Aktualisiert Donnerstag, 15. August 2013, 10:02 Uhr

Wo Hedgefonds-Stars Milliarden investieren

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George Soros hat sich im zweiten Quartal weiter aus Gold zurückgezogen. Insgesamt verkaufte der Investor 531.000 Anteile am ETF SPDR Gold Trust. Zum aktuellen Kurs entspricht das einem Wert von knapp 70 Millionen US-Dollar. Bereits in den vergangenen Monaten hatte Soros seine Beteiligung an dem weltgrößten Goldfonds zurückgefahren und stattdessen auf Betreiber von Goldminen gesetzt. Reuters

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Zugekauft hat Hedgefonds-Investor Soros, der durch Wetten gegen das britische Pfund berühmt wurde, dagegen bei einigen Aktien. Seinen Anteil an Apple hat er auf 66.800 Aktien mehr als verdoppelt. Außerdem setzt er auf eine Wende beim Einzelhändler J.C. Penney. Seine Firma Soros Fund Management kaufte hier fast 20 Millionen Aktien sowie eine Kaufoption auf weitere Papiere. Agence France-Presse/Getty Images

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Daniel Loeb machte in den vergangenen Wochen Schlagzeilen mit seinem Engagement bei Sony. Sein Hedgefonds Third Point legte im Mai eine größere Beteiligung an dem japanischen Elektronikkonzern offen und forderte Sony-Chef Kazuo Hirai auf, den Riesenkonzern aufzuteilen. Nach Meinung von Loeb sollten die Filmstudios in ein eigenes Unternehmen ausgelagert werden. Bei Sony stieß der aktivistische Investor allerdings auf taube Ohren. Reuters

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Die Medienwelt hat es Loeb aber offensichtlich angetan. Im zweiten Quartal stieg Third Point größer bei Walt Disney ein: Der Fonds kaufte 1,8 Millionen Aktien und einen Berg Optionen, um weitere Papiere zu erwerben. Außerdem stieg Loeb beim irischen Pharmakonzern Elan Group, beim Düngemittelhersteller CF Industries sowie bei Coca-Cola Enterprises, der Vertriebsfirma des Cola-Herstellers, ein. Auf der anderen Seite verkaufte er Beteiligungen am Öl-Unternehmen Hess und Ariad Pharmaceuticals. Auch eine kleine Options-Position auf Apple-Aktien wurde abgestoßen. Associated Press

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David Einhorn gehört zu der Sorte Investoren, die bei Unternehmen aktiv auf Veränderungen drängen. Im Frühjahr sorgte er bei Apple für Unruhe. Einhorn forderte die Ausgabe von Vorzugsaktien – mit dem Ziel, den Aktionären mehr von den Milliardengewinnen des iPhone-Herstellers zuzuspielen. Durchsetzen konnte sich der Chef des Hedgefonds Greenlight Capital allerdings nicht. Reuters

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Im zweiten Quartal kaufte sich Einhorn mit seinem Fonds bei weniger schillernden Unternehmen ein. Er baute unter anderem Positionen bei Rite Aid, WPX Energy und URS auf. Prominentere Namen finden sich auf der Liste der Verkäufe: Greenlight stieß Beteiligungen an Microsoft, CBS, Hess sowie am Goldproduzenten Barrick Gold ab. Reuters

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John Paulson war einer von wenigen prominenten Investoren, die trotz des Kurssturzes der vergangenen Monate an Gold festhielten. Mit seiner Hedgefonds-Firma Paulson & Co ging er eine gewaltige Wette ein: auf den Goldpreis selbst und auf die Aktien von Goldminenbetreibern. Das bescherte ihm hohe Verluste – und bewegte ihn mittlerweile offenbar doch zum Umdenken: Im zweiten Quartal strich Paulson seinen Anteil am SPDR Gold Trust um mehr als die Hälfte zusammen und verkaufte auch seine Aktien am Minenbetreiber Barrick Gold. An einigen anderen Gold-Anlagen wie Agnico Eagle Mines, Allied Nevada Gold und Iamgold hielt er dagegen fest und kaufte zudem weitere Aktien von Freeport-McMoran Copper & Gold. Reuters

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Abseits des Gold-Sektors kaufte Paulson Aktien von Kodiak Oil & Gas sowie Smithfield Foods. Und auch bei der Telekom-Tochter T-Mobile USA, die zuletzt mit einem kräftigen Kundenwachstum aufwarten konnte, baute sein Fonds Positionen auf. Dafür trennte er sich von seinen Anteilen am Ketchup-Hersteller H.J. Heinz sowie Wells Fargo, der derzeit wertvollsten Bank der Welt. Reuters

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Bill Ackman ist einer der Beteiligten in der Hedgefonds-Schlacht um Herbalife. Ackman beschuldigt das Unternehmen, das im Direktvertrieb unter anderem Nahrungsergänzungsmittel verkauft, ein Schneeballsystem zu betreiben. Mit seinem Fonds Pershing Square Capital hat er sich positioniert, um von einem Absturz der Aktie zu profitieren. Mit Carl Icahn und Daniel Loeb haben sich allerdings zwei andere Hedgefonds-Größen gegen ihn gestellt – und im Moment scheinen diese die besseren Karten zu haben. Reuters

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Im zweiten Quartal hielt sich Ackman mit spektakulären Transaktionen zurück: Pershing Square Capital verkaufte unter anderem seine Anteile an Mondelez, die Nachfolgefirma von Kraft Foods. Auch beim Konsumgüterhersteller Procter & Gamble verringerte der Hedgefonds seine Beteiligung von 28 Millionen auf 9 Millionen Aktien. Auf der anderen Seite kaufte Ackman Aktien der hierzulande wenig bekannten Firmen Air Products und Chemicals Inc. Associated Press

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Carl Icahn bewegt Kurse – selbst bei Unternehmensriesen. Per Twitter erklärte Icahn am 13. August, dass er eine große Menge Apple-Aktien gekauft habe und diese für unterbewertet halte. Die Aktie schoss daraufhin um fast 5 Prozent nach oben. Wann Icahn und seine Firma Icahn Enterprises beim iPhone-Hersteller eingestiegen ist, ist nicht bekannt. Klar ist jedoch, dass es nach dem 30. Juni gewesen sein muss. In den Unterlagen über die Beteiligungen am Ende des zweiten Quartals finden sich noch keinerlei Apple-Aktien. Reuters

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Große Positionen hielt Icahn dagegen unvermindert an zwei Unternehmen, bei denen es kräftig zur Sache geht. Bei Dell versucht der aktivistische Investor, den Buyout durch Firmengründer und Vorstandschef Michael Dell (Foto) zu verhindern, den er als „Diebstahl" an den Aktionären bezeichnet. Bei Herbalife wiederum hat sich Icahn gegen Hedgefonds-Kollege Bill Ackman gestellt und wettet nach wie vor mit großem Einsatz auf eine Niederlage Ackmans und eine kräftige Erholung der Herbalife-Aktie. Associated Press

Jess