proposal
Donnerstag, 10. Januar 2013, 13:22 Uhr

So lässt's sich leben in New York

Von Brooklyn, Harlem bis zu den Hamptons, vom Rizzi-Loft bis zum Madoff-Apartment: So abwechslungsreich das New Yorker Leben, so vielfältig die Wohnstätten. Wir stellen Ihnen acht Immobilien im Big Apple vor.

image

Loft in Brooklyn – Heavy Metal in Bed-Stuyvesant
Künstler haben den Anfang gemacht - und wie so oft zogen Studenten, Musiker, Schriftsteller und junge Modemacher hinterher. Seit geraumer Zeit schon gilt Brooklyn als angesagter Stadtbezirk von New York, in dem es sich gut leben lässt. Dieses Loft liegt im zentral gelegenen Viertel Bedford-Stuyvesant – von den New Yorkern gerne als Bed-Stuy abgekürzt. Ramsay de Give für The Wall Street Journal

image

Besitzer des Lofts sind eine Künstlerin und ein Anwalt. Beide haben sich vor allem wegen der dicken Backsteinmauern und des industriellen Charakters in die Wohnung verliebt. Das Gebäude ist früher auch schon mal als Heuschober und Pferdestall genutzt worden. Hinein zum Loft geht es mit dem alten Lastenaufzug. Ramsay de Give für The Wall Street Journal

image

1987 wurden die Räumlichkeiten zu Wohnungen umgebaut, die heutigen Besitzer renovierten ihr Loft 2005. Im Hintergrund die Bad-Box. Die Möbel stehen fast alle auf Rollen, so lässt sich der 232 Quadratmeter große Raum ohne Probleme umgestalten. 655.295 Euro kostet das Apartment. Ramsay de Give für The Wall Street Journal

image

Loft für kommunikative Pop Art in SoHo
Hinter diesen Mauern im Künstlerviertel SoHo lebte und arbeitete der Pop-Art-Künstler James Rizzi 25 Jahre lang. Nach seinem Tod im Dezember 2011 will seine Familie das Apartment nun verkaufen. Ramsay de Give für The Wall Street Journal

image

Drei Schlafzimmer, zwei Badezimmer und viel Platz für Arbeit und Familie. William Rizzi , der Bruder des Künstlers, weiß zu erzählen, dass die ganze Familie hier oft zusammengesessen und dem Künstler beim Ausschneiden der Figuren für seine großformatigen Bilder geholfen hat. Die Großmutter kochte und versorgte alle Kunstschaffenden dann mit einem guten Essen. Ramsay de Give für The Wall Street Journal

image

An diesem Schreibtisch erledigte James Rizzi seinen Schriftverkehr. Zuvor lebte er in einem kleinen Apartment in der Sullivan Street, der künstlerisch-ökonomische Erfolg erlaubte es ihm, das 253 Quadratmeter großen Loft zu erwerben. Im Januar 2012 sollte es für rund 2,4 Millionen Euro veräußert werden. Ramsay de Give für The Wall Street Journal

image

Nach Kundenwünschen gebautes Loft in Tribeca
TriBeCa – das „Triangle Below Canal Street" in Lower Manhattan entwickelte sind in den 1990er Jahren vom heruntergekommenen Industrieviertel zum angesagten Wohngebiet. Künstler und Schauspieler flüchteten vor den steigenden Wohnpreisen im angrenzenden SoHo. Heute gilt TriBeCa laut Forbes als eine der teuersten Wohngegenden in den USA. Schicke Penthäuser wie dieses sind öfters zu finden, dennoch hat das Viertel nichts von seinem Charme verloren. Jason Lindberg

image

Fotograf Diego Uchitel kaufte die Maisonette-Wohnung vor acht Jahren. Drei Jahre lang renovierte er das Apartment – auch die riesige 112 Quadratmeter große Dachterrasse mit Blick über Manhattan. Luxus, wer solch eine grüne Oase in New York sein Eigen nennen kann. Jason Lindberg

image

Insgesamt acht Zimmer hat die Wohnung, drei davon als Schlafzimmer. Die Einrichtung ist ein Stilmix aus neuen Möbeln, Antiquitäten und Maßfertigungen einer spanischen Firma, sagt Uchitel. Jason Lindberg

image

Für New Yorker Verhältnisse hat die Maisonette ein großes Bad. Und es gibt ein zweites Badezimmer. Rund vier Millionen Euro kostet das Apartment von Diego Uchitel. Jason Lindberg

image

Das Apartment des Blenders: So wohnte Bernard Madoff an der Park Avenue
Finanzmakler Bernard Madoff verbüßt als Milliardenbetrüger eine 150-jährige Haftstrafe – und so hat er in seinem Apartment an der Upper West Side gelebt. Dort natürlich mit der besten Adresse, an der Park Avenue; auch im Schlafzimmer genoss er eine schöne Aussicht auf den Central Park und die Skyline. Imagination

image

Profiküche für das Hausmädchen. Rund eine Million Dollar kostete die Renovierung der Wohnung, zum Verkauf wurde sie für 100.000 Dollar weniger angeboten als die Madoffs noch 2004 für das Apartment bezahlt hatten. Imagination

image

Ironischerweise kauften Bernard Madoff und seine Frau die rund 214 Quadratmeter große Immobilie einem Geschäftsmann ab, der ebenfalls in Schwierigkeiten war. Hier zu sehen: Die Wohn- und Esszimmer. Imagination

image

Das Badezimmer kommt zeitlos modern daher. Vier Millionen Dollar, rund 3,1 Millionen Euro, kostet die Luxuswohnung des Finanzjongleurs Madoff an der Park Avenue. Imagination

image

Stadthaus in Greenwich Village, West Side Lower Manhattan
In Greenwich Village versteckt sich dieses Stadthaus in einer der für das Viertel typischen schmalen Straßen. „The Village" war schon immer eine Heimat für politische Aktivisten und Künstler: in den 1950ern für die Beatgeneration, in den 1960ern Zentrum für die Folkszene, für die Antikriegsbewegung und für die Homosexuellenbewegung. Auch heute noch wirkt das Viertel künstlerisch-liberal.

image

Gerard Rosenfeld und seine Frau Judith Zarin, beide in ihren 60ern, haben das fünf Stockwerke umfassende Stadthaus komplett renoviert. Die Straßenansicht des typischen Backsteinhauses haben sie belassen – den hinteren Teil haben sie jedoch bis zum dritten Stockwerk komplett verglast.

image

Die Gartenseite gibt den Takt vor – auch das Innenleben des Hauses ist modern eingerichtet. Investmentbanker Rosenfeld hat das Haus 2005 für knapp 6 Millionen Dollar gekauft. Es umfasst 603 Quadratmeter inklusive Kellergeschoß.

image

Erinnert an die Lithographien von M.C. Escher: Die Aufnahme des Treppenhauses. Ein großes Deckenlicht am Ende des Aufgangs sorgt für Lichteffekte. Anders als bei vielen anderen Stadthäusern New Yorks haben die Rosenfelds die Treppe mehr ins Zentrum des Hauses gerückt.

image

Der große Garten mit vielen Rückzugsecken. Rund 14,5 Millionen Euro kostet das Haus der Rosenfelds im West Village heute.

image

Ein Heim mit Geschichte in Harlem
Einst als gefährlich verschrien zieht es inzwischen immer mehr junge Menschen und Familien nach Harlem, die den Trubel, die Kultur des Stadtteils und die niedrigen Preise schätzen. Der vormalige Präsident Bill Clinton eröffnete 2001 sogar sein Büro in Harlem. Schon länger gehen auch hier die Immobilienpreise nach oben.

image

Nadja Fidelia, ehemals bei Lehman Brothers als Managing Director beschäftigt, kaufte ihr Brownstone-Haus in Harlem im Jahr 2001 für 600.000 Dollar. Mehr als ein Jahr lang renovierte sie die um 1900 erbaute Immobilie. Dabei war es ihr wichtig, die historischen Elemente zu erhalten und viel Farbe in das Haus zu bringen.

image

Ein Blick von oben auf den Garten und die umliegenden Häuser zeigt, auf welch engem Raum man doch einen grünen Rückzugsort schaffen kann. 297 Quadratmeter umfasst die Fläche des Hauses, für rund 1,4 Millionen Euro will Besitzerin Nadja Fidelia es nun verkaufen.

image

Indische Farbpalette im Flatiron District
Gleich um die Ecke beim berühmten, keilförmigen Flatiron-Hochhauses, das dem Wohn- und Geschäftsviertel im Bezirk Manhattan auch seinen Namen gibt, ist unsere siebte Wohnung beheimatet. Die Nachbarschaft wird aufgrund der vielen Werbeagenturen und Internetfirmen auch „Silicon Alley" genannt.

image

Besitzerin Phoebe Weseley hat sich bei der Auswahl der Inneneinrichtung von ihren vielen Reisen nach Indien inspirieren lassen. „Ich liebe den bunten Farbenmix, der oft auch Farben zusammenbringt, die man im Westen so nicht mischen würde", sagt sie.

image

Besitzerin Phoebe Weseley hat sich bei der Auswahl der Inneneinrichtung von ihren vielen Reisen nach Indien inspirieren lassen. „Ich liebe den bunten Farbenmix, der oft auch Farben zusammenbringt, die man im Westen so nicht mischen würde", sagt sie.

image

Ein Anwesen in den Hamptons
Wer dem dauernden Trubel der New Yorker Innenstadt entgehen will, ist hier richtig. Dieses Anwesen in den Hamptons im Osten von Long Island weit außerhalb der Stadt hat sich Jonathan Spier, ehemaliger Besitzer der Kleidermarke „Caribbean Joe", im Jahr 2004 für 3,7 Millionen Dollar gekauft. Er wollte im Grünen ausspannen.

image

Mit dauernder Entspannung wurde es dann doch nichts. Weil Jonathan Spier so viel Platz in seinem großzügig geschnittenen Haus und dem Grundstück hat, lädt er oft Freunde ein. „30 Leute sind schon mal zu Besuch, einige im Pool, einige spielen Tennis, andere nutzen das Outdoor-Spa", erzählt der Geschäftsmann.

image

Ein Blick in eines der Gästeschlafzimmer des Anwesens. Insgesamt gibt es in dem knapp 743 Quadratmeter großen Haus acht Schlafzimmer, sieben Bäder, drei Kamine und ein Fitnessstudio, letzteres im Keller.

image

In der Küche finden ebenfalls ausreichend Gäste Platz. Spier hat seine Firma 2006 verkauft und arbeitet jetzt als Risikokapitalgeber. Dabei bleibt offenbar Zeit für die Bewirtung von Freunden.

image

Mehr als 2,4 Hektar umfasst das Grundstück. In dem weitläufigen Garten laufen sich die Besucher also in der Tat nicht über den Weg.

image

Der Pool: In diesem Teil des Gartens finden „locker 50 bis 60 Menschen Platz", sagt Besitzer Jonathan Spier. Die Bäume ringsum schützen vor neugierigen Blicken. Rund 3,1 Millionen Euro kostet das Anwesen.