Donnerstag, 31. Januar 2013, 17:10 Uhr

Bunte Farbtupfer in der Stadt aus Stahl

Einer der Spitznamen von Pittsburgh lautet Iron City - die Stadt der Stahlindustrie. Ein grauer, trister Betonblock war auch unser Haus der Woche vor dem Umbau. Jetzt bringt es neue Farbe in die einst industriell geprägte Stadt. Und was für eine!

image

Pittsburgh liegt im Südwesten des US-Bundesstaates Pennsylvania und ist vor allem für eins bekannt: Seine Stahlindustrie. Heutzutage spielen auch die Biotechnologie, Banken und das Dienstleistungsgewerbe eine wichtige Rolle als Arbeitgeber. Das verändert auch das Stadtbild. Gewagtere Immobilienprojekte wie das von Mark Frankovitch finden einen Raum. Der 30-Jährige kaufte das Gebäude 2009 für 100.000 US-Dollar. John Wee

image

So sah die Immobilie damals aus. Neun Monate lang renovierte Frankovitch den einstöckigen "Betonblock", in dem sich damals Kirchengruppen getroffen hätten, sagt er. Rund 400.000 Dollar steckte er laut eigenen Angaben in den Umbau. "Im Moment passiert in Pittsburgh definitiv viel Cooles", sagt Immobilienmaklerin Jenny Barnik. Vor allem hier, im Süden der Stadt, wachse die Anzahl der modernen Bauprojekte, obwohl die Gegend eher von traditioneller Bausubstanz geprägt sei. Mark Frankovitch

image

"Ich wollte etwas Auffälliges schaffen", sagt Frankovitch, der als Immobilienmakler und Generalunternehmer arbeitet. Gerade als er seinen mehrstöckigen Anbau anstrich, kam seine Mutter vorbei. "Was ist passiert", habe sie beim Anblick der lindgrünen Fassade gefragt. "Hat jemand ein Graffiti draufgesprüht?" John Wee

image

Frankovitch lebt seit fast acht Jahren in Pittsburgh. Obwohl er keine Ausbildung als Architekt hat, habe er die meisten Zeichnungen und Planungen selbst gemacht. Hier zu sehen: Der Eingangsbereich des ungewöhnlichen Hauses. Hier sind altes und neues Gemäuer miteinander verbunden. John Wee

image

Wo vorher nur Blockwände und Betonböden waren, hat Frankovitch durch den Einbau verschiedener Ebenen und Gestaltungselemente wie den unterschiedlichen Fußbodenbelägen eine moderne Wohnung gebaut. Geschickt versteckt: Die Rohrleitungen für die Küche - sie waren der Grund für den Bau der Plattform, die die Küche nun zum Mittelpunkt des unteren Stockwerks macht. John Wee

image

Rund 209 Quadratmeter misst das gesamte Haus. Nicht nur außen setzt der Besitzer auf Farbe. In fast allen Räumen lassen sich bunte Gegenstände entdecken. Hier die knallig orangenen Barhocker. John Wee

image

Im ersten Stockwerk wartet der Zugang zu den zwei Balkonen und in die Schlafzimmer. Kunst und Designerstühle wirken auch hier als Farbtupfer. Fürs Ausruhen nach dem Treppenaufstieg könnten die Stühle auch gedacht sein. John Wee

image

Eines der beiden Schlafzimmer mit Zugang auf einen der beiden Balkone des Hauses. Im Hintergrund das Badezimmer, davon gibt es zwei voll ausgestatte und ein Gästebad. Ein weiterer Raum könnte theoretisch auch noch zum Schlafzimmer umgestaltet werden, sagt Maklerin Barnick. John Wee

image

Ein weiteres Prachtstück des Hauses ist die fast 93 Quadratmeter große Dachterrasse mit Außen-Feuerstelle. Die Nachbarn hätten sich ein wenig an das ihnen fremde Design gewöhnen müssen, sagt Frankovitch. Jetzt würden sie vorbeikommen und es bewundern. "Oder zumindest tun sie so mir gegenüber", lacht er. John Wee

image

Frankovitch lebte sechs Monate in dem Haus, aber eigentlich wollte er es immer verkaufen. Er hat ein weiteres Haus in der Nähe. John Wee

image

Die Immobilienkrise geht auch an ihm nicht vorüber. Als er noch baute, wollte Frankovitch 739.000 Dollar für die Immobilie. Das war im Dezember 2010. Momentan soll es 669.000 Dollar kosten. John Wee

create