TORONTO - Mit zwei neuen Smartphone-Modellen will Research in Motion (RIM), der angeschlagene kanadische Pionier auf diesem Feld, Marktanteile zurückholen, die an Konkurrenten wie Apple AAPL +1,23% Apple Inc. U.S.: Nasdaq $102,13 +1,24 +1,23% 27 Aug. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 46,54 Mio. NACHBÖRSLICH $102,10 -0,03 -0,03% 27 Aug. 2014 19:59 Volumen (​15 Min. verzögert) : 5,83 Mio. KGV 16,39 Marktkapitalisierung 604,11 Milliarden $ Dividendenrendite 1,84% Umsatz/Mitarbeiter 2.214.380 $ verloren gegangen sind. Doch damit die Geräteumstellung nicht nach hinten losgeht und Firmenkunden wegen der Veränderungen zu anderen Marken abwandern, hat RIM jetzt ein spezielles Treueprogramm vorgestellt.

Das Unternehmen wirbt mit dem Versprechen, dass die neuen Blackberrys mit dem iPhone und anderen Konkurrenten mithalten können, was den Zugang zum Internet, Apps und weitere kaufentscheidende Details angeht. Dafür hat RIM das eigene Betriebssystem komplett überarbeitet: Blackberry 10 heißt es jetzt.

Flankiert wird dessen Einführung von „Blackberry 10 Ready", einem Treueprogramm, mit dem RIM sicherstellen will, dass Firmenkunden sich gut auf die Umstellung vorbereiten können und deshalb Blackberry die Stange halten. Vorerst zielt es nur auf Firmenkunden in Nordamerika ab, nicht auf private Verbraucher.

IT-Verantwortlichen in den Unternehmen stellt RIM dafür ein kostenloses Smartphone und Lizenz-Upgrades zur Verfügung. Vor der Markteinführung des Betriebssystems sollen sie gezielt geschult werden.

Lange war der Blackberry Standard in Politik und Wirtschaft: Hier liest Niedersachsens Ministerpräsident David McAllister seine Mails. Doch immer mehr auch klassische Kunden verabschieden sich von der Mail-Maschine. dapd

„Unsere Geschäftskunden sind uns nach wie vor wichtig, daher wollen wir ihnen bei der Einführung von Blackberry 10 einen Vorsprung geben. Sie sollen ihre bisherigen Kommunikationsabläufe rechtzeitig auf die neue mobile Plattform umstellen können", erklärte Bryan Lee, ein leitender Manager bei RIM, schriftlich.

Blackberry verliert auf dem Smartphone-Markt rasch an Bedeutung; immer mehr Nutzer wechseln zum iPhone oder zu Geräten mit dem Android-Betriebssystem. Vor vier Jahren konnte RIM noch etwa 50 Prozent des gesamten Smartphonemarktes für sich beanspruchen, dieses Jahr sind es weniger als fünf Prozent, wie die Branchenberater von IDC ermittelt haben.

Auch viele geschäftliche Kunden oder Behörden und Regierungsstellen, di e Blackberry einst groß gemacht hatten, sind von RIM zu anderen Anbieter gewechselt. Kürzlich meldete IDC, bis zum kommenden Jahr würden mehr iPhones an Geschäftskunden ausgeliefert, als Blackberrys.

RIM setzt all seine Hoffnungen auf die neuen Smartphones mit dem Betriebssystem Blackberry 10. Abgesehen vom Treueprogramm für Geschäftskunden soll auch ein breiteres Angebot bei den sogenannten Apps helfen, Kunden zurückzuholen. Damit die bei Apple so beliebten Kleinprogramme auch in großer, attraktiver Zahl für Blackberry 10 entwickelt werden, bietet RIM den App-Entwicklern entsprechende Anreize.

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