zusammenbruchs der Eurozone steigerten. Wenn er stark ist, sagt er, dass es gefährlich weit nach oben gehe. Das sind die Gefahren einer ungebundenen Währung – sie ist nie auf dem richtigen Niveau.

Vielleicht hat er für die verschuldeten Euroländer gesprochen. Sie könnten von einer schwächeren Währung, die den Export ankurbelt, profitieren.

Vielleicht ist die Wahrheit aber auch, dass der Euro gar nicht überbewertet ist – es sei denn, man misst ihn an dem Wettrennen der Notenbanken weltweit, die eigene Währung abzuwerten, eine Abwärtsspirale wie sie der Chef der Bank of England Mervyn King Ende 2012 vorgesagt hat.

Der Euro ist also nicht überbewertet – aber er könnte es bald sein. Denn es fehlt die geldpolitische Lockerung, die auf anderen Währungen lastet. Auch greifen manche asiatische Länder stark in den Währungskurs ein. So könnte der Euro bald den weltweiten Devisenmärkten unter Druck kommen.

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