Die deutsche Wirtschaft ist im vierten Quartal 2012 erstmals seit Ende 2011 wieder geschrumpft, was vor allem an schwachen Exporten und rückläufigen Investitionen lag. Nach Mitteilung des Statistischen Bundesamts (Destatis) sank das Bruttoinlandsprodukt (BIP) gegenüber dem Vorquartal preis- und saisonbereinigt um 0,6 Prozent. Das war der stärkste Quartalsrückgang der Wirtschaftsleistung seit dem ersten Quartal 2009. Im Vergleich zum Schlussquartal 2011 legte das BIP um 0,4 Prozent zu. Von Dow Jones Newswires befragte Volkswirte hatten einen Rückgang von 0,5 Prozent auf Quartalssicht und einen Anstieg von 0,5 Prozent im Jahresabstand prognostiziert.

Ausschlaggebend für den BIP-Rückgang war nach Angaben der Statistiker, dass die Exporte stärker sanken als die Einfuhren. Auch die Ausrüstungsinvestitionen sanken deutlich, die Bauinvestitionen geringfügig, während privater und staatlicher Konsum leicht zulegten.

Im gesamten Jahr 2012 stieg das BIP um 0,7 Prozent, bereinigt um die Zahl der Arbeitstage ergab sich ein Plus von 0,9 Prozent. 2011 war die deutsche Wirtschaft kalenderbereinigt noch um 3,1 Prozent gewachsen.

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