Griechenlands Premierminister Antonis Samaras ist am Sonntag auf einer heiklen politischen Mission – und zwar in Bayern. Bei einem Abendessen in der Landeshauptstadt München will er den Ministerpräsidenten Horst Seehofer davon überzeugen, dass eine Griechenlandrettung ihr Geld wert ist. Mitnehmen wird er zu dem Treffen seinen Finanzminister.

Samaras und CSU-Chef Seehofer wollen auf dem Treffen „politische Meinungen austauschen" erklärte Bayerns Landesregierung. Vor einer Woche haben Griechenlands öffentliche Gläubiger zugestimmt, weitere 44 Milliarden Euro zur Verfügung zu stellen, damit Griechenland nicht insolvent geht.

Auf ein Abendessen nach Bayern: Der griechische Premier Antonis Samaras. dapd

Aus der CSU kam in den vergangenen Monaten wieder und wieder die Forderung nach einem Ausschluss Griechenlands aus der Eurozone. In den vergangenen Wochen aber hat Seehofer einen versöhnlicheren Ton angeschlagen, wenn es um die Hilfen für Athen ging. Nachdem die Bundeskanzlerin und Unionsgenossin Seehofers, Angela Merkel, im Oktober in Athen ihre Unterstützung signalisierte, lobte der CSU-Chef sie für ihre Krisenpolitik. Einen sofortigen Ausschluss Griechenlands schloss er daraufhin aus. In der vergangenen Woche versprach Seehofer gar, die CSU werde in der Euro-Politik der großen Schwester CDU ein „schnurrendes Kätzchen" sein.

"Wir sind Partner, teilen dieselben Werte und Ideale. Wir haben nichts voreinander zu verbergen, aber eine Menge zu gewinnen, wenn wir mehr miteinander sprechen", betonte Samaras gegenüber dem Münchner Merkur. "Ich komme als Freund", sagte Samaras weiter. Er sei zuversichtlich, dass das Treffen mit Seehofer das gegenseitige Verständnis verbessern werde.

Der Premier betonte seine Entschlossenheit, alle mit der Troika vereinbarten Maßnahmen umzusetzen: "Unser klares Ziel ist es, eine Pleite zu vermeiden. Wir wollen als Staat unsere Kreditwürdigkeit zurückerlangen - politisch und wirtschaftlich. Das ist ein harter Kampf. Aber wir werden ihn gewinnen, es wird eine Erfolgsstory werden, für Griechenland und ganz Europa."

Einigkeit demonstrieren die soliden Bayern und die kriselnden Griechen auch beim Essen: Nach dem Hauptgang gibt es bayerischen Apfelstrudel, zusammen mit griechischem Joghurteis.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de