In der deutschen Industrie ruft das geplante Freihandelsabkommen zwischen der EU und den USA mit Blick auf China auch Bedenken hervor. "Protektionismus gegen China wäre genau die verkehrte Stoßrichtung", sagte der Außenwirtschaftschef des Deutschen Industrie- und Handelskammertages (DIHK), Volker Treier, dem Nachrichtenmagazin Focus. Eine Vielzahl der exportorientierten mittelständischen Unternehmen profitiere nicht von bilateralen Abkommen.

Im deutschen Interesse sei eine breit angelegte Politik des Freihandels, so Treier. "Mit den USA haben wir bereits einen gut florierenden Handel", so der Funktionär. "Wenn aber China das Abkommen als Affront sehen würde, könnte das heimischen Unternehmen schaden."

Die deutsche Wirtschaft leide unter der Abschottungstendenz einzelner Staaten wie China, Russland, Indien und Brasilien. Es sei darum wichtig, im Schulterschluss mit den USA und durch richtige Kommunikation einen Anreiz für weitere Freihandelsabkommen mit den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) zu schaffen.

Präsident Barack Obama hatte diese Woche in seiner Rede zur Lage der Nation in Washington gesagt: "Heute gebe ich bekannt, dass wir Verhandlungen über eine umfassende transatlantische Handels- und Investitionspartnerschaft mit der Europäischen Union starten werden." Die Bundesregierung begrüßte die Ankündigung. "Das ist ein wertvoller Beitrag für mehr Wachstum und Beschäftigung auf beiden Seiten", hatte Regierungssprecher Steffen Seibert gesagt. Die Bundesregierung hoffe, dass die "Voraussetzungen für die Verhandlungsaufnahme" noch unter irischer EU-Ratspräsidentschaft geschaffen würden.

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