Die Deutsche Börse wagt nach dem Gewinneinbruch im vergangenen Jahr keine Prognose. Der Börsenbetreiber verwies am Dienstag auf Anfrage zu einem Ausblick auf den Geschäftsbericht 2012, der Mitte März vorgelegt werden soll. Im vergangenen Jahr hatte die Börse die geringere Handelsaktivität großer Marktteilnehmer, allen voran der Banken, schmerzhaft zu spüren bekommen: Der Gewinn sank deutlich auf 645 Millionen von 855,2 Millionen Euro.

Gerade große Kunden wie Banken haben den Handel, insbesondere mit riskanten Anlagen, heruntergefahren, um das Eigenkapital nicht zu belasten. Weniger Handel an den Börsen ist die Folge. Eckdaten für das vergangene Jahr hatte die Deutsche Börse schon am 5. Februar vorgelegt.

Der Börsenbetreiber hatte bereits aus dem schwierigen Geschäftsumfeld Konsequenzen gezogen - und setzt nun den Rotstift an: Er will noch stärker sparen und jährlich 70 Millionen Euro sowohl bei den Personal- als auch den Sachkosten weniger ausgeben.

Zudem hat die Deutsche Börse mehrere Versuche unternommen, ihre Position durch Übernahmen zu stärken, bislang aber ohne Erfolg. Auch die anvisierte Fusion mit NYSE Euronext war wegen der Bedenken der Europäischen Kommission gescheitert. Diese befürchtete eine marktbeherrschende Stellung, die beide Fusionspartner beim börsengebundenen Derivatehandel in Europa einnehmen würden. Nun muss die Deutsche Börse nicht nur alleine Fuß fassen, sondern sieht sich auch einer durch gelungene Fusionen gestärkten Konkurrenz gegenüber.

Trotz des schwierigen Geschäfts können die Anleger mit einer stabilen Dividende von 2,10 Euro rechnen. Die Deutsche Börse erwägt zudem, eigene Aktien zurückzukaufen; sie will das aber von dem weiteren Geschäftsverlauf in diesem Jahr abhängig machen. Eine Entscheidung darüber fällt im zweiten Halbjahr.

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