Die EU-Kommission sagt der Eurozonen-Wirtschaft ein zähes Jahr ohne Wachstum voraus. Das maßgeblich durch die Europäische Zentralbank zurückgewonnene Vertrauen in die Gemeinschaftswährung gehe noch nicht mit einer anziehenden Kreditvergabe und einem besseren Wachstumsausblick einher.

Die Brüsseler Beamten sind bei ihrer Zwischenprognose pessimistischer als noch im Herbst 2012. In ihrer aktuellen Schätzung rechnen sie mit einem Schrumpfen der Wirtschaftsleistung um 0,3 Prozent gegenüber 2012. Im Herbst sagten die Experten hingegen noch ein kleines Plus von 0,1 Prozent voraus.

"Die wirtschaftliche Aktivität im 2. Halbjahr des vergangenen Jahres war enttäuschend und bisher gibt es nur einige wenige Anzeichen aus den Frühindikatoren, dass die Talsohle erreicht ist", heißt es wörtlich im Gutachten aus Brüssel. Erst nächstes Jahr kann die Eurozone demnach wieder richtig Fahrt aufnehmen und voraussichtlich ein Wachstum von 1,4 Prozent erreichen.

Obwohl das laufende Jahr wohl insgesamt mit roten Zahlen schließen wird, verbessert sich die Lage ab zweiten Halbjahr zunehmend. Als Treiber der Entwicklung sieht die EU-Kommission den Export, der um 2,6 Prozent zulegen soll.

Wegen der gebremsten Konjunktur wird der Preisdruck im Euroraum in den nächsten Monaten nachlassen und sich im Jahresdurchschnitt bei 1,8 Prozent einpegeln. Die Inflation dürfte sich damit ziemlich genau auf das Inflationsziel der EZB von knapp unter zwei Prozent stellen.

Das größte Problem für die Politiker in vielen Euro-Ländern bleibt 2013 die Arbeitslosigkeit. Sie wird im Durchschnitt auf eine Quote von 12,2 Prozent steigen und damit um 0,4 Prozentpunkte höher liegen als in der vorangegangenen Schätzung. Auch wenn es 2014 wirtschaftlich bergauf gehen sollte, wird das kaum dazu führen, dass die Betriebe viele neue Stellen schaffen werden.

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