Donnerstag, 27. Juni 2013, 14:47 Uhr

Die Hälfte der Dax-Gründer ist noch an Bord

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Allianz
In den vergangenen 25 Jahren hat die Allianz-Aktie deutlich an Wert gewonnen. Anlegern hat der größte deutsche Versicherer damit eine Rendite von gut 7 Prozent pro Jahr geliefert - mehr als manche Lebensversicherung. ... Getty Images

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Obwohl die Allianz-Aktie kein Technologiewert ist, erreichte sie ihr Allzeithoch auf dem Höhepunkt des Neuen Marktes im April 2000. Sie profitierte indirekt vom damaligen Börsenfieber, weil die Allianz damals viele Aktien in ihrem Anlageportfolio hatte.

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BASF
Die Aktie des Chemiekonzerns entwickelte sich in den ersten 15 Dax-Jahren vergleichsweise wenig spektakulär. Die Globalisierung der Wirtschaft und diverse strategische Zukäufe brachten dann Bewegung in den Kurs. ... AFP/Getty Images

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In den vergangenen zehn Jahren hat sich der Wert der Aktie versechsfacht. Erst kürzlich, am 4. Juni, kletterte die Notierung mit 76,39 Euro auf ein Allzeithoch.

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War die Bayer-Aktie in den 1990er-Jahren ein Wachstumswert, so startete sie äußerst holprig in das neue Jahrtausend. Der Skandal um die möglicherweise tödlichen Nebenwirkungen des Cholesterinsenkers Lipobay ließ den Kurs dramatisch einknicken. Von 2002 bis 2005 durchlief der Konzern mit Schwerpunkt Chemie und Pharmazie eine Phase der Neuausrichtung. ... Getty Images

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2005 wurden große Teile des Chemiegeschäfts als Lanxess AG abgespalten und das Geschäft mit rezeptfreien Medikamente verkauft. 2006 übernahm Bayer dafür den Pharmakonzern Schering, bis dahin ebenfalls ein Dax-Mitglied. Dann ging es vornehmlich bergauf. Am 28. Mai notierte die Bayer-Aktie mit 87,21 Euro auf Allzeithoch.

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Beim Münchener Automobilkonzern wurde in den vergangenen Jahren vieles richtig gemacht. Die Tiefstände der BMW-Aktie von deutlich unter 20 Euro im Krisenwinter 2008/09 erwiesen sich im Nachhinein als großartige Kaufgelegenheiten. ... Getty Images

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Luxus geht immer, daran hat auch die seit 2008 um den Globus wandernde Finanz- und Wirtschaftskrise nichts geändert. Mit dem wachsenden Wohlstand in China ist die Zahl der möglichen und tatsächlichen BMW-Fahrer rasant gewachsen.

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Commerzbank
Kaum eine Aktie im Dax hat das Auf und Ab an den Börsen intensiver miterlebt und durchlitten als die der Commerzbank. Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise musste der Bund mit 25 Prozent einsteigen, um die Bank zu retten, die sich mit der Dresdner-Bank-Übernahme überhoben hatte. ... Getty Images

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Seither macht die Commerzbank mit Restrukturierungen und Kapitalerhöhungen von sich reden. Die Immobilientochter-Tochter Eurohypo soll bis 2014 abgewickelt werden. Zuletzt wurde mit einer Aktienzusammenlegung im Verhältnis 1:10 verhindert, dass die Commerzbank-Aktie zu einem Pennystock schrumpft.

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Continental
Aus dem Reifenproduzenten aus Hannover ist einer der weltweit größten Automobilzulieferer geworden. Continental hat sich auf Technik spezialisiert, die vor allem in der automobilen Oberklasse zum Einsatz kommt. So profitieren Konzern und Aktie vom wachsenden Reichtum in den Schwellenländern. … Getty Images

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Auf dem Höhepunkt der Finanzkrise entging Continental nur knapp einer Komplettübernahme durch Schaeffler. Der Kursabsturz von 2008 und 2009 bescherte ihr auch eine fast vierjährige Dax-Abstinenz. Inzwischen ist die Conti-Aktie wieder im Steigflug und kehrte im September 2012 in den Dax zurück.

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Daimler
Es sollte die „Hochzeit im Himmel" sein. Doch die Fusion mit dem US-Autohersteller Chrysler von 1998 hielt kein Jahrzehnt. Bezahlen mussten das Abenteuer am Ende auch die Aktionäre. … Getty Images

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Dem Kurshoch von 1999 folgte ein jäher Absturz, und auch nach der Trennung vom US-Partner war Daimler nicht aller Sorgen ledig: 2008 brach die Aktie abermals ein. Beruhigend: Der jüngste Aufwärtstrend der Daimler-Notierung ist intakt. Die Sanierung macht Fortschritte.

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Deutsche Bank
Das erste Jahrzehnt des Millenniums schien den Finanzwerten zu gehören. Die Branche boomte, und auch die Deutsche Bank fuhr mit ihrem Investmentbanking traumhafte Renditen ein. 2007 übertraf der Aktienkurs das Hoch aus dem Jahre 2000 deutlich. … Getty Images

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Dann kam die Finanzkrise, die die Deutsche Bank anders als andere Kreditinstitute zwar ohne direkte staatliche Hilfe bewältigte. Doch die extremen Verluste aus schlechten Geschäften ließen den Kurs der Aktie in sich zusammenfallen. Am Tiefpunkt fand er sich dort wieder, wo er schon im Gründungsjahr des Dax gestanden hatte.

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Henkel
Der Konsumgüterhersteller und Klebstoffspezialist hat in den vergangenen Jahren stark vom Wachstum der sogenannten Schwellenländer profitiert. … Getty Images

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Der Kurs der Henkel-Aktie zeigt seit 1988 tendenziell nach oben, alle Rückschläge erwiesen sich als temporär. Angesichts der rasanten Gewinne der vergangenen beiden Jahre könnte nun allerdings eine längere Verschnaufpause anstehen.

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Linde
Bei kaum einem anderen Konzern war der Chef so prägend wie bei Linde der Manager Wolfgang Reitzle. Unter seiner Ägide wurde der britische Wettbewerber BOC übernommen. Dafür trennte sich der Konzern von seinen Gabelstaplern. … AFP/Getty Images

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Die Großfusion machte Linde 2006 zum weltweit führenden Industriegaseunternehmen. Die Wirtschafts- und Finanzkrise hat Linde problemlos überstanden. Der Kurseinbruch von 2008 war nur von kurzer Dauer.

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Lufthansa
Die Aktionäre der Fluggesellschaft mit dem Kranich brauchten in den vergangenen Jahren ein robustes Nervenkleid. Die Anschläge auf das World Trade Center vom September 2001 markierten einen tiefen Einschnitt für die Branche und den Konzern. … AFP/Getty Images

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In den Folgejahren erschwerten Vogelgrippe und ein massiver Anstieg des Ölpreises auf rund 150 Dollar je Barrel das Geschäft. Inzwischen kämpft der Konzern mit Billigairlines und den arabischen Fluggesellschaften. Nicht alle Zukäufe der vergangenen Jahren erwiesen sich als flugtauglich.

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RWE
Der kometenhafte Kursanstieg der RWE-Aktie nach 2003 fand mit dem Ausbruch der Finanzkrise ein abruptes Ende. Der Versorger leidet unter der schwachen Nachfrage nach Energie und den stark gefallenen Gaspreisen. … AFP/Getty Images

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Seitdem Deutschland den Atomausstieg beschlossenen hat, sind einheimische Stromerzeuger erst recht keine Gelddruckmaschinen mehr.

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Siemens
Wer 1988 Siemens-Aktien gekauft und sie zwölf Jahre später verkauft hat, dem darf gratuliert werden. Am 3. März 2000 erreichte das Papier des Industriekonzerns seinen bisher höchsten Stand. … AFP/Getty Images

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Vieles hat Siemens seither aufgegeben oder verkauft, was im weltweiten Wettbewerb nicht mehr profitabel ist – etwa die Telefontechnik, die den Konzern einst bekannt gemacht hat. Derzeit kostet eine Siemens-Aktie etwa 60 Prozent dessen, was sie mal wert war. Nur die Dividendenzahlungen halten sie optisch auf dem gleichen Niveau. Analysten sehen aber Luft nach oben, wenn sich der Konzern von unrentablen Sparten getrennt hat.

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Thyssen-Krupp
Die Aktie des Stahlkonzerns markierte ihren bisherigen Höchststand zu Beginn der Finanzkrise Ende Oktober 2007. Auch der deutsche Stahlkocher profitierte vom Boom der Wachstumsländer. … AFP/Getty Images

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Seither plagen Thyssen-Krupp milliardenschwere Fehlinvestitionen im Ausland, Kartellverstöße und Korruptionsverwürfe. Die Sanierung ist angesichts der schwachen Nachfrage schwierig: Seit Monaten versucht der Konzern erfolglos, unrentable Werke in Brasilien und den USA zu verkaufen. Der Kurs der Aktie ist seit dem Hoch auf ein Drittel zusammengeschnurrt.

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Volkswagen
Mit der Vorzugsaktie von VW war bis Anfang 2005 allein mit Blick auf den Kurs nur wenig zu gewinnen. Anleger kauften sie vor allem wegen der Dividende. … Getty Images

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Das hat sich geändert, seit der VW-Konzerns konsequent an die Weltspitze im Automobilgeschäft drängt. Das Markenimperium des Konzerns ist in den vergangenen Jahren rasant gewachsen und hat auch den Kurs nach oben getrieben. Bis auf den Knick Ende 2008, der auf den Übernahmekampf mit Porsche und dem Fokus auf die damals im Dax notierte Stammaktie zurückzuführen war. ...

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Der exorbitante Ausreißer der Stammaktie Ende 2008 bis auf über 1.000 Euro war Spekulationen geschuldet, die Investoren rund um die versuchte VW-Übernahme durch Porsche eingegangen waren. Als Porsche damit gescheitert war, liefen die beiden Aktiengattungen wieder zusammen und die Vorzüge rückten statt der Stämme in den Dax ein.