Kämpfer der Rebellentruppe Freie Syrische Armee transportieren Leichen ab. Die USA haben angekündigt, ihre militärische Hilfe an die Rebellen aufzustocken. Associated Press

WASHINGTON—Die USA haben nach Auskunft gut unterrichteter Personen Waffenlieferungen an moderate syrische Rebellenkämpfer genehmigt und begründen dies mit dem Einsatz von Chemiewaffen in dem Bürgerkriegsland. Damit kippt die bisherige Blockade der USA, keinesfalls Waffen an die syrische Opposition zu liefern. Nach Angaben der Kreise ist der amerikanische Geheimdienst CIA damit beauftragt, zusammen mit Verbündeten die Waffenlieferungen zu organisieren. Das Weiße Haus lehnte einen offiziellen Kommentar ab.

Zuvor hatte der stellvertretende nationale Sicherheitsberater für strategische Kommunikation im Weißen Haus, Ben Rhodes, mitgeteilt, dass für US-Präsident Obama im Syrien-Krieg die „rote Linie" überschritten sei. Die USA hielten es für erwiesen, dass der syrische Präsident Baschar al-Assad im Bürgerkrieg Chemiewaffen gegen die Rebellenkämpfer eingesetzt habe. Deshalb würden die USA nun „den Umfang und das Ausmaß" der militärischen Unterstützung an die Rebellen ausweiten.

Gemäßigte syrische Rebellenkämpfer sagen, sie bräuchten Waffen, um Assads Truppen und seine verbündeten Hisbollah-Kämpfer abzuwehren. Diese rücken in der Stadt Aleppo immer weiter gegen die Rebellen vor. Der Chef des oppositionellen syrischen Obersten Militärrates (SMC) hat den Westen offiziell um mehr Waffen gebeten.

Vize-Sicherheitsberater Rhodes selbst wollte nicht im Detail darauf eingehen, welche Art von militärischer Hilfe die USA den syrischen Rebellen zukommen lassen wollen. Er sagte aber, das Ziel sei es, die „Effektivität des SMC am Boden" zu verbessern.

Die USA sind sich inzwischen sicher, dass syrische Regierungstruppen im Bürgerkrieg Chemiewaffen gegen die Rebellen eingesetzt haben. Dabei sind nach Angaben von Rhodes bis zu 150 Menschen gestorben. Unter anderem hätten Labortests von Stichproben-Material aus Syrien den Einsatz der tödlichen Chemikalien bestätigt. Auch Frankreich hatte bereits den Einsatz von Chemiewaffen als sicher erklärt.

Nach Schätzungen der Vereinten Nationen sind in dem mehr als zwei Jahre währenden Konflikt insgesamt mehr als 90.000 Menschen ums Leben gekommen.

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