Google chairman Eric Schmidt and former governor Bill Richardson arrived in North Korea for the start of a controversial personal visit, Dion Nissenbaum reports on digits. Photo: AP Images.

SEOUL—Der ehemalige Gouverneur von New Mexico, Bill Richardson, führt eine inoffizielle Delegation aus den USA an, die am Montag im nordkoreanischen Pjöngjang eingetroffen ist. Unter den Reisenden befindet sich auch Eric Schmidt, früherer Google GOOG +0,50% Google Inc. Cl C U.S.: Nasdaq $537,50 +2,67 +0,50% 21 Nov. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 2,20 Mio. NACHBÖRSLICH $537,89 +0,39 +0,07% 21 Nov. 2014 19:31 Volumen (​15 Min. verzögert) : 20.474 KGV N/A Marktkapitalisierung 367,47 Milliarden $ Dividendenrendite N/A Umsatz/Mitarbeiter 1.355.410 $ -Chef und aktuell Verwaltungsratsmitglied beim Internet-Giganten. Obwohl das US-Außenministerium Einspruch gegen den Trip erhoben hatte, verteidigten die Reisenden ihre Unternehmung als humanitär.

Zur Gruppe gehören Jared Cohen, ein ehemaliger Offizieller des US-Außenministeriums, der den Google-Think Tank Google Ideas gegründet hat und Tony Namkung, ein langjähriger Berater von Richardson, der schon früher mit ihm nach Nordkorea gereist war. Es wird erwartet, dass die Teilnehmer der Reise drei Tage im Land bleiben werden, ehe es am Donnerstagmorgen zurück in die Heimat geht.

Bei einem Gespräch in Peking sagte Richardson vor dem Abflug, dass Nordkorea über den Reiseverlauf entscheiden würde und dass man sie nach der Ankunft im Land darüber informieren würde.

Fotogalerie: Mr. Schmidt goes to Pjöngjang

Associated Press

Eric Schmidt, eigentlich ein Verfechter der Internetfreiheit, hat sich bislang nicht öffentlich zu den Beweggründen seiner Teilnahme an der Reise geäußert. Dabei befindet er sich nun in einem Land, in dem der Zugang zu Informationen über das Internet beschränkt wird. Kontrolliert wird alles von einer kleinen Gruppe, die die Regierung im Land stellt. Nordkorea gilt als das Land mit der weltweit striktesten Internetkontrolle, steht laut Machthaber Kim Jong Un aber vor einer "industriellen Revolution". In seiner Neujahrsrede kündigte der Machthaber mehr Investitionen in Forschung und Technologie sowie Computer in allen Schulen an.

"Das ist keine Google-Reise, aber ich bin sicher, dass Schmidt sich für wirtschaftliche Themen und den Aspekt der sozialen Medien dort interessiert. Deshalb haben wir uns zusammengetan", sagte Richardson. "Wir werden uns mit politischen Führern treffen. Wir werden uns mit wirtschaftlichen Führern treffen. Wir werden Universitäten besuchen", erklärte Richardson, bevor er mit seinen Mitreisenden von Peking in Richtung Pjöngjang aufbrach.

Weder Richardson noch andere Mitglieder der Reisegruppe konnten für einen Kommentar erreicht werden. Vertreter von Google erklärten, Schmidt sei in privater Angelegenheit unterwegs und wollten sich darüber hinaus nicht äußern. Die staatliche Nachrichtenagentur Nordkoreas bestätigte die Ankunft der Gruppe, weitere Details wollte jedoch auch sie nicht nennen.

Richardson erklärte außerdem, man wolle mit den Behörden vor Ort über den 44 Jahre alten Kenneth Bae sprechen. Bae ist halb Koreaner und halb US-Amerikaner und besitzt die US-amerikanische Staatsbürgerschaft. Er wurde Ende letzten Jahres in Nordkorea festgenommen, die Gründe sind jedoch unbekannt.

PJÖNGJANG AUF GOOGLE: Ein Screenshot von einem Satellitenbild. GeoEye/Google

Bilder des staatlichen Fernsehens zeigten am Montagabend, wie die Delegation auf dem Flughafen in Pjöngjang ankam. Richardson erklärte: „Wir werden uns nach dem Amerikaner erkundigen, der in Haft sitzt. Wir sind privat hier, mit einem humanitärem Hintergrund."

Richardson war seit 1996 sieben Mal in Nordkorea. Bei seiner ersten Reise gelang es ihm, die Entlassung eines US-Amerikaners zu erreichen, der wegen Spionagevorwürfen im Gefängnis saß. Bei weiteren Trips nach Nordkorea verhandelte und traf er sich mit Vertretern des Außenministeriums.

Wenige Wochen nach dem Abschuss eines nordkoreanischen Satelliten hatte die Reise von Richardson und Schmidt bei der US-Regierung für Kritik gesorgt. Washington wertet den Abschuss einer Langstreckenrakete am 12. Dezember als verdeckten Test und versteht dies als Verletzung von UN-Resolutionen. "Wir halten den Zeitpunkt des Besuchs nicht für günstig und sie kennen unsere Sichtweise", sagte in der vergangenen Woche die Sprecherin des US-Außenministeriums, Victoria Nuland. Es wird erwartet, dass der Sicherheitsrat der Vereinten Nationen schon bald über mögliche Strafaktionen gegen Nordkorea entscheiden wird.

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