Deutschlands größter Versicherer Allianz will einem Zeitungsbericht zufolge die zum Sparkassenlager gehörende Versicherungsgruppe Provinzial Nordwest übernehmen. Allianz-Chef Michael Diekmann habe bei einem Treffen in Münster den Vertretern der drei Anteilseigner persönlich das Angebot erläutert, berichtet die Financial Times Deutschland. Der Münchener Konzern wolle den Buchwert von 2,25 Milliarden Euro zahlen.

Anwesend bei dem Treffen in Münster seien Rolf Gerlach, Präsident des Sparkassenverbandes Westfalen-Lippe, Reinhard Boll, der dem Sparkassen- und Giroverband Schleswig-Holstein vorsteht sowie Wolfgang Kirsch, Direktor des Landschaftsverbandes Westfalen-Lippe, gewesen. Die Sparkassen und Kommunen in der Region erwägen laut Zeitung ernsthaft den Verkauf. Damit stehe die gesamte Sparkassen-Finanzgruppe auf der Kippe.

Die Übernahme der Provinzial Nordwest wäre ein Befreiungsschlag für die Allianz, die in ihrem Heimatmarkt in Kerngeschäftsfeldern stagniert oder sogar Marktanteile verliert, so die Zeitung. Traditionell kaufe die Allianz in solchen Situationen in Deutschland zu, das letzte Mal 1994 den Versicherungskonzern Vereinte.

Die Allianz wollte sich auf Anfrage nicht zu den Informationen äußern. Provinzial und die Verbände waren kurzfristig nicht für eine Stellungnahme zu erreichen.

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