Die Bundesregierung ist von der erneuten Verschiebung des Eröffnungstermins des Berliner Großflughafens überrascht worden. Das sagten Sprecher der betroffenen Ministerien bei einer Pressekonferenz in Berlin. Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer habe ein Schreiben mit den neuen Einschätzungen des Flughafenmanagements "per Boten eingestellt an diesem Wochenende" erhalten, sagte dessen Sprecher Sebastian Rudolph. Das Schreiben trage das Datum 4. Januar.

"Auch wir sind davon überrascht worden und haben am Wochenende davon erfahren", fügte die Sprecherin des Bundesfinanzministeriums, Marianne Kothé, hinzu. Über die finanziellen Auswirkungen konnten die Sprecher noch keine Angaben machen.

Das Verkehrsministerium betonte, dass Flughafenchef Rainer Schwarz auch bei einer Sitzung im Dezember im Ministerium nicht von einer erneuten Verschiebung des Eröffnungstermins gesprochen habe. "Es gab keine Sitzung, in der das Flughafenmanagement definitiv gesagt hat, der Termin ist nicht zu halten", sagte der Sprecher.

Er bestätigte, dass Schwarz noch im Dezember betont habe, dass der Kostenrahmen stehe. Verkehrsminister Ramsauer hatte schon seit Wochen die Entlassung des Flughafenchefs gefordert. Zu personellen Konsequenzen bezüglich des Aufsichtsratschefs, des Berliner Regierenden Bürgermeisters Klaus Wowereit (SPD), wollte sich das Verkehrsministerium nicht äußern.

Die Flughafen-Gesellschaft Berlin-Brandenburg hatte am Wochenende den geplanten Eröffnungstermin des Großflughafens am 27. Oktober 2013 erneut abgesagt. Als Gründe werden Baumängel, besonders an der Entrauchungsanlage, aufgeführt.

Kontakt zum Autor: susanne.kreutzmann@dowjones.com