Aktualisiert Donnerstag, 8. November 2012, 14:28 Uhr

Chinas goldene Jahre - ein Aufstieg in Zahlen

Lange hatte China damit zu kämpfen, seine riesige Bevölkerung ernähren zu können. In den 1980er Jahren begann eine weit reichende Industrialisierung. Aus dem einstigen Agrarstaat unter Mao ist inzwischen die größte Exportnation der Welt geworden. Das lässt sich an vielen Wirtschaftsindikatoren ablesen. Das dynamische Wachstum hat allerdings auch seine Schattenseiten. Ein Überblick

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WIRTSCHAFTSLEISTUNG:
 
China hat Japan 2010 als zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt abgelöst: Das nominale Bruttoinlandsprodukt von China erreichte vor zwei Jahren rund 5,9 Billionen US-Dollar und fiel damit etwa 400 Milliarden Dollar höher aus als in Japan. Auch in der weltweiten Wirtschaftskrise 2009 ist die chinesische Wirtschaft noch stark gewachsen. Preisbereinigt legte die Wirtschaftsleistung in den Jahren 2008 bis 2011 um jeweils 9 bis 10 Prozent zu. Für dieses Jahr erwartet Peking allerdings nur noch ein Wachstum von 7,5 Prozent. dapd

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WIRTSCHAFTSSTRUKTUR:
 
Obwohl die Landwirtschaft in den vergangenen Jahren merklich an Bedeutung verloren hat, spielt sie in Chinas Wirtschaft noch immer eine wichtige Rolle. Mit rund 35 Prozent sind die meisten Erwerbstätigen im Agrarsektor beschäftigt; sie erwirtschaften aber nur rund zehn Prozent des Bruttoinlandsprodukts. Den größten Anteil an der Wirtschaftsleistung hat mit rund 45 Prozent die Industrie. dapd

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LANDFLUCHT:
 
2012 leben erstmals mehr Chinesen in den Städten als auf dem Land, in absoluten Zahlen rund 675 Millionen. Das ist eine massive Veränderung: 1980 lebten noch 80 Prozent aller Chinesen auf dem Land, um das Jahr 2000 herum nur noch 60 Prozent. Die rasche Urbanisierung gilt als wichtiger Faktor für das Wirtschaftswachstum. dapd

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PRO-KOPF-EINKOMMEN:
 
Umgerechnet auf die Bevölkerung ist China mit einem geschätzten Pro-Kopf-Einkommen von rund 5.200 US-Dollar im Jahr 2011 noch deutlich von anderen Industrienationen entfernt. Das Durchschnittseinkommen in Deutschland zum Beispiel betrug rund 21.500 Dollar. dapd

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AUSSENHANDEL:
 
China hat Deutschland den Titel des Exportweltmeisters 2009 abgejagt. Seit dem Beitritt der Volksrepublik zur Welthandelsorganisation im Jahr 2001 ist der Handels- und Leistungsbilanzüberschuss des Landes stetig gewachsen. Erst seit drei Jahren ist ein Rückgang zu beobachten, der auch auf die Finanz- und Wirtschaftskrise zurückzuführen ist. China versucht aktiv, die Binnenwirtschaft zu einem größeren Wachstumstreiber zu machen. AP Eugene Hoshiko/AP/dapd

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DEVISEN:
 
Das Reich der Mitte hortet die größten Devisenreserven der Welt. Die Zentralbank kauft Devisen, die durch den Außenhandel und ausländische Direktinvestitionen ins Land strömen, zu festgelegten Kursen auf, um den Wechselkurs der eigenen Währung Yuan stabil zu halten. Derzeit belaufen sich Devisenreserven Chinas auf rund 3,2 Billionen Dollar.   Reuters

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INFLATION:
 
Die Teuerung in China war in den letzten Jahren starken Schwankungen unterworfen. So lag die Inflationsrate im Jahr 2008 bei fast 6 Prozent, während die Preise im Jahr darauf um 0,7 Prozent sanken. Einen großen Einfluss auf die Inflation haben die Lebensmittelpreise, weil viele Bürger einen Großteil ihres Einkommens für Nahrung ausgeben müssen. Wong Maye-e/AP/dapd

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ENERGIEVERBRAUCH:
 
Während der Export boomt und auch die Menschen im Land immer mehr konsumieren, hat sich Chinas Energiehunger seit dem Jahr 2002 fast verdreifacht - und übertrifft inzwischen den Verbrauch der USA. Die beiden Giganten stehen für 21,3 und 18,5 Prozent des weltweiten Energieverbrauchs, Russland folgt mit 5,6 Prozent an dritter Stelle. Eugene Hoshiko/AP/dapd

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UMWELTVERSCHMUTZUNG:
 
China muss mit dem zweifelhaften Ruhm leben, sieben der zehn meistverschmutzen Städte der Welt zu haben. Erosion der Böden führt zu einem Verlust an landwirtschaftlich nutzbaren Flächen, mit dem privaten Konsum wachsen die Müllberge in den Himmel und die Industrialisierung verschmutzt die Flüsse.  AP Andy Wong/AP/dapd

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DEUTSCH-CHINESISCHE WIRTSCHAFTSBEZIEHUNGEN:
 
Mit gewissen Schwankungen wächst der Außenhandel zwischen Deutschland und China dennoch stetig. Deutschland ist mit Abstand Chinas wichtigster Handelspartner in der EU, weltweit liegt Deutschland auf Rang fünf. Umgekehrt ist China Deutschlands wichtigster Handelspartner in Asien und drittwichtigster Handelspartner weltweit.    Gero Breloer/AP/dapd