Während sich in Deutschland die Rechteverwertungsgesellschaft Gema und Youtube vor den Gerichten streiten, ist man in Frankreich einen Schritt weiter. Dort haben sich die französische Verwertungsgesellschaft Sacem und die weltgrößte Videoplattform auf ein neues Abkommen geeinigt. Der alte Vertrag war Ende Dezember ausgelaufen.

Franzosen können Videos von Star-DJ David Guetta künftig wieder auf Youtube anschauen. Agence France-Presse/Getty Images

Der Auftrag der Sacem ist wie bei ihrem deutschen Pendant der Schutz des Urheberrechts von Komponisten und Textern. „Dieses Abkommen zeigt unsere Verpflichtung, die Sichtbarkeit von Kunstwerken und die Bezahlung unserer Mitglieder zu erhöhen", erklärte Sacem-Chef, Jean-Noël Tronc.

Mit dem Vertrag können die User zum Beispiel die Videos und Hits des französischen Star-DJs David Guetta in 127 Ländern in Europa, Afrika, dem Mittleren Osten und Asien auf Youtube sehen. Welchen Betrag Youtube pro Videoabruf nach Paris überweisen muss, haben beide Seiten nicht bekanntgemacht.

Hier liegt der Knackpunkt, der in Deutschland eine Einigung bisher unmöglich macht. Die Google GOOG +0,42% Google Inc. Cl C U.S.: Nasdaq $571,60 +2,40 +0,42% 29 Aug. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 1,02 Mio. NACHBÖRSLICH $572,97 +1,37 +0,24% 29 Aug. 2014 19:54 Volumen (​15 Min. verzögert) : 60.905 KGV N/A Marktkapitalisierung 390,26 Milliarden $ Dividendenrendite N/A Umsatz/Mitarbeiter 1.321.030 $ -Tochter Youtube hält die Forderung der Gema von 0,375 Cent pro Abruf für zu hoch. Wegen des Dauerstreits zwischen beiden Seiten sind in Deutschland nach Angaben des Datendienstleister OpenDataCity von den globalen Top-1.000-Youtube-Videos über 60 Prozent nicht abspielbar.

Sacem und Youtube verkündeten am Mittwoch außerdem, dass sie mit Universal Music einig geworden sind. In den 127 Ländern betrifft das die Musik von Weltstars wie Elton John, Abba, den Beasty Boys oder Britney Spears. Neben den Rechteverwertern und den Videoplattformen sind die Labels die dritte Partei im komplizierten Geflecht der Rechtenutzung. Denn die Labels verfügen über das sogenannte Leistungsschutzrecht. Eine Band räumt der Plattenfirma einfach gesagt das Recht ein, einen eingespielten Song oder ein Album zu verwerten, also Geld damit zu verdienen. Damit wird die Investition in Aufnahme und Vermarktung abgegolten. Diese Leistungsschutzrechte sind vom Urheberrecht getrennt.

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