Das gigantische Bahnhofsprojekt Stuttgart 21 wird erheblich teurer als geplant. Ursprünglich sollten die Baukosten bei 4,5 Milliarden Euro gedeckelt werden, nun rechnet die Bahn mit Mehrausgaben von voraussichtlich 1,1 Milliarden Euro. Insgesamt könnte das Projekt damit 5,63 Milliarden Euro teuer werden.

Spiegel Online zitiert ein Gutachten der Unternehmensberatung Mc Kinsey, nach der Stuttgart 21 sogar 6,8 Milliarden Euro kosten werde. Laut dem Nachrichtenportal wurde die Studie der Berater dem Aufsichtsrat der Deutschen Bahn am Mittwoch vorgestellt.

Ein Modell des neuen Bahnhofs in Stuttgart - die große Variante könnte teuer werden. dapd

Dass das Projekt teurer wird, war zuvor schon durchgesickert, nur die genaue Summe war noch nicht bekannt. Wofür genau die nun angesetzten Mehrkosten anfallen, wurde nicht gesagt. Presseberichten zufolge geht es um Brandschutz, Grundwasser und den Verkauf der oberirdischen Gleisflächen.

Der Bahn-Vorstand habe im April mit Unterstützung externer Berater mit der Überprüfung der Kostenbasis begonnen und Einsparpotenziale erarbeitet sowie Ablaufprozesse optimiert und neue Projektstrukturen entwickelt, hieß es. Nun muss der Aufsichtsrat noch grünes Licht für die Erhöhung des Finanzierungsrahmens auf 5,626 Milliarden Euro geben. Das Gremium sei über alle Ergebnisse und Vorschläge informiert worden und werde jetzt zeitnah darüber beraten.

Tragen muss die Mehrkosten der Konzern alleine. Das Land Baden-Württemberg will sich nicht an zusätzlichen Ausgaben beteiligen, wie Baden-Württembergs Verkehrsminister Winfried Hermann jüngst bekräftigte. Derzeit beträgt der Anteil Baden-Württembergs an dem Projekt 930 Millionen Euro.

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