Starbucks - Chef Howard Schultz hat in einem offenen Brief die Kunden seiner Kaffeehauskette gebeten, keine Feuerwaffen in die Läden mitzunehmen. Hintergrund ist der zunehmende Druck von beiden Seiten der Waffendiskussion in den USA.

Starbucks geht damit nicht so weit, Waffen generell zu verbieten, wie es einige andere Einzelhändler getan haben. Schultz sagt, er wolle seine Angestellten nicht dazu zwinge, bewaffnete Kunden konfrontieren zu müssen.

Dennoch stürzt sich Starbucks mit dem Brief tiefer in der Debatte um die Grenzen des Rechts von Waffenbesitzern, Feuerwaffen auch in Restaurants oder anderen Geschäften bei sich zu tragen. Starbucks stand in diesem Streit zunehmend im Fokus. Gegner der Waffenfreiheit kritisierten die Kaffeehauskette dafür, dass sie das offene Tragen von Waffen in Bundesstaaten, in denen das erlaubt ist, auch in ihren Läden gestattet. Die Befürworter begrüßten dagegen diese Politik.

Der Chef von Starbucks bittet seine Kunden, keine Waffen mehr in die Cafés mitzubringen. Associated Press

Schultz schreibt in dem Brief, dass die Debatte um das offene Tragen von Waffen zuletzt „immer unhöflichere und, in einige Fällen, sogar bedrohliche Ausmaße" angenommen habe. Aktivisten der Waffenlobby nutzten Starbucks-Geschäfte „als politische Bühne für Medien-Events ... die fälschlicherweise Starbucks als Befürworter der Politik des offenen Tragens (von Waffen) hinstellen", schreibt er. Zugleich „haben einige Waffengegner auch eine Rolle dabei gespielt, die Rhetorik und die Spannungen zu verschärfen, indem sie an unsere Kunden und Partner herangetreten sind".

„Aus diesen Gründen bitten wir heute respektvoll darum, dass unsere Kunden nicht länger Feuerwaffen in unsere Geschäfte oder in deren Außenbereich mitbringen — auch nicht in Staaten, wo das offene Tragen von Waffen erlaubt ist – sofern es sich nicht um dazu berechtigte Mitarbeiter der Strafverfolgungsbehörden handelt", schreibt Schultz. Starbucks hat mehr als 11.000 Filialen in den USA und zählt damit zu den größten Einzelhändlern des Landes.

Der Brief von Schultz kommt wenige Tage, nachdem in Washington ein ehemaliger Reservist bei einem Amoklauf auf einer Marinebasis zwölf Menschen erschossen hatte. Mehrere Vorfälle dieser Art haben in den USA die Debatte über die Waffengesetze wieder angefacht. Schultz sagte aber in einem Interview, sein Brief sei keine direkte Reaktion auf die Vorfälle in Washington.

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