Blush von ShopTouch ist perfekt für die, die sich in der Vergangenheit eher selten Gedanken über die perfekte Kombination von Essen und Getränk gemacht haben.

Weihnachten steht kurz vor der Tür, die Zeit des Essens, Trinkens und Genießens beginnt. Na gut, seien wir ehrlich: Es kommt die Zeit, in der wir wie verrückt kochen, uns Sorgen darum machen, was für Getränke auf den Tisch kommen und wir uns total gestresst fühlen. Und da ist es ganz egal, ob man ein Laie ist, oder bereits seit Jahren leidenschaftlich gerne in der Küche steht.

Glücklicherweise gibt es ein paar nützliche Werkzeuge, die uns das Leben leichter machen können. Und die finden wir in unseren Hosentaschen. Es gibt tausende kleine Ess- und Trink-Apps für iOS- und Android-Geräte. Viele sind kostenlos, einige kosten 89 Cent und mehr.

In der vergangenen Woche habe ich mehr als eine Handvoll bekannter Trink- und Rezepte-Apps ausprobiert. Und dabei bin ich noch nicht einmal für die Zubereitung des Truthahns zum Erntedankfest zuständig. Ich habe Programme getestet, mit denen man den perfekten Wein für ein Essen findet, ich habe Apps gefunden, mit denen man die beliebtesten Rezepte auf Pinterest sammeln kann und ich habe mein iPad in einen virtuellen Messbecher für Lebensmittel verwandelt.

Mit My Recipe Book kann man Rezepte aus dem Internet sammeln. Verantwortlich für das Programm ist die Firma Cross Forward Consulting.

Angefangen habe ich mit den Wein-Apps. Blush von ShopTouch ist perfekt für die, die sich in der Vergangenheit eher selten Gedanken über die perfekte Kombination von Essen und Getränk gemacht haben. Das Programm ist kostenlos, bisher jedoch nur für das iPhone verfügbar. Man findet Erfahrungsberichte und Bewertungen und kann sich den kürzesten Weg zum nächsten Wein-Geschäft anzeigen lassen.

Nachdem ich gefragt wurde, ob ich einen Wein zum Abendessen, als Geschenk oder für ein Treffen mit Freunden oder Familie haben möchte, leitete mich Blush durch einen fünfstufigen Fragenparcours. Was ich essen will, ob ich es eher scharf mag und sogar, wie ich meinen Kaffee trinke – all das musste ich beantworten. Abschließend sollte ich noch eingeben, in welchem preislichen Rahmen sich der Wein befinden soll. Und voilà: Schon schlug mir Blush einige Weine vor.

Die App hat außerdem einen Barcode-Scanner, mit dem man Weinflaschen einlesen kann. Im hellbeleuchteten Supermarkt funktionierte das hervorragend. In einem dunklen Restaurant eher nicht. Häufig zeigten die Suchergebnisse zwar den richtigen Weinproduzenten – doch die korrekte Traube und das richtige Jahr wurden eher selten gefunden. Und der Vorschlagsalgorithmus von Blush kann manchmal etwas starr sein. Als ich zum Beispiel angab, Fisch zu essen, wurden mir nur Weißweine angezeigt. Eine rote Alternative gab es nicht.

ShopTouch hat erklärt, man werde dem Programm in den kommenden Wochen einige Verbesserungen spendieren und weitere Weihnachtsempfehlungen hinzufügen.

Für Weinkenner empfiehlt sich das auf einem Abomodell basierende Programm WineRatings+ von Wine Spectator. Hier findet man über 275.000 Bewertungen. Zum Vergleich: In der Datenbank von Blush werden nur 56.000 gelistet. Auch WineRatings+ gibt es als App nur für iOS. Allerdings verfügt die Internetseite WineSpectator.com über eine mobile Version, die auch auf Android-Geräten gut aussieht.

WineRatings+ ist ein kostenloser Download. Auch für einige Inhalte muss man nichts bezahlen. Wer jedoch vollen Zugriff auf alle Daten haben möchte, der muss 2,69 Euro pro Monat ausgeben.

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Die App von WineSpectator verfügt über eine „Erziehungsfunktion". Dort findet man hilfreiche Videos zum korrekten Entkorken einer Flasche und über das richtige Probieren. Unter WS360 findet man interessante Artikel über Wein.

Ich persönlich fand WineRatings+ sehr hilfreich. Ich bekam tiefergehende und vertrauenswürdige Informationen über spezielle Wein. Allerdings ist es keine App, die einem schnell die Frage nach dem richtigen Wein zur Käseplatte beantwortet. Es geht mehr um Inhalte und nicht darum, wo in der Nähe man die Produkte auch kaufen kann.

Wenn es darum geht, Rezepte zu finden und zusammenzustellen, dann beschränken sich die wenigsten Menschen auf nur ein Buch (tut mir leid, Julia Child). Darum habe ich mir My Recipe Book angeschaut, eine neue App fürs iPad. Das Programm kostet 1,79 Euro, ist momentan allerdings nur auf Englisch erhältlich. Mit My Recipe Book kann man Rezepte aus dem Internet sammeln. Verantwortlich für das Programm ist die Firma Cross Forward Consulting.

Am oberen Ende der App befindet sich ein „Sites"-Button, über den man auf ein Dutzend unterschiedlicher Webportale zugreifen kann. Im Angebot sind unter anderem Martha Stewart, Allrecipes und Epicurious – alles aus der App heraus, man muss das Programm also nicht verlassen. Von dort kann man anschließend mit dem „Easy Import", also einfachen Import, oder dem „Custom Import", also angepassten Import von Rezepten fortfahren.

Das 1,79 Euro teure Programm Kitchen Aid Kit Pro verfügt über eine virtuelle Funktion, mit der man jedes Glas in einen Messbecher verwandeln kann.

So gelang es mir ohne Probleme, Libbys Kürbiskuchen-Rezept ins Rezeptbuch der App zu importieren. Auf Pinterest stieß ich auf ein Karamellriegel-Rezept, das ich angepasst übernahm. Allerdings gab es nicht viel Text, den man hätte überarbeiten können. Wer Fotos mag, der kann auch eigene Bilder hinzufügen. Ein Vorteil von My Recipe Book: Man kann sich die Rezepte auch offline ansehen. Als ich mit meinem iPad mini, das nur per WLAN mit dem Internet verbunden werden kann, in den Supermarkt ging, konnte ich also immer noch auf meine Rezepte zugreifen.

Ich habe My Recipe Book Seite an Seite mit Kitchen Aid Kit Pro verwendet, das es ebenfalls für das iPad gibt. Das 1,79 Euro teure Programm verfügt über eine virtuelle Funktion, mit der man jedes Glas in einen Messbecher verwandeln kann. Am Anfang kann man dabei schon auf Probleme stoßen. Doch es gibt hilfreiche Anleitungen innerhalb der App.

Ich habe die Instruktionen befolgt und ein Glas neben das iPad mini gestellt. Mit dem Finger musste ich anschließend den Messbecher der App auf die Größe meines Glases anpassen. Da man den Umfang des virtuellen Messbechers nicht wirklich verändern kann, muss man die Größe abschätzen. Am Ende wurde mir die Größe meines Glases anhand verschiedener Einheiten angezeigt.

Am oberen Ende der App finden sich verschiedene Rezeptbestandteile wie Cranberrys, Sahne und Mehl mit der zugehörigen Kalorienzahl.

Meal Planning von Food on the Table ist kostenlos und auf Englisch für iPhone und Android-Smartphones verfügbar. Bekannt ist das Programm für die Unterstützung beim Planen einer Mahlzeit.

Das Design der App ist sehr schön. Doch ich bin mir ziemlich sicher, dass ein echter Messbecher die bessere Alternative ist. Außerdem gehört schon ein wenig Mut dazu, ein Glas voll Milch oder anderer Flüssigkeiten neben ein iPad zu halten.

Für Tupperware -Liebhaber gibt es dann noch eine App für Reste-Rezepte. Meal Planning von Food on the Table ist kostenlos und auf Englisch für iPhone und Android-Smartphones verfügbar. Bekannt ist das Programm für die Unterstützung beim Planen einer Mahlzeit. Während der Weihnachtszeit fügt die App Rezepte zu Speiseresten in seine Datenbank ein. So fand ich schnell ein Nudelrezept, bei dem ich Überbleibsel vom Truthahn unterbringen konnte. Auf Wunsch kann man die Rezepte auch per E-Mail teilen. Food on the Table erklärte, man wolle in dieser Woche noch bis zu sieben weitere Rezepte hinzufügen.

Ich war spät dran beim Entdecken der Apps. Es gibt sie bereits seit ein paar Jahren. Doch ich werde sie in Zukunft vermutlich weiter verwenden. Denn auch die Einkaufsliste lässt sich damit sehr einfach erstellen.

Mein Fazit: Mit ein bisschen Hilfe von Apps, wie den von mir getesteten, kann die Weihnachtssaison ruhig kommen.

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