Mit Protesten gegen Präsident Mohammed Mursi haben am Freitag in Kairo tausende Menschen an den Beginn der ägyptischen Revolution vor zwei Jahren erinnert. Die Demonstranten strömten auf den zentralen Tahrir-Platz, wo im Januar 2011 der Aufstand gegen den damaligen Machthaber Husni Mubarak begann. Auch vor dem Präsidentenpalast im Kairoer Stadtteil Heliopolis versammelten sich Menschen zu einer Kundgebung.

Ein ägpytischer Demonstrant protestiert gegen Präsident Mohammed Mursi vor dem Präsidentenpalast in Kairo. Associated Press

Unter den Demonstranten waren Anhänger liberaler und säkularer Oppositionsgruppen. Die Protestierenden skandierten unter anderem: "Das Volk will das Regime stürzen". Diese Parole wurde zu einem der Leitsätze des arabischen Frühlings.

Nahe dem Tahrir-Platz kam es zudem den zweiten Tag in Folge zu Auseinandersetzungen, bei denen die Polizei Tränengas gegen junge Männer einsetzte, die mit Steinen warfen. Am Abend zuvor versuchten dutzende Demonstranten, eine Mauer einzureißen, die das Parlament und das Kabinett vor Demonstranten schützen soll. Auch aus Alexandria wurden Zusammenstöße gemeldet.

Die Demonstranten wollten mit den Protesten am Jahrestag des Volksaufstands den Druck auf Präsident Mursi erhöhen, den von Islamisten ausgearbeiteten Verfassungsentwurf zu ändern. Zudem fordern sie das Recht auf freie Meinungsäußerung und die Unabhängigkeit der Justiz.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de