Apple AAPL +0,02% Apple Inc. U.S.: Nasdaq $100,59 +0,02 +0,02% 21 Aug. 2014 15:59 Volumen (​15 Min. verzögert) : 28,44 Mio. NACHBÖRSLICH $100,57 -0,02 -0,02% 21 Aug. 2014 16:01 Volumen (​15 Min. verzögert) : KGV 16,16 Marktkapitalisierung 602,20 Milliarden $ Dividendenrendite 1,87% Umsatz/Mitarbeiter 2.214.380 $ arbeitet an einem günstigeren iPhone. Das berichten Personen, die mit den Vorgängen vertraut sind. Der Schritt kommt zu einem Zeitpunkt, da das US-Unternehmen sich immer stärker den Angriffen der Konkurrenz ausgesetzt sieht. Allerdings würde er auch für einen deutlichen Strategiewechsel stehen.

Zwar hat Apple bereits seit Jahren die Möglichkeit eines billigeren Modells seines Smartphones in Erwägung gezogen. Nun allerdings sollen die Pläne soweit gereift sein, dass eine günstigere Version des iPhones bereits noch in diesem Jahr erscheinen könnte, berichtet eine der Personen.

Apple könnte an einem günstigeren iPhone-Modell arbeiten. Auf unserem Bild ist Unternehmenschef Tim Cook zu sehen. Eric Risberg, File/AP/dapd

Das billigere Modell würde dem normalen iPhone ähneln, allerdings aus einem anderen, weniger teuren Gehäuse bestehen, heißt es. Eine Möglichkeit, die Apple dabei in Erwägung gezogen hat, ist die Verwendung einer Ummantelung aus Polycarbonat. Zum Vergleich: beim iPhone 5 wird derzeit auf Aluminium gesetzt. Viele andere Teile der billigeren Version könnten vom teureren Bruder übernommen oder von älteren Modellen recycelt werden.

Allerdings könnte sich Apple auch dazu entscheiden, das Gerät nicht auf den Markt zu bringen. Eine Sprecherin des Unternehmens wollte sich nicht zu den Plänen äußern.

Der Schritt hin zu verschiedenen iPhone-Modellen wäre für Apple neues Territorium. Unter dem ehemaligen Chef und Unternehmensmitbegründer Steve Jobs war der US-Konzern dafür bekannt, sich vor allem auf Profite zu konzentrieren, Masse war zweitrangig. Stattdessen wurde nur eine geringe Anzahl von Produkten angeboten, die allerdings auf den High-End-Markt ausgerichtet waren.

Doch seit einiger Zeit - und besonders seit Tim Cook im August 2011 die Leitung des Unternehmens übernommen hat - ist ein Strategiewechsel zu erkennen. Im Oktober stellte Apple eine kleinere Version des iPads vor - das iPad mini. Es wird nun neben seinem großen Tablet-Bruder angeboten.

Seit das erste iPhone 2007 auf den Markt kam, hat das US-Unternehmen allerdings immer nur ein neues iPhone-Modell verkauft - mit unterschiedlichen Speicherkapazitäten. Heute ist das iPhone Apples Erlösbringer Nummer 1. Die Verkaufszahlen des Smartphones, zugehöriger Produkte und Dienste sorgten im Quartal, das im September endete, für 48 Prozent aller Einnahmen bei der Firma aus dem kalifornischen Cupertino.

Bei Apple hat man spätestens 2009 damit begonnen, über eine günstigere Variante des iPhones nachzudenken, um Marktanteile zu gewinnen und auch Menschen für die Marke zu gewinnen, die sich das teurere Modell nicht leisten können. Das berichten Personen, die mit den Plänen vertraut sind. Vor dem Start des iPhone 4 Mitte 2010 arbeitete man an Entwürfe für billigere Varianten, die dem neuesten Model zwar sehr ähnlich waren, allerdings über eine günstigere Rückseite und weniger teure Seitenteile verfügten, heißt es.

Apple entschied sich letztlich gegen eine Einführung, da sich die Verantwortlichen Sorgen machten, ein zweites iPhone könnte den Produktionsprozess verkomplizieren. Stattdessen behielt man ältere Modelle weiterhin im Angebot, verkaufte sie jedoch günstiger. Bei dieser Strategie war man nicht darauf angewiesen, neue Produkte zu entwerfen.

Rückblick auf fünf Jahre iPhone

Doch mittlerweile wird der Druck immer größer. Die Konkurrenz sichert sich mit billigeren Smartphones, die mit Googles mobilem Betriebssystem Android ausgestattet sind, immer mehr Marktanteile. Im dritten Quartal 2012 war Apple nur für 14,6 Prozent aller Smartphoneverkäufe weltweit verantwortlich. Zu Höchstzeiten Ende 2011 und Anfang 2012 waren es noch 23 Prozent gewesen. Das geht aus Daten von IDC hervor.

Der Marktanteil von Samsung stieg unterdessen von 8,8 Prozent im dritten Quartal 2010 auf 31,3 Prozent im dritten Quartal 2012. Der Elektronikkonzern aus Südkorea erklärte am Dienstag, man habe das beste Jahr in der Unternehmensgeschichte hinter sich. Im abgelaufenen Quartal, das bis Ende Dezember ging, soll das operative Ergebnis im Vergleich zum Vorjahr um 89 Prozent auf umgerechnet 6,3 Milliarden Euro gestiegen sein.

Zwar ist das iPhone in den USA auch weiterhin das am meisten verkaufte Smartphone. In China allerdings musste Apple beim Marktanteil in der oberen Preisklasse deutliche Einbußen hinnehmen. Selbst in aufstrebenden Märkten kann sich das Smartphone nicht wirklich durchsetzen.

In Deutschland ist das iPhone 5 ohne Vertrag auf Apple.de ab 679 Euro erhältlich. Bei diesem Preis ist es für viele Kunden schlichtweg zu teuer. Vor allem in Ländern, in denen es nicht üblich ist, dass die Mobilfunkanbieter die Geräte subventionieren, bleiben viele potenzielle Interessenten außen vor und greifen stattdessen zu Android-Modellen. Die kosten weniger, können aber oft ähnliches leisten.

In den USA kann man das iPhone 5 ab 199 Dollar kaufen - mit einem Zweijahresvertrag. Ältere Modelle gibt es für 99 Dollar, manchmal sogar kostenlos. Doch auch hier ist man anschließend 24 Monate gebunden.

Seit der Kurs der Apple-Aktie im September ein Allzeithoch von 702,10 Dollar erreicht hatte, ist er um 25 Prozent gefallen. Investoren sind verunsichert. Sie sehen, dass die Konkurrenz aufholt. Am Dienstag ging Apple mit einem Kurs von 525,31 Dollar aus dem Handel.

Ein günstigeres iPhone könnte sich negativ auf die Gewinnspannen bei Apple auswirken. Bislang haben sich die Verantwortlichen deshalb vor einer Entscheidung gedrückt. Denn selbst kleine Veränderungen werden von Investoren häufig nicht gerne gesehen.

Gene Munster, Analyst bei Piper Jaffray, sagte, ein günstigeres iPhone müsse nicht unweigerlich die allgemeine Gewinnspanne senken. Es könnte schließlich sein, dass das billigere Modell neue Kunden anzieht, die sich bislang kein iPhone leisten konnten oder wollten. Wichtig sei nur, dass es nicht zu einem Kannibalismuseffekt komme.

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