Mehr als sieben Milliarden Euro würde Vodafone für Kabel Deutschland zahlen. Reuters

Angebahnt hat sich die Transaktion schon seit Monaten: Vodafone hat ein Auge auf Kabel Deutschland und trägt sich mit dem Gedanken, Deutschlands größten Kabelnetzanbieter zu übernehmen. Am Mittwoch hat es die britische Vodafone Group dann zugegeben. Die Quittung an den Märkten folgte prompt, am Nachmittag notierte das Papier 6 Prozent im Minus während die Aktie von Kabel Deutschland um 9 Prozent zulegte. Die Rating-Agentur Fitch brauchte noch nicht mal einen halben Tag, um Vodafone zu warnen, der Deal könnte das Rating des Unternehmens gefährden.

Keine Frage, billig wird das nicht. Etwa 7 Milliarden will sich Vodafone den Kabler kosten lassen, rund 80 Euro die Aktie, ein Niveau, das das Papier bereits am Mittwoch erreicht hat. Kein Wunder, dass Kabel Deutschland die Briten, Informationen des Wall Street Journals zufolge abblitzen ließ.

Doch letztlich hat Vodafone keine Wahl, muss sich wahrscheinlich auch noch auf einen Bieterwettstreit mit Liberty Global einlassen, dem hierzulande bereits das Kabelunternehmen Unitymedia Kabel BW gehört. Zu lange hat Vodafone geglaubt, dass die Zukunft ausschließlich in mobilen Netzen liegt. Die dramatische Explosion des Datenverkehrs erfordern jetzt ein Umdenken.

In den gesättigten europäischen Märkten beginnt Vodafone darunter zu leiden, zumeist nur Mobilfunkanbieter zu sein, während der Markt für alle Telekommunikationsleistungen aus einer Hand, Festnetz- und Mobiltelefonie nebst Breitband-Internet und TV boomt, schreibt James Allison, Analyst bei IHS Electronics & Media.

Zwar hat Vodafone in Deutschland schon einen Festnetzbereich, dem gleichwohl aber die kritische Größe fehlt. Und auch der Deal mit der Deutschen Telekom über die Anmietung schnellerer Breitband-Leitungen hilft. Auf Dauer wird das aber zu wenig sein. Darum muss Vodafone tief in die Tasche greifen, um in Europas größter Volkswirtschaft auch weiterhin ein gewichtiger Player zu sein.

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