Auf dem letzten Treffen des Offenmarktausschusses der Fed in diesem Jahr am Dienstag und Mittwoch wird dieser wohl eine Fortsetzung des Hypothekenkaufprogramms – 40 Milliarden US-Dollar jeden Monat – beschließen. Und zwar so lange, bis sich der Arbeitsmarkt wirklich verbessert hat. Die Arbeitslosenquote ist im November zwar auf 7,7 Prozent gefallen, aber die Fed-Vertreter haben in ihren jüngsten Reden immer wieder betont, dass der Arbeitsmarkt alles andere als gesund sei.

Das Hypothekenkaufprogramm, das im September begann, zielt auf eine Senkung der langfristigen Zinsen, um den Konsum und Investitionen zu stimulieren. US-Notenbanker äußerten sich in den vergangenen Wochen immer wieder zufrieden darüber, wie sehr das Programm die Erholung des Immobilienmarktes stütze. Der New York Fed-Präsident William Dudley verwies in einer Rede in der vergangenen Woche auf die sinkenden Hypothekenzinsen, seit das Programm aufgelegt wurde.

Fast zwei Millionen Dollar sieht man hier - Falschgeld. Doch auch echtes Geld wird momentan mehr oder weniger fleißig gedruckt: Das Anleiheaufkaufprogramm der Fed dürfte weiterlaufen. AP Martin Mejia/AP/dapd

"Das ist ein solider Beweis dafür, dass unsere Politik wirksam war und auch weiter ist – auch wenn sie unter den derzeitigen Bedingungen nicht allmächtig ist", sagte Dudley.

Dagegen wird die Fed die so genannte "Operation Twist" wohl auslaufen lassen. Mit dieser hatte sie monatlich langfristige Staatsanleihen im Wert von 45 Milliarden Dollar aufgekauft und gleichzeitig kurzlaufende Papiere verkauft. Damit sollten ebenfalls die langfristigen Zinsen gedrückt werden, allerdings ohne die Bilanz der Fed aufzublähen.

Allmählich hat die US-Notenbank aber kaum noch kurzlaufende Papiere, die sie verkaufen könnte. Deshalb muss sie sich nach anderen Mitteln umsehen, um die Kreditkosten zu drücken.

Wahrscheinlich wird sie weiterhin und in ähnlichem Umfang die länger laufende Anleihen aufkaufen, aber jetzt ohne gleichzeitig Kurzläufer zu kaufen. Damit würde das Fed-Portfolio weiter zulegen, nachdem es in der vergangenen Woche einen Umfang von 2,861 Billionen Dollar erreicht hat.

Einige Fed-Vertreter, darunter St. Louis Fed-Präsident James Bullard, würden es gern sehen, dass die Käufe künftig geringer ausfallen, wenn sie nicht mehr durch Verkäufe ausgeglichen werden. Seiner Meinung nach würde dies der Konjunktur den größeren Schub versetzen.

„Es herrscht die Stimmung, die Käufe auf dem gleichen Niveau zu belassen. Aber das scheint mir ein bisschen zu aggressiv, wenn das Ziel eigentlich sein soll, die Zinspolitik auf dem jetzigen Niveau zu halten", sagte Bullard in einem Interview in diesem Monat.

Eine weitere Frage ist, ob die Fed in dieser Woche Änderungen in ihrer Kommunikationspolitik bekannt geben wird. Fed-Vertreter haben jüngst darüber diskutiert, ob sie genaue Ziele etwa für die Inflation oder die Arbeitslosenquote setzen sollen, ab deren Erreichen sie die Zinsen wieder erhöhen würden. Die Fed hält die Leitzinsen seit Ende 2008 nahe der Nulllinie und will sie nach derzeitigem Stand frühestens Mitte 2015 wieder anheben.

Fed-Präsident Ben Bernanke könnte seine Pressekonferenz am Mittwoch dazu nutzen, Änderungen in dieser Hinsicht zu erläutern. Aber laut ihren jüngsten Reden haben die Fed-Gouverneure wohl noch keine Übereinkunft darüber erzielen können, welche Indikatoren und welche Niveaus dafür angemessen wären.

„Die Meinungen dazu sind so vielfältig, dass es wohl noch weiterer Diskussionen darüber bedarf, bevor es dazu einen Konsens gibt", sagt Carl Tannenbaum, Chef-Volkswirt bei Northern Trust. Er geht davon aus, dass die Fed erst Anfang 2013 ihre Kommunikation dazu ändern wird.

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de