Der Autobauer BMW weitet seine Kooperation mit dem japanischen Hersteller Toyota aus. Zukünftig wollen beide Automobilhersteller gemeinsam an der Entwicklung von Brennstoffzellen sowie von Lithium-Luft-Batterien forschen, wie BMW mitteilte. Am Donnerstag unterzeichneten beide dazu einen entsprechenden Kooperationsvertrag.

Die Zusammenarbeit dreht sich vor allem um die Entwicklung neuer Umwelttechnologien. BMW und Toyota wollen gemeinsam die Elektrifizierung von Antriebssystemen voranbringen und Brennstoffzellen entwickeln. Bis 2020 soll es ein gemeinsames Brennstoffzellen-Fahrzeugsystem geben, das auch die Bereiche Wasserstofftank, Motor und Batterie umfasst. Außerdem wollen die beiden Unternehmen an einer Lithium-Luft-Batterie arbeiten, der Nachfolgeneration der Lithium-Ionen-Batterie, die eine höhere Energiedichte hat.

Arbeiter in einem BMW-Werk in München - die Bayern arbeiten in Zukunft noch stärker mit Toyota zusammen. dapd

Zudem wollen die Autobauer im Leichtbau-Bereich forschen und zudem bis Ende des laufenden Jahres prüfen, ob ein mittelgroßer Sportwagen über eine gemeinsame Plattform produziert werden könnte. Es dreht sich dabei vor allem um den Leichtbau im Karosseriebereich.

BMW-Vorstandschef Norbert Reithofer sagte, die gesamte Automobilindustrie stehe angesichts des anstehenden technologischen Umbruchs vor großen Herausforderungen. "Diese Kooperation ist ein wichtiger Baustein, um beide Unternehmen auch in Zukunft auf Erfolgskurs zu halten."

Die beiden Autobauer sind keine Unbekannten füreinander: BMW und Toyota forschten bereits gemeinsam an Lithium-Ionen-Batterien, die in Elektroautos eingesetzt werden. Bei Hybridautos, die Verbrennungs- und Elektromotoren kombinieren, gilt Toyota dank des schon seit Jahren erfolgreichen Modells Prius als Vorreiter. Zudem liefert BMW seit Dezember 2011 Dieselmotoren an die Japaner, die sich damit stärker auf dem europäischen Markt etablieren wollen.

Seit Beginn der Kooperation wurde nach möglichen weiteren Feldern zur Zusammenarbeit gefahndet. Im Juni vergangenen Jahres unterschrieben beide dann schließlich eine Absichtserklärung über die jetzt beschlossenen neuen Forschungsprojekte.

Kooperationen sind in der Autoindustrie mittlerweile an der Tagesordnung - vor allem im Bereich alternativer Antriebstechnologien. Autohersteller müssen massiv in die Forschung und Entwicklung investieren, ohne daraus einen direkten Nutzen ziehen zu können. Denn der Durchbruch des Elektroautos wird frühestens 2020 erwartet. Wann sich der horrende Mitteleinsatz also lohnen wird, ist ungewiss.

BMW hatte zuvor eine E-Mobility-Kooperation mit PSA Peugeot Citroen aufgelöst. Dem bayerischen Premiumautohersteller war die großangelegte Allianz der Franzosen mit der Opel-Mutter General Motors sauer aufgestoßen. BMW hatte deshalb das Gemeinschaftsunternehmen mit PSA komplett übernommen. Auch Pläne einer angedachten Brennstoffzellenkooperation mit GM wurden deshalb begraben.

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