Seitdem Martin Zweig den Wall-Street-Crash 1987 im Fernsehen vorausgesagt hatte, war er in der Börsenwelt eine Ikone. Am Montag starb der amerikanische Hedgefondsmanager im Alter von 70 Jahren.

Zweig war zwar nicht der Einzige, der damals damit rechnete, dass es an der Wall Street bergab gehen würde – doch kaum jemand außer ihm nahm das Wort „Crash" in den Mund. „Ich wollte nicht öffentlich darüber reden, weil das so ist, als ob man in einem überfüllten Theater ‚Feuer' ruft und es andere Wege gibt. Man ändert seine Strategie und hält den Mund", sagte er in der amerikanischen Fernsehsendung „Wall Street Week", die freitags ausgestrahlt wurde. Es werde kommen wie 1929 – nur nicht ganz so schlimm, prophezeite er.

Martin Zweig sagte den Börsencrash von 1987 voraus. Zweig-DiMenna Associates

Wenige Tage später fiel der Dow-Jones-Index um 23 Prozent. Der Tag ging als Schwarzer Montag in die Geschichte ein, obwohl sich der Index schnell wieder erholte und das Jahr positiv endete. Zweigs Portfolio legte soll in diesem Oktober um acht Prozent zugelegt haben; über das gesamte Jahr 1987 waren es 50 Prozent.

Zweig wurde bekannt, weil er in seinen Artikeln im Anlegermagazin Barron's oft richtig einschätzte, in welche Richtung der Markt ging. Der Newsletter mit seinen Prognosen fand großen Absatz. In den 1980er Jahren gründete er einen Hedgefonds und geschlossene Investmentfonds, die an der Börse in New York handelten.

Warum er mit seinen Prognosen so oft richtig lag, war alles andere als geheim. In seinem Buch „Die Börse im Griff" legte er seine Technik detailliert dar. „Die Leute denken, dass man unten kaufen und oben verkaufen muss, um auf dem Markt erfolgreich zu sein", schrieb er in dem Bestseller von 1986. „Doch man sollte dann kaufen, wenn die Wahrscheinlichkeit am größten ist, dass es auf dem Markt voran geht."

In seinem Newsletter empfahl Zweig Aktien mit einem mittleren Kurs-Gewinn-Verhältnis und riet dazu, sie beim ersten Anzeichen dafür, dass es auf dem Markt nach unten geht, zu verkaufen. Er galt als jemand, der meisterhaft darin war, den richtigen Moment abzupassen und hatte auch die Stimmung an den Aktienmärkten im Blick, die er mit selbst entwickelten Methoden maß. Zum Beispiel analysierte er das Verhältnis zwischen Kaufs- und Verkaufsoptionen.

Zweig wollte immer in der Nähe der Wall Street sein

Er verfolgte auch die Zinssätze genau und behielt die Bewegungen an den Märkten im Blick. Zu seinen wichtigsten Regeln zählten „Don't fight the Fed" (Leg' dich nicht mit der Fed an) und „The trend is your friend" (Folge dem Trend).

Zweig stammte aus Cleveland in Ohio und begann seine Investment-Karriere im Alter von 13 Jahren, als sein Onkel Mort ihm sechs Aktien von General Motors schenkte. Und schon als Jugendlicher sagte er, dass er Finanztycoon werden möchte, schrieb er in seinem Buch.

Nachdem er seinen Doktortitel in Finanzwissenschaft gemacht hatte, begann Zweig, an der City University in New York zu unterrichten – und das auch, weil er in der Nähe der Wall Street sein wollte. In den 1980er Jahren hatte er sich bereits ganz auf die Finanzgeschäfte konzentriert und es zu Berühmtheit gebracht. Er genoss seinen Reichtum und kaufte sich 1999 für 21,5 Millionen Dollar eine Wohnung in Manhattan mit Blick auf den Central Park – damals war das eine Rekordsumme. Außerdem war er ein begeisterter Sammler. Zu seinem Besitzen gehörten Jukeboxen, ein Baseball-Trikot von Babe Ruth und das Kleid, das Marilyn Monroe trug, als sie ihr Geburtstagsständchen für Präsident John F. Kennedy sang.

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