Nokia überrascht mit positiven Zahlen. Doch Anleger sollten einen kritischen Blick bewahren. dapd

Die am Donnerstag vorgelegten vorläufigen Geschäftszahlen von Nokia NOK1V.HE +1,56% Nokia Corp. Finland: Helsinki 6,82 +0,11 +1,56% 19 Sept. 2014 18:29 Volumen (​15 Min. verzögert) : 224,22 Mio. KGV 11,55 Marktkapitalisierung 25,13 Milliarden € Dividendenrendite 3,82% Umsatz/Mitarbeiter 266.889 € haben ein rosiges Bild für den Absatz bei Smartphones und in anderen Geschäftsbereichen gemalt. Aber es gibt gute Gründe, bei der Vorlage des endgültigen Quartalsberichts am 24. Januar genau hinzusehen.

Eines der kritischsten Themen für Nokia ist die finanzielle Situation, die in den Angaben vom Donnerstag nicht erwähnt wird.

Die Barbestände von Nokia sind auf einem stetigen Weg nach unten, seit der kanadische CEO Stephen Elop in einem kühnen Schritt angekündigt hat, in künftigen Handys das noch ungeprüfte Betriebssystem von Microsoft MSFT +1,80% Microsoft Corp. U.S.: Nasdaq $47,52 +0,84 +1,80% 19 Sept. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 136,55 Mio. NACHBÖRSLICH $47,28 -0,24 -0,51% 19 Sept. 2014 17:51 Volumen (​15 Min. verzögert) : 65,93 Mio. KGV 17,86 Marktkapitalisierung 384,64 Milliarden $ Dividendenrendite 2,61% Umsatz/Mitarbeiter 677.570 $ zu nutzen. Dieses schrumpfende Kapitalpolster weckt ernsthafte Sorgen um die langfristigen Zukunftsaussichten von Nokia.

Die meistverkauften Nokia-Handys

Per Ende September 2012 belief sich die Nettocash-Position von Nokia auf 3,6 Milliarden Euro, nach 4,2 Milliarden Ende Juni und 7 Milliarden Ende 2010, als Elop ans Ruder kam. Den teuren Strategiewechsel hat Nokia mit einer Reihe von Ratingabstufungen durch die drei großen Agenturen bezahlen müssen. Alle führen Nokia-Anleihen derzeit auf Ramschstatus.

Im Kampf um mehr Cash und niedrigere Kosten trotz zunehmender Verluste hat Nokia im Oktober die Konzernzentrale in einem Vorort von Helsinki für 170 Millionen Euro an den finnischen Immobilieninvestor Exilion Capital Oy verkauft und langfristig zurückgemietet. Zuvor hatten die Finnen über eine Anleihe 750 Millionen Euro eingesammelt.

Das Unternehmen hat außerdem Patente veräußert und einige Geschäftsbereiche ausgegliedert. So trennte sich Nokia Siemens Networks zum Beispiel in dieser Woche von seinem optischen Netzwerkgeschäft Optical Networks. Die Abteilung für Luxus-Telefone, Vertu, wurde bereits im vergangenen Jahr für einen nicht bekannten Preis an eine schwedische Private Equity-Firma verkauft.

Auch wenn es also scheint, als ob Nokia bei den Smartphone-Verkäufen langsam die Wende schafft: Der Weg ist noch weit. Darum wird der Barmittelbestand eine zentrale Rolle spielen, wenn Nokia in zwei Wochen die ganze Katze aus dem Sack lässt.

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