Flugreisende können kurz durchatmen. Nach den massiven Beeinträchtigungen am Freitag wird es am Wochenende keine Streiks an Flughäfen in Deutschland geben, teilte die Gewerkschaft Verdi mit. Da es im Streit um höhere Löhne des Sicherheitspersonals nach wie vor aber keine Lösung gibt, sollen nächste Woche die nächsten Arbeitskämpfe anstehen. Welche Flughäfen dann im Fokus stehen, ist noch nicht entschieden.

Am Wochenende soll es keine Streiks an deutschen Flughäfen geben. dapd

Am Freitag fiel wegen der Streiks in Hamburg und Köln knapp die Hälfte der geplanten Flüge aus. Insgesamt verhinderten streikende Passagier- und Gepäckkontrolleure rund 250 Starts und Landungen. Vor den Sicherheitsschleusen bilden sich lange Schlangen entnervter Fluggäste. Erst am Samstag dürfte sich der Flugbetrieb wieder normalisieren.

Eine Einigung im festgefahrenen Tarifkonflikt scheint noch weit entfernt. Der Arbeitgeberverband der privaten Sicherheitsunternehmen bleibt hart, und will nicht auf die Lohnforderungen seiner Beschäftigten eingehen. Die Lohnforderungen zwischen 30 bis 77 Prozent seien überhöht, sagte Verbandssprecher Oliver Arning am Freitag dem Wall Street Journal. Eine Einigung sei nur möglich, wenn die Gewerkschaft ihre Forderungen reduziere.

Davon wollen die Arbeitnehmer aber nichts wissen. "Wir werden den Kampf um höhere Löhne in der kommenden Woche fortsetzen", sagte Verdi-Sprecher Günter Isemeyer.

Schon am Donnerstag hatte die Gewerkschaft in Hamburg und in Düsseldorf gestreikt. Auch an diesem Tag blieben viele Maschinen am Boden. Reisende stiegen als Alternative auf Bus und Bahn um.

Die Geduld von Fluggästen wird derzeit auf eine harte Prüfung gestellt. Ende Januar war es in Düsseldorf und Köln/Bonn wegen des Streiks der Passagierkontrolleure schon einmal zu erheblichen Behinderungen gekommen. Hamburg war Mitte Januar bestreikt worden.

Hintergrund der Auseinandersetzungen sind Forderungen der Beschäftigten nach höheren Gehältern. Bei den Tarifverhandlungen gibt es allerdings regionale Unterschiede. In Hamburg verhandelt Verdi nur für die Angestellten privater Sicherheitsfirmen am Flughafen. Für andere Branchen des Sicherheitsgewerbes existieren noch Tarifverträge.

In Nordrhein-Westfalen kümmert sich die Gewerkschaft indes um rund 34.000 Beschäftigte des privaten Sicherheitsgewerbes in unterschiedlichen Branchen. Dazu gehören neben den Luftsicherheitsbeschäftigten an den Flughäfen auch Wachleute und Werksfeuerwehren in großen Unternehmen.

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