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Donnerstag, 14. Februar 2013, 11:59 Uhr

Moskau, Paris, Seoul: Schlösser besiegeln die ewige Liebe

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In jeder Stadt haben die Anhänger der Liebesschloss-Bewegung ihre Lieblingsorte. In Berlin ist es die Weidendammbrücke. Aber im Gegensatz zu anderen deutschen Gemeinden ist das Anbringen der Schlösser hier nicht erwünscht. "Wir lassen uns gerne als unromantisch beschimpfen, letztendlich geht es um die Sicherheit", heißt es. Darum werden Schlösser regelmäßig bei Kontrollgängen entfernt. Carsten Medom Madsen/Shutterstock

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In Florenz soll alles angefangen haben. Die Schüler der Akademie San Giorgio haben zum Ende ihrer Ausbildung die Schlösser ihrer Spinde an der Ponte Veccio angebracht. Später wurde dies von Liebenden als Brauch übernommen. Einen richtigen Schub erhielt die Bewegung durch einen Teenie-Roman im Jahr 2006, in dem sich die beiden Hauptfiguren ewige Liebe schwören, ein Schloss an der Milvischen Brücke anbringen und den Schlüssel in den Tiber werfen. Vladimir Melnik/Shutterstock

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In Verona hängen die Romantiker ihre Schlösser an die Gitter eines Tors an der Casa di Giulietta, dem angeblichen Elternhaus der Julia. Steven Bostock/Shutterstock

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Die Talismane der ewigen Liebe am Frankfurter Eisernen Steg. Noch machen sie keine Probleme, weder statisch noch optisch, sagt Peter Postleb, Leiter der Stabsstelle Sauberes Frankfurt. "Vor zwei Jahren fing es an, und zu jedem Valentinstag gibt es einen deutlichen Zuwachs", sagt er. Frankfurt duldet die Anbringung. Michael Coghlan/flickr CC2.0

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Perlenverziert, Herzform, liebevoll bemalt: Auch in Graz in Österreich hängen die Liebespaare ihre Schlösser auf. Der Schlüssel fliegt in die Mur. Mr. Green/Shutterstock

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Mit Tüchern an einem Geländer in Kiew, Hauptstadt der Ukraine. Verkhovynets Taras/Shutterstock

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Die Kölner Hohenzollernbrücke ist die deutsche Pilgerstätte der Lovelock-Bewegung - mit Abstand hängen hier die meisten Schlösser im Land. Sogar in einem Lied der Höhner wird das Phänomen besungen. Die Bahn, Eigentümerin der Brücke, sieht das Treiben gelassen. Ebenso die Stadt. "Ein netter, neuer Volksbrauch", kommentiert Gerd Neweling, Leiter des Amtes für Brücken und Stadtbahnbau. Henning Kaiser/dapd

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Aufgereiht in Ljubljana, Hauptstadt der Slowenen. Der zunehmend um sich greifende Trend wird auch kritisiert. Das hohe Gewicht der Schlösser lastet auf den Brücken und kann die Statik gefährden. Die Schlüssel, die ins Flussbett geschmissen werden, verschmutzen die Umwelt. Und die Korrosion der Schlösser kann die Brückengeländer rosten lassen - das ist gefährlich für die Sicherheit. dinozzaver/Shutterstock

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In Russland finden sich diese Liebesbäume auf der Lushkov Brücke. Frisch Verheiratete hinterlassen ihr Schloss gerne da. Anton Gvozdikov/Shutterstock

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Über die Meere reicht der Trend auch schon. In New York an der Brooklyn Bridge hängen sie noch vereinzelt, nur wenige bunte sind darunter. Leonard Zhukovsky/Shutterstock

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Muss Liebe schön sein: Die Anbringung dieses Schlosses dürfte nicht ganz so einfach gewesen sein. ChameleonsEye/Shutterstock

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Es sind nicht nur Einheimische, die die Schlösser an den Brücken und Sehenswürdigkeiten der Städte anbringen. Vor allem dort, wo so viele Schlösser wie hier in Paris auf der Pont des Arts zu finden sind, beschwören gerne Touristen ihre Gefühle. Gerade in der Stadt der Liebe ist das Anbringen der Schlösser beliebt. Nicht nur Schlösser - auch andere Dinge wie der Teddy, der hier zu sehen ist, landen am Brückengeländer. gagliardifoto/Shutterstock

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Der neue Brauch hat auch seine geselligen Seiten. Auf der Pont des Arts. Timur Emek/dapd

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In Prag finden sich hier und da Liebesschlösser, wie hier mit Blick auf die Burg. Manche sind der Meinung, dass der Brauch etwas völlig Falsches symbolisiert. „Das Schloss ist ein negatives Symbol, ein Symbol des Verschließens und des Einsperrens, also genau das Gegenteil von dem, was Liebe sein sollte", sagt Esther Pawloff, die in Paris arbeitet. Dalibor Valek/Shutterstock

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Bunte Schlösser in Salzburg. Tatiana Popova/Shutterstock

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Umweltbewusst in Asien: Für die Schlüssel gibt es in Seoul einen Einwurfkasten. hojusaram/CC2.0 flickr