ZÜRICH – Die Credit Suisse CSGN.VX +0,58% Credit Suisse Group AG Switzerland: SWX Europe CHF25,88 +0,15 +0,58% 29 Aug. 2014 17:30 Volumen (​15 Min. verzögert) : 3,39 Mio. KGV N/A Marktkapitalisierung 41,35 Milliarden CHF Dividendenrendite 2,70% Umsatz/Mitarbeiter 740.848 CHF will mit deutschen Kunden keine Geschäfte mehr machen, wenn sie nicht Beweise vorlegen, dass ihre Konten vorschriftsmäßig bei den Steuerbehörden gemeldet sind. Mit diesem Schritt reagiert das Schweizer Institut auf den gestiegenen internationalen Druck.

Eine Filiale der Credit Suisse in Zürich. Associated Press

Alle deutschen Kunden müssen demnach Bankdokumente oder Steuerbescheinigungen einreichen, um nachzuweisen, dass ihre Gelder ordnungsgemäß versteuert sind, sagte Banksprecher Marc Dosch. „Wir raten unseren deutschen Kunden, ihre Situation zu prüfen und, falls nötig, aufzuräumen", erklärte Dosch. „Wenn das nicht passiert, werden wie unsere Beziehung zu diesen Kunden beenden."

Die nach Vermögenswerten größte Bank der Schweiz, die UBS, UBSN.VX +0,73% UBS AG Switzerland: SWX Europe CHF16,46 +0,12 +0,73% 29 Aug. 2014 17:30 Volumen (​15 Min. verzögert) : 6,81 Mio. KGV 18,70 Marktkapitalisierung 62,81 Milliarden CHF Dividendenrendite 1,52% Umsatz/Mitarbeiter 582.244 CHF hat deutsche Kunden ebenfalls aufgefordert, ihre „finanzielle Situation zu regeln", sagte eine Sprecherin am Sonntag. Der Schweizer Tages-Anzeiger hatte berichtet, dass auch die Privatbank Julius Bär BAER.VX +2,30% Julius Baer Gruppe AG Switzerland: SWX Europe CHF41,73 +0,94 +2,30% 29 Aug. 2014 17:30 Volumen (​15 Min. verzögert) : 1,40 Mio. KGV 36,29 Marktkapitalisierung 9,13 Milliarden CHF Dividendenrendite 1,44% Umsatz/Mitarbeiter 491.179 CHF deutsche Kunden bittet, Beweise vorzulegen, dass ihre Konten steuerlich gemeldet seien. Die Bank reagierte auf eine Kommentaranfrage nicht.

Schweizer Banken bemühen sich bereits seit längerem, ihr Geschäftsmodell in Einklang mit den globalen Steuergesetzen zu bringen. Über Jahrzehnte haben die Institute der Alpenrepublik vom Bankgeheimnis profitiert, dass die zu einem beliebten Anlageziel für reiche Ausländer machte. Aber das verschärfte Vorgehen der Steuerbehörden in den USA, Großbritannien und Europa hat sie in den vergangenen Jahren dazu gezwungen, auf sogenannte „Weißgeld"-Strategien umzuschwenken und nur noch steuerlich gemeldete Auslandsgelder anzunehmen.

Weltweit wird der Steuerbetrug zu einem politisch immer brisanteren Thema. In der vergangenen Woche hatte der frühere französische Haushaltsminister Jérôme Cahuzac eingestanden, Schwarzgeld in der Schweiz und in Singapur versteckt zu haben. Die französischen Behörden haben in dem Fall die Schweiz um Amtshilfe gebeten. Die Staatsanwaltschaft in Genf will Bankdokumente an die Ermittler aushändigen. Cahuzac soll seit 1992 ein Konto in der Schweiz unterhalten haben.

Ebenfalls in der vergangenen Woche hatte die Journalisten-Vereinigung ICIJ unter dem Titel „Offshore Leaks" umfassende Berichte über ein globales Finanzsystem veröffentlicht, das zur Steuervermeidung genutzt wurde. In dem Bericht wird die Einrichtung tausender Offshore-Firmen und Stiftungen erläutert und das geheime Finanzgebaren vermögender Personen rund um den Globus beleuchtet.

Deutsche Kontoinhaber stehen dabei besonders im Fokus, weil der Bundestag im vergangenen Jahr ein umstrittenes Steuerabkommen mit der Schweiz platzen ließ.

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