Der US-Marsroboter Curiosity ist hunderte Millionen Meilen zum Mars geflogen. Aber jetzt geht es um Bruchteile von Zentimetern: Das 2,5 Milliarden Dollar teure mobile Labor soll bald zum ersten Mal den Boden des Planeten anbohren.

Der Rover – der im Auftrag der Nasa auf dem Mars nach Spuren von Leben sucht – kann rund fünf Zentimeter tief in den Boden des Planeten bohren. Dort ist die Mineralschicht, abgeschottet von den harten Bedingungen an der Oberfläche. Wissenschaftler der Raumfahrtbehörde Nasa wollen so an Mineralproben kommen, die zeigen, ob der kühle und trockene Planet jemals bewohnbar war.

Nach wochenlangen Tests und technischen Diskussionen sollen die Projektmanager des NASA-Labors in Kalifornien bald die genauen Bohrpläne bekanntgeben. Schon in der vergangenen Woche wurden die Vorhaben bis ins Detail geklärt – aber die Öffentlichkeit erfuhr zunächst nichts.

Die Probebohrungen und das Testen der Ausrüstung könnte um die sechs Wochen dauern, sagten Forscher. „Das ist für die Ingenieure eine enorme Herausforderung", sagte Chefwissenschaftler John Grotzinger.

Der eine Tonne schwere Roboter mit sechs Rädern steht jetzt am Grund einer Tiefebene namens Yellowknife. Dort sind die ältesten Felsen des Gale-Kraters, wo der Roboter Anfang August Landete

Bisher hat das unbemannte Fahrzeug 18.226 Bilder und fast 10 Gigabyte an Daten über die Mineralien, die Erde und die Luft des Planeten übermittelt. In fünf Monaten haben die Wissenschaftler drei Luftproben und drei Bodenproben analysiert. Und sie haben 100 Felsen und Bodenproben analysiert, indem sie sie zuerst mit dem Laser zerstört und dann den Staub untersucht haben.

„Was wir aber noch nicht ausprobiert haben, ist einen Stein anzubohren, das Pulver zu sammeln, es zu filtern und an unser Bordlabor zu senden", sagt Rob Manning, Chefingenieur der Mission. „Da können wir uns keine Fehler leisten."

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