Das begehrte Apple -iPhone wird in Teheran künftig leichter zu haben sein: Der Technologiegigant wird seine Produkte an Kunden verkaufen, die diese in den Iran bringen wollen. Apple reagiert damit auf Bestrebungen der US-Regierung unter Präsident Barack Obama, die jahrzehntelangen Sanktionen gegenüber dem Land zu lockern. Hinter den Erleichterungen für den Handel mit Technologie steckt die Hoffnung, dass durch deren Verbreitung die Schlagkraft der Regierung geschwächt und Demonstranten gestärkt werden.

Apple-Fans im Iran können sich künftig leichter mit Produkten des Technologiegiganten eindecken. Agence France-Presse/Getty Images

Dank der Entscheidung des Finanzministeriums vom 30. Mai werde Apple Einschränkungen für den Handel mit Iran lockern, sagte eine Unternehmenssprecherin am Dienstag. „Uns wurde von der US-Regierung gesagt, dass die meisten Apple-Produkte von den regulatorischen Änderungen abgedeckt sind, die das Finanzministerium angekündigt hat".

Sie bezog sich auf eine Entscheidung, die Beschränkungen für den Verkauf einer großen Bandbreite an Kommunikationsausrüstung wie Smartphones, Laptops und Computersoftware in den Iran zu lockern. „In Folge dessen ist es Apple nicht länger verboten, Macs und iOS-Geräte an Kunden zu verkaufen, die diese in den Iran bringen oder senden wollen", sagte sie.

SMS, soziale Netzwerke und andere Kommunikationstechnologien hatten für Demonstranten im Nahen Osten zuletzt eine wichtige Rolle gespielt, auch bei den Protesten im Iran 2009.

Ein hochrangiger Regierungsvertreter hatte dem Wall Street Journal im Mai gesagt, die Lockerungen seien zum Teil auch eine Reaktion darauf, wie die Regierungen in der Region seitdem gegen die Protestierenden vorgegangen seien. Die Regierungen hätten versucht, den freien Informationsfluss zu verhindern, und dies sei die Reaktion darauf. Künftig dürfen Unternehmen Kommunikationstechnologie wieder an iranische Bürger verkaufen, nicht aber an die Regierung oder Regierungsstellen.

Auf der Apple-Webseite heißt es, das US-Embargo gegen Kuba, Nordkorea, den Sudan und Syrien verbiete dem Konzern den Export, Reexport oder Verkauf seiner Geräte in diesen Ländern.

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