Aussagen und Handlungen von Großinvestoren haben oft kursbewegende Relevanz. Zum Wochenausklang bekommen das die Gold-Anleger zu spüren. Investor George Soros hat bereits im vierten Quartal 2012 seine Positionen auf einen steigenden Preis für das Edelmetall halbiert, wie am Freitag bekannt wurde. Der verbliebene Anteil hat nun nur noch einen Wert von 97,2 Millionen Dollar. In der Folge rutscht der Goldpreis erstmals seit dem 15. August 2012 wieder unter die Marke von 1.600 Dollar je Feinunze. Allerdings kann er sich aktuell wieder leicht über dieses Niveau retten und notiert bei 1.605,80 Dollar.

Es ist nicht das erste Mal, dass Sorros Bewegungen beim Goldpreis auslöst. Anfang 2011 hatte er dem Preis für das gelbe Metall "die ultimative Blase" bescheinigt und seine Positionen deutlich nach unten gefahren. Nach drei Quartalen sah er sich dann wieder dazu veranlasst, verstärkt in Gold zu investieren. Doch nach einem dreiviertel Jahr hat er Ende 2012 seine Positionen nun wieder deutlich nach unten gefahren.

Doch es gibt auch noch andere Großinvestoren, die sich im Gold engagieren - und die derzeit mehr Vertrauen in das Edelmetall haben. So verfügt John Paulson weiterhin über eine Anlage im Wert von 3,5 Milliarden Dollar in Gold. Doch kurzfristig dürfte der Glanz des Goldes etwas verblichen sein, denn es könnte noch weiter nach unten gehen. Analyst Frank McGhee von Integrated Brokerage rechnet mit einem Fall des Goldpreises bis auf 1.520 Dollar je Feinunze in den kommenden Wochen.

Er begründet dies mit einem anhaltenden Vertrauensverlust der Anleger in Gold. Auch die Anzeichen einer konjunkturellen Erholung dürften sich als Belastungsfaktor für das glänzende Metall erweisen, so der Marktbeobachter weiter. Und anders als bei Aktien oder Anleihen fallen für Investoren bei Gold auch keine Zinsen oder Dividenden ab. Da kann ein Investor wie George Sorros schon mal eine Kehrtwende hinlegen. Doch wenn das Gesetz der Serie hält, dann könnte er vielleicht zum Jahresende schon wieder auf die glänzenden Eigenschaften von Gold setzen.

Kontakt zum Autor: thomas.rossmann@dowjones.com