Samsungs Galaxy und Apples iPhone sind die Referenzmodelle der Smartphone-Branche. Kein anderer Hersteller kann den beiden das Wasser reichen. Associated Press

Für viele Menschen ist die Auswahl ebenso polarisierend wie die zwischen Borussia Dortmund BVB.XE -0,61% Borussia Dortmund GmbH & Co. KGaA Germany: Xetra 4,91 -0,03 -0,61% 18 Sept. 2014 17:35 Volumen (​15 Min. verzögert) : 230.944 KGV 26,22 Marktkapitalisierung 454,11 Millionen € Dividendenrendite 2,04% Umsatz/Mitarbeiter 487.290 € und Schalke oder Steinbrück und Merkel. Heutzutage nennt man ein Apple AAPL +0,21% Apple Inc. U.S.: Nasdaq $101,79 +0,21 +0,21% 18 Sept. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 36,51 Mio. NACHBÖRSLICH $101,86 +0,07 +0,07% 18 Sept. 2014 19:44 Volumen (​15 Min. verzögert) : 775.827 KGV 16,34 Marktkapitalisierung 608,25 Milliarden $ Dividendenrendite 1,85% Umsatz/Mitarbeiter 2.214.380 $ iPhone entweder sein eigen oder man ist ein strikter Verweigerer. Letztere entscheiden sich überwiegend für das Galaxy S-III von Samsung Electronics, 005930.SE -1,31% Samsung Electronics Co. Ltd. S. Korea: KRX KRW1.210.000 -16.000 -1,31% 18 Sept. 2014 15:00 Volumen (​20 Min. verzögert) : 189.535 KGV 6,31 Marktkapitalisierung 203.194,09 Milliarden KRW Dividendenrendite 0,08% Umsatz/Mitarbeiter N/A wenn sie ein Gerät suchen, mit dem man gleichermaßen telefonieren, E-Mails versenden und im Internet surfen kann.

Zwar gibt es inzwischen auch bei Smartphones eine riesige Auswahl am Markt, doch der Kampf um die Spitzenplätze wird zunehmend nur noch zwischen zwei Herstellern ausgefochten: Apple und Samsung. Zusammen werden sie wahrscheinlich 49 Prozent aller Geräte ausliefern, die in diesem Jahr weltweit gekauft werden, und fast den kompletten Profit der Branche einstreichen.

Welche Gerät besser ist – darüber tobt im Netz tobt eine laute Meinungsschlacht. Für Investoren stellt sich derweil eine andere Frage: Welche der beiden Aktien hat man in den kommenden zwölf Monaten besser im Depot?

Für sich genommen, sind beide Gewinner. Seit 2009 haben sich die Kurse beider Aktien verdreifacht, trotzdem sind sie noch vergleichsweise günstig. Apple sitzt auf einem Cash-Bestand von 29 Milliarden Dollar, bietet eine Dividendenrendite von 2 Prozent. Und doch liegt der Kurs nur beim 10,5-Fachen des erwarteten Gewinns für 2013 und damit deutlich unter dem KGV-Mittelwert von 28 im vergangenen Jahrzehnt.

Die Samung-Aktie ist sogar noch ein gutes Stück günstiger, sie wird in Seoul zum 6,7-Fachen der aktuellen Gewinnprognose gehandelt. Von Experten werden beide Titel rundheraus empfohlen. 56 von 64 Analysten, die sich mit der Apple-Aktie beschäftigen, empfehlen sie zum Kauf, bei Samsung gilt das für 47 von 48 Analysten. Auch an Superlativen mangelt es nicht: Apple kommt gegenwärtig auf den höchsten Börsenwert eines Unternehmens überhaupt, während Samsung der umsatzstärkste Elektronikkonzern ist. Es gibt noch weitere Titel für die Südkoreaner: Sie sind der größter Hersteller von Fernsehern, der größte Hersteller von LCD-Bildschirmen und der zweitgrößte Chiphersteller nach Intel. INTC +0,54% Intel Corp. U.S.: Nasdaq $35,17 +0,19 +0,54% 18 Sept. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 22,07 Mio. NACHBÖRSLICH $35,10 -0,07 -0,20% 18 Sept. 2014 19:15 Volumen (​15 Min. verzögert) : 1,75 Mio. KGV 16,99 Marktkapitalisierung 173,19 Milliarden $ Dividendenrendite 2,56% Umsatz/Mitarbeiter 501.041 $

Wer wird also am Ende der Sieger sein? Der Querdenker in mir sagt Samsung. Der Konzern hat beim Ranking der 100 größten Weltmarken von BrandZ in diesem Jahr einen Sprung um zwölf Plätze gemacht und landete trotzdem nur auf Rang 55 – da gibt es noch viel Raum nach vorne! Apple anzufeuern erscheint verglichen damit so originell und unangenehm als Fan von Bayern München zu sein.

Medien mit Lust des Königsmörders

Doch auch wenn Samsung tatsächlich der Außenseiter sein sollte, Apple ist zweifellos die stärker unterbewertete Aktie. Deshalb geht der Vorteil in dieser Runde der Schwergewichte an Apple nicht durch K.O., aber nach Punkten.

Rund um den Globus streiten Apple und Samsung um die Frage, ob die Südkoreaner im Wesentlichen bei Apple abgekupfert haben oder nicht. dapd

Im Moment scheint es so, als sei die Nummer eins der Weltmarken auch das am meisten missverstandene Unternehmen weltweit. Seitdem die Apple-Aktie Mitte September einen Rekordstand von 702 Dollar markierte, korrigierte der Kurs um 25 Prozent gegeben – im Tief bis auf 526 Dollar. Es gab schon länger Befürchtungen, der Konzern könnte nach dem Tod des genialen Chefs Steve Jobs seinen kreativen Weitblick verloren haben. Jüngste Fehltritte verstärkten diese Angst: Die kleinkarierte Entscheidung etwa, Google GOOG +0,77% Google Inc. Cl C U.S.: Nasdaq $589,27 +4,50 +0,77% 18 Sept. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 1,43 Mio. NACHBÖRSLICH $588,20 -1,07 -0,18% 18 Sept. 2014 19:27 Volumen (​15 Min. verzögert) : 13.806 KGV N/A Marktkapitalisierung 398,41 Milliarden $ Dividendenrendite N/A Umsatz/Mitarbeiter 1.321.030 $ Maps vom neuen iPhone zu verbannen, ließ den Konzern fast ängstlich gegenüber der Konkurrenz erscheinen.

Auch die gut dokumentierten, unwürdigen Arbeitsbedingungen bei Apple-Zulieferern nährten den Verdacht, der Konzern habe nicht mehr alles im Griff. Und schließlich gelang es Apple nicht einmal, ausreichend iPhones herzustellen, um die stürmische Nachfrage zu bedienen. Die Medien rochen Blut. Mit der Lust des Königsmörders verkündeten sie lautstark den beginnenden Niedergang des Technikgiganten.

Für Apple wurde es ungemütlich, als der Konzern Ende Oktober seine Drittquartalszahlen zeigen musste. Zwar stieg der Umsatz um satte 27 Prozent und der Gewinn um 24 Prozent, doch konnte das Unternehmen die Erwartungen der vielen professionellen Beobachter nur so knapp übertreffen wie in vielen Jahren zuvor nicht. Schlimmer noch: Für das vierte Quartal versprach das Unternehmen nurmehr 11,75 Dollar Gewinn je Aktie, also deutlich weniger als jene 13,87 Dollar, die vor einem Jahr unter dem Strich standen.

Strategieänderung kam 2010

Überdies nahm Apple das Ziel für die Bruttomarge von 40 auf 36 Prozent zurück, worauf Fondsmanager sich den Reim machten, jetzt verliere der iPhone-Hersteller langsam seinen Wettbewerbsvorteil. An der Wall Street hieß es, Apple sei vom Wachstums-Überflieger zurückgefallen auf gerade mal gesundes Wachstum und deshalb sei es jetzt Zeit, die Notbremse zu ziehen.

Was Investoren nicht begriffen haben: Die Senkung der Margenziele ist Teil der Langzeitstrategie von Apple. Aktuell verdient der Konzern zwei von drei Dollar mit dem iPhone, mit ihnen stieg die Bruttonmarge bis auf 55 Prozent. Doch als Apple sein Kultgerät auf den Markt brachte, trat es gegen die Geräte von Herstellern wie Nokia NOK1V.HE +1,05% Nokia Corp. Finland: Helsinki 6,71 +0,07 +1,05% 18 Sept. 2014 18:29 Volumen (​15 Min. verzögert) : 15,62 Mio. KGV 11,37 Marktkapitalisierung 24,87 Milliarden € Dividendenrendite 3,87% Umsatz/Mitarbeiter 266.889 € und Research in Motion an, die seinerzeit technisch und in Sachen Marktanteil führend waren.

Das neue Galaxy Note 2 ist noch kein richtiges Tablet, aber größer als ein Smartphone. Das Gerät läuft unter der Bezeichnung Smartlet. Reuters

„Die Strategie von Apple war es seinerzeit, mit einem Premiumprodukt zu einem Premiumpreis herauszukommen, das beste nur denkbare Gerät zu liefern, und Marktanteile ganz am oberen Ende der Gerätepalette abzuknabbern", erinnert Tony Ursillo, Technologieanalyst bei Loomis Sayles.

Das war eine Strategie, die Apple schon auf dem Computermarkt mit großem Erfolg umgesetzt hatte, als sich das Unternehmen mit iMacs und iBook seine lukrative Nische auf einem Markt eroberte, der bis dato von Dell, Hewlett-Packard HPQ +0,93% Hewlett-Packard Co. U.S.: NYSE $37,01 +0,34 +0,93% 18 Sept. 2014 16:01 Volumen (​15 Min. verzögert) : 7,80 Mio. NACHBÖRSLICH $37,02 +0,01 +0,03% 18 Sept. 2014 18:39 Volumen (​15 Min. verzögert) : 36.552 KGV 13,76 Marktkapitalisierung 68,44 Milliarden $ Dividendenrendite 1,73% Umsatz/Mitarbeiter 354.132 $ und IBM IBM +0,49% International Business Machines Corp. U.S.: NYSE $193,75 +0,95 +0,49% 18 Sept. 2014 16:01 Volumen (​15 Min. verzögert) : 2,94 Mio. NACHBÖRSLICH $193,75 0,00 % 18 Sept. 2014 17:20 Volumen (​15 Min. verzögert) : 26.716 KGV 12,18 Marktkapitalisierung 197,87 Milliarden $ Dividendenrendite 2,27% Umsatz/Mitarbeiter 229.711 $ kontrolliert wurde.

Die Strategie änderte sich, als Apple 2010 mit dem Verkauf von Tablet-Computern begann. Hier handelte es sich um einen ganz neuen Markt, der erst von Apple entwickelt wurde und auf dem es keinen etablierten Wettbewerber gab. In diesem Fall ging es Apple darum, ein so großes Stück vom Kuchen abzuschneiden wie nur irgend möglich – und es für die Nachfolger so schwer wie möglich machen, in diesem Geschäft überhaupt einen Fuß in die Tür zu bekommen. Deswegen wurden die Tabletts auch preislich viel aggressiver vermarktet - zumindest verglichen mit den sonstigen Standards von Apple. Die 32 Prozent Marge, die das iPad abwirft liegt deutlich unter dem Durchschnitt des gesamten Konzerns. Aber die Strategie ist aufgegangen. Zwei Jahre, nachdem das iPad auf den Markt gekommen ist, verkauft der Hersteller noch immer zwei von drei Tablets, die insgesamt in den Handel kommen.

Apples kuscheliges Universum

Der brillante Marktanteil fiel zwar im dritten Quartal auf 50 Prozent, was Anleger zusätzlich verunsicherte. Doch wahrscheinlich ist die Delle von nur kurzer Dauer, weil die Käufer auf die neuen Geräte gewartet haben, die gerade auf den Markt kommen. Wie geplant begann Apple dieser Tage mit dem Verkauf des iPad Mini zum Startpreis von 329 Dollar (und noch geringeren Margen). Analysten rechnen damit, dass Apples Anteil am Gesamtmarkt wieder deutlich steigen wird, obwohl es ebenfalls neue Geräte von Google und Microsoft MSFT +0,34% Microsoft Corp. U.S.: Nasdaq $46,68 +0,16 +0,34% 18 Sept. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 34,67 Mio. NACHBÖRSLICH $46,79 +0,11 +0,24% 18 Sept. 2014 19:37 Volumen (​15 Min. verzögert) : 877.444 KGV 17,55 Marktkapitalisierung 383,32 Milliarden $ Dividendenrendite 2,66% Umsatz/Mitarbeiter 677.570 $ gibt.

Apple, Google, Samsung: Wer ist der Tech-König der Börse?

Letztlich geht es Apple darum, eine große, verlässliche Anhängerschaft für die eigenen Produkte aufzubauen. Wir stecken die Apple-Aktie zwar in die Kategorie der Technologie- oder Konsumtitel, aber die Art und Weise, wie es Apple gelingt, die Käufer an den Haken zu bekommen und ihnen noch mehr Geräte zu kaufen, würde auch einem Pharmaunternehmen zur Ehre gereichen – einem, dem eine Eigenkapitalrendite von 43 Prozent gelingt. Studien zeigen, dass Käufer eines iPhone wahrscheinlich später auch noch ein iPad oder ein MacBook erwerben, mindestens aber Musik und Filme über iTunes laden – und damit das gesamte kuschlige Universum ausfüllen, das Apple ihnen mit seiner Welt bietet.

Der „lebenslange Wert des Angebots ist riesig", sagt Tech-Analyst Ursillo. „Das ist der eigentliche Grund, weshalb Apple bereit ist, etwas Schwund bei der Marge hinzunehmen, damit eine feste Kundenbasis entsteht."

Kritiker beunruhigt das komplett auf den Geräteverkauf ausgerichtete Geschäftsmodell das Unternehmens dagegen. Das Geld wird ausschließlich mit den Geräten verdient, nicht aber mit späterem Service. Das sorgt natürlich für Druck, von Quartal zu Quartal neue Geräte und mehr von ihnen zu verkaufen.

Josh Spencer, der Manager des T. Rowe Price TROW +1,15% T. Rowe Price Group Inc. U.S.: Nasdaq $80,21 +0,91 +1,15% 18 Sept. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 901.213 NACHBÖRSLICH $80,21 0,00 % 18 Sept. 2014 17:08 Volumen (​15 Min. verzögert) : 16.838 KGV 18,02 Marktkapitalisierung 20,86 Milliarden $ Dividendenrendite 2,19% Umsatz/Mitarbeiter 670.483 $ Global Technology Fund, lässt das nicht gelten. Hier werde verkannt, dass das Geschäft quasi wie eine fortlaufende Geldmaschine funktioniert. „Kunden, die sich dem Ökosystem verschrieben haben, erneuern ihre Geräte verlässlich alle paar Jahre", sagt Spencer. Hinzu kommt: Der Verkaufspreis für das iPhone wird heftig von den Mobilfunkanbietern subventioniert. Wer eins hat, giert schon nach dem nächsten Modell, bevor sein Vertrag nach zwei Jahren ausläuft.

Und der Kult um Apple scheint noch erheblich wachsen zu können. Apple hat Vertriebsvereinbarungen mit 255 Mobilfunkanbietern in 114 Ländern der Erde, das ist noch deutlich weniger als der Blackberry-Hersteller RIM, der auf 580 Anbieter in 165 Ländern kommt. Analyst Chris Whitmore von der Deutschen Bank DBK.XE +2,33% Deutsche Bank AG Germany: Xetra 27,71 +0,63 +2,33% 18 Sept. 2014 17:35 Volumen (​15 Min. verzögert) : 10,27 Mio. KGV N/A Marktkapitalisierung 37,35 Milliarden € Dividendenrendite 2,71% Umsatz/Mitarbeiter 420.767 € schätzt, dass Apple mit seinem Angebot weltweit 1,8 Milliarden Mobilfunknutzer erreichen könnte. Auf Basis der Smartphones und Tablets, die in den vergangenen zwei Jahren verkauft wurden, schätzt Whitmore, dass Apple bisher erst zehn Prozent seines potenziellen Marktes erschlossen hat. „Apple hat enorm viel Platz zu wachsen, in Form von Marktdurchdringung und über Verträge mit zusätzlichen Mobilfunkanbietern."

Mit dem iPad mini schließt Apple die Lücke zwischen iPhone und iPad und zielt auf Kunden, die sich zwar einen größeren Bildschirm wünschen, als ein Smarthone ihn bietet, aber kein schweres Gerät. Reuters

Deshalb sieht Whitmore das Kursziel der Apple-Aktie bei 800 Dollar. Ganz leise ist es Apple gelungen, alle wesentlichen Geräte bis zum Weihnachtsgeschäft zu überholen. Es gibt ein neues iPhone, das bis Dezember in 100 Ländern angeboten werden soll. Die vierte Generation des iPad ist da, das iPad Mini und ein verbessertes MacBook Pro. Angesichts dessen und angesichts der eher geringen Erwartungen der Anleger dürfte es für Apple ein besonders fröhliches Weihnachtsfest werden.

Auf der anderen Seite des Pazifik gibt es Samsung Electronics, und das Unternehmen ist ebenfalls keine Niete. Das Flaggschiff der noch größeren Samsung-Gruppe hat sich einen Namen gemacht als seriöser Hersteller von Computerchips, Flachbildschirmen und Haushaltsgeräten.

Samsung ist Apples werthaltigster Feind

Das änderte sich 2010, als das Unternehmen die erste Reihe seiner Galaxy-Smartphones zunächst auf den Markt brachte. In den ersten 45 Tagen nach dem Verkaufsstart in den USA verkaufte Samsung mehr als eine Million Geräte. Inzwischen setzt das Unternehmen mehr Smartphones ab als irgendwer sonst - der Marktanteil stieg bis auf 31 Prozent, von 3,4 Prozent im Jahr 2009. Überwiegend ging das Wachstum zu Lasten der einstigen Marktführer wie Nokia und Research In Motion.

Auch Samsung hat viele Fans. Walter Price, Co-Manager des Allianz RCM Technology Fund, glaubt, dass der Markt für Smartphones in der entwickelten Welt sich langsam der Sättigung nähert und dass stärkeres Wachstum als nächstes von Schwellen- und Entwicklungsländern zu erwarten ist. „Davon sollte Samsung im nächsten Jahr mehr als Apple profitieren, weil der niedrigere Preis hier ausschlaggebend ist, um Marktanteile zu gewinnen", sagt Price. Er ist selbst in Apple-Aktien investiert, hat für qualifizierte Investoren aber sowohl Samsung-Aktien in Seoul erworben als auch die in London gehandelten Hinterlegungsscheine.

Unter den Herstellern ist Samsung der werthaltigste Feind von Apple. Smartphones machen zwei Drittel seines Gewinns aus; aber anders als Apple stellt Samsung seine Chips und Displays selbst her und hat damit eine enorme Kontrolle über die eigenen Produkte.

Überdies hat Samsung einen hervorragenden Partner im Hintergrund. Die Südkoreaner sind der größte Hersteller von Smartphones, die auf dem Betriebssystem Android laufen, das von Google entwickelt wurde und ohne Lizenzzahlungen verfügbar ist, weil es dem Suchmaschinengiganten vor allem darum geht, mit Android den Markt für mobile Werbung aufzumischen. Android kontrolliert inzwischen zwei Drittel des Marktes für Handy-Betriebssysteme und stellt Apple mit seinem iOS-System weit in den Schatten, das gerade einmal auf 19 Prozent kommt.

Weil Samsung keine Kosten hat, das Betriebssystem weiterzuentwickeln und auch keine Lizenzgebühren bezahlen muss, kann es sich das Unternehmen leisten, günstigere Geräte anzubieten, mit denen es das mittlere Marktsegment und das untere Ende bedient.

Apple dagegen kontrolliert beides: Hardware und Software. Auch das hat Vorteile: So kann das Unternehmen seinen Nutzern ein noch geschlosseneres Anwendungserlebnis bieten. Auch hängt das Schicksal von Apple anders als das von Samsung nicht an einem ebenfalls ehrgeizigen Wettbewerber. Derzeit ist das Geschäft mit der Suche nach Inhalten im Web für Google so lukrativ, dass der Internetgigant keinen Druck hat, richtig in das Geschäft mit Geräten einzusteigen. Doch der Kauf des einst großen amerikanischen Herstellers Motorola MSI +0,21% Motorola Solutions Inc. U.S.: NYSE $62,04 +0,13 +0,21% 18 Sept. 2014 16:04 Volumen (​15 Min. verzögert) : 1,95 Mio. NACHBÖRSLICH $62,04 0,00 % 18 Sept. 2014 16:29 Volumen (​15 Min. verzögert) : 6.761 KGV 9,93 Marktkapitalisierung 15,53 Milliarden $ Dividendenrendite 2,19% Umsatz/Mitarbeiter 371.905 $ durch Google muss Samsung durchaus Sorgen machen.

„Es gibt etliche Android-Hersteller da draußen, auch wenn Samsung noch der größte von ihnen ist", sagt Fondsmanager Spencer von T. Rowe Price. „Das, was Samsung Google bietet, ist weit weniger einzigartig in seiner Bedeutung als umgekehrt." Derzeit würden alle Samsung genau das zuschreiben, was sie einst über Nokia sagten, als die Finnen noch im Zenit der Handywelt standen. „Riesiges Unternehmen, hervorragende Produktion, große Verkaufszahlen, bessere Kostenstrukturen, und es dominiert den mittleren und unteren Markt. Aber sehen sie sich Nokia mal heute an", sagt Spencer. Einst der Weltmarktführer bei kabellosen Telefonen sackten die Finnen nach Zahlen der Marktforscher von Gartner im dritten Quartal auf Platz 7 in der Smartphone-Rangfolge.

Das Drama spielt auch vor Gericht

Dass Google und Microsoft jetzt auch ins Geschäft mit den mobilen Geräten einsteigen, spricht für Apples Modell der vertikalen Integration. Dass Apple das Ökosystem seiner Geräte kontrolliere und auch die Nutzererfahrung im Griff habe, mache erst die hohen Preise möglich, sagt Analyst T. Michael Walkley von Canaccord Genuity. Das sei der Grund dafür, dass es Apple gelinge, mit lediglich 19 Prozent Marktanteil bei den Smartphones auf einen Anteil von 68 Prozent beim weltweiten Betriebsgewinn der Branche zu kommen.

Das Drama Apple gegen Samsung spielt längst auch in den Gerichtsälen rund um den Globus. Ein Geschworenengericht in San José verdonnerte Samsung in diesem Jahr zu einer Zahlung von einer Milliarde Dollar an Apple für die Verletzung verschiedener Design-Patente. Andernorts läuft es für den Konzern aus dem kalifornischen Cupertino aber schlechter, ob nun in Großbritannien oder Korea. Apple-Investoren müssen deshalb erleichtert sein, dass das Unternehmen sich mit anderen Wettbewerbern von Nokia und HTC verglichen hat, gegen Zahlungen von Lizenzgebühren.

„Aus geschäftlicher Sicht ist es sehr sinnvoll, sich mit kleineren Wettbewerbern zu einigen", sagt Manotti Jenkins, Prozessanwalt für geistiges Eigentum bei der Valorem Law Group. „Man vermeidet erhebliche Verfahrenskosten und kommt an Lizenzzahlungen, die man in den Kampf gegen Samsung stecken kann."

Sollten noch mehr Hersteller von Android-Smartphones gezwungen sein, Lizenzzahlungen an Apple zu leisten, sähe das Betriebssystem nicht mehr so frei aus wie zunächst gemeint. Außerdem besteht das Risiko, dass beide Seiten am Ende eines langen juristischen Tauziehens zahlen müssen. Apple bezieht Chips und Displays von Samsung und sucht inzwischen nach Ausweichmöglichkeiten. Samsung schlägt inzwischen zurück und wehrt sich gegen die hohen Abschläge auf die Einzelteile, die Apple fordert.

„Apple wünscht sich von Samsung mehr Kapazitäten für seine Prozessoren, die die Südkoreaner exklusiv für Apple produzieren. Da die Amerikaner sich aber nicht langfristig gebunden haben, also nicht über 2013 hinaus, weigert sich Samsung, Milliarden zu investieren", um die Produktion aufzustocken, schreibt Bernstein-Analyst Mark Newman. „Das Risiko von Samsung liegt in Überkapazitäten, das Risiko von Apple besteht darin, in der zweiten Jahreshälfte 2013 nicht ausreichend Prozessoren für iPhones und iPads zu bekommen."

Eskalierend wirkt in dieser Situation, dass Samsung in seiner Werbung den Apple-Kult verulkt. Samsung weiß, was es bedeutet, ein Image-Problem zu haben. Der Konzern gilt noch immer als Massenhersteller von Chips, sagt James Thom, Portfoliomanager bei Aberdeen Asset Management ADN.LN +1,85% Aberdeen Asset Management PLC U.K.: London GBp435,50 +7,90 +1,85% 18 Sept. 2014 16:35 Volumen (​15 Min. verzögert) : 3,72 Mio. KGV 0,18 Marktkapitalisierung 5,62 Milliarden GBp Dividendenrendite 3,10% Umsatz/Mitarbeiter 622.163 GBp in Singapur, auch wenn dieser Teil nur für 16 Prozent des Gewinns steht. Was wenige wissen: Samsung gehören Mehrheiten an etlichen Tochtergesellschaften, die auf einen Buchwert von etlichen Milliarden Dollar kommen. Der Gründerfamilie gehören 15 Prozent an dem Konzern.

Analyst Daniel Kim von Macquarie aus Seoul schätzt, dass das Galaxy Note II, ein Smartphone-Tablet-Hybrid der zweiten Generation, sich doppelt so gut verkaufen wird wie das erste Gerät seiner Art, von dem immerhin 13 Millionen Stück über den Ladentisch gingen.

Weniger Wachstum bei Apple? Kein Desaster

Der größte Vorteil des Smartphone-Flaggschiffs S-III – ein 4,8-Zoll-Bildschirm – ist dagegen mittlerweile verblasst, weil auch bei den Wettbewerbern immer größere Bildschirme zum Einsatz kommen und zugleich die Tablets kleiner und leichter werden.

Im vergangenen Quartal hat Samsung massiv davon profitiert, als einziger großer Hersteller mit einem neuen Gerät am Markt zu sein. Folglich fiel der Gewinn um 91 Prozent stärker aus als im Vorjahr. Die operative Gewinnmarge von 19 Prozent fiel so hoch aus wie in zwei Jahren nicht. Wird Samsung das Tempo angesichts des Wettbewerbs halten? Analysten halten das für möglich und sehen das Kursziel der Samsung-Aktie im Schnitt 31 Prozent über der aktuellen Notierung.

Die Geschichte von Samsung

Samsung Tomorrow

Bei Apple wird sich das fanatische Wachstum dagegen abschwächen, aber das muss kein Desaster sein. Auch die IBM-Aktie war noch erfolgreicher als andere, als das Unternehmen zu einem gesättigten Industriegigant wurde. Bei Apple dürfte der Gewinn je Aktie immer noch zweistellig zulegen, leise hat das Unternehmen begonnen, Dividenden zu zahlen und Aktien zurückzukaufen.

Mit einem Cash-Bestand, der 6 Prozent seines gigantischen Marktwertes entspricht und einer Ausschüttungsquote von 20 Prozent des Gewinns – und damit deutlich weniger als die 32 Prozent bei Microsoft – bleiben Apple viele Möglichkeiten, die eigenen Aktionäre zu belohnen.

Trotzdem wird Apple mit einem Abschlag von 20 Prozent auf den Gesamtmarkt gehandelt. „Am Ende", gibt Technologieanalyst Ursillo zu bedenken, „wird das gesamte Spiel von Forschung, Entwicklung und Design vorangetrieben – und nicht von Effizienz in der Herstellung." Mit anderen Worten: Samsung macht die Handys, die wir nutzen. Aber Apple stellt Dinge her, von denen wir nicht wussten, dass wir sie haben wollen.

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