Donnerstag, 22. November 2012, 12:26 Uhr

'Very British' geht auch anders

Unser aktuelles Haus der Woche greift typisch englische Einrichtungselemente auf, aber plüschig und verstaubt ist hier nichts. Das liegt vielleicht daran, dass eine Australierin die Inneneinrichtung des „Dock House" entworfen hat: Topmodel Elle „The Body" MacPherson.

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Wir befinden uns in den Cotswolds, rund 90 Autominuten in nordwestlicher Richtung von London entfernt. Die malerische Gegend zieht Stars und sogar das britische Königshaus an – Der Bio-Musterhof von Prinz Charles liegt in der Nähe, Liz Hurley, Kate Winslet und andere Stars und Sternchen haben dort ihren Zweitwohnsitz. yoo

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Als Zweitwohnsitz kann auch unser Haus herhalten – eingebettet in ein rund 260 Hektar großes privates Areal namens „The Lakes by Yoo" bei Lechlade, Gloucestershire. Auf dem Gelände befinden sich noch drei weitere Wochenendhäuser, außerdem sechs Seen, Fahrradwege und Wälder. Yoo

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Wo viel Grün, da viel Regen. Ist auf der Insel eben weit verbreitet, das Schmuddelwetter. Deshalb ganz britisch die Garderobe mit extra Platz für die dezent patriotischen Gummistiefel. Yoo

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Nutzen geht vor Hochglanz - der Gang besticht als Abstell- und Stauraum für Fahrräder oder Jacken, die sich in den Garderobenschränken verstecken lassen. Es lockt bereits die schöne Aussicht auf den See am Ende des Flurs. Yoo

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Stilmix - fröhlich-bunte Stühle im eher klassischen Landhaus-Stil, moderne Lampe, warmer Holztisch. Das strenge Schachbrettmuster des Teppichs ist nicht nur Hingucker, es grenzt auch den Essbereich vom restlichen Wohnraum ab. Yoo

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Der offene Ess- und Wohnbereich gehört zu MacPhersons Lieblingsecken im Haus. Die Bank mit Holzvertäfelung erinnert an die Küchenecke in Großmutters Cottage. Yoo

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Maximaler Ausblick: Die gesamte Breite des Hauses ist verglast. Blick von der ungewöhnlichen Couch auf den Koch- und Essbereich. Yoo

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Das Ziel von Elle MacPhersons Design: Möglichst viel von der Umgebung ins Haus holen. Deshalb dominieren Materialien aus Holz oder Leder und Erdfarben wie Olive, Blau und Grau. Yoo

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Kontrastprogramm: Edelstahl und weiches Schaf-Fell auf den Korbsesseln. Im ganzen Haus finden sich Teppiche eines traditionsreichen britischen Herstellers und aus einer walisischen Manufaktur in Pastellfarben und hellem Grau. Das hält die Füße warm und sorgt für Abwechslung auf dem Boden. Yoo

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Typisch britisch ist übrigens der offene Kamin. Die restlichen Europäer verbannten die offene Feuerstelle ab dem 17. Jahrhundert aus den Häusern, die Briten hielten daran fest. Hier die moderne Ausführung ohne eigentlich obligatorischen Ohrensessel. Yoo

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Der Australier arbeitet offenbar nur ungern allein im stillen Kämmerlein. Wer dringend Geschäftliches erledigen muss, sitzt hier mitten bei seinen Lieben statt irgendwo allein im Haus. Yoo

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Wichtig war der Australierin auch die Verwendung von lokalen und regionalen Materialien und Herstellern. Die Fliesen – wieder in olive und dunkelblau, als Reminiszenz an den See und das Schilf – stammen von einem Hersteller aus Kingham, ebenfalls in den Cotswolds. Yoo

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Ein Schmied aus dem Nachbarort Almondsbury hat die gusseiserne Dunstabzugshaube gefertigt. Yoo

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Abwechslung gefällig? Ganz und gar unbritisch ist die zweite Couchlandschaft im Haus. Sie ist einer Lounge in jeder großen Metropole dieser Erde schon ähnlicher als dem britischen Wochenend-Landhäuschen. Yoo

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Das Surfbrett darf doch nicht fehlen. Hier geht es in den zweiten Stock des Hauses. Yoo

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Vom Surfbrett inspiriert – vielleicht noch auf Jack Johnson machen und etwas Gitarre spielen? Yoo

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Das große Schlafzimmer mit Blick über den See und Himmelbett direkt vor der Balkontür. Auch hier dominieren natürliche Materialien, die Farben sind pastell-hell gewählt, Das soll beruhigend und schlaffördernd wirken. Yoo

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Die Rückwand des Bettes entpuppt sich als großzügiger offener Schrank aus rustikalem Holz. Klar, auch dieser wurde extra angefertigt. Yoo

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Da ist sie wieder, die Anlehnung an das klassisch Britische. Waschbecken und freistehende Badewanne im viktorianischen Stil erinnern daran, auf welch traditionsbewusstem Fleckchen Erde man sich befindet. Yoo

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Die azurblauen Fließen an der Wand sind wieder vom lokalen Hersteller, die Position der Badewanne ist wieder von modernen Ansprüchen inspiriert – Baden mit Ausblick. Yoo

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Im Hauptbadezimmer ist nicht nur eine großzügige Rainshower-Dusche, sondern auch ein kleines Dampfbad untergebracht. Yoo

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Gemütlich auch das zweite Schlafzimmer – und wem es unten am Sekretär zu laut für die Arbeit ist, kann sich hier an den kleinen Schreibtisch zurückziehen. Yoo

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Das Supermodel hat selbst zwei Kinder – die Erfahrung spricht aus der Gestaltung des Kinderzimmers. Viel Platz für Spielsachen, und ein Stockbett zum Toben. Yoo

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In den Bädern hat die Australierin offensichtlich die Tradition bevorzugt. Yoo

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Die andere Seite desselben Badezimmers: viktorianische Wanne und große ebenerdige Dusche. Yoo

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Das dritte Badezimmer. Farbtupfer hier: die grünen Kacheln. Yoo

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Der Ausblick vom oberen Stockwerk über einen der sechs Seen des privaten Areals. Yoo

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Danke, Elle: Bei Sonnenuntergang im Hochsommer hier liegen und den Sternenhimmel bewundern – das Himmelbett auf dem über die gesamte Breite des Hauses reichenden Balkons noch einmal in Nahaufnahme. Yoo

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Sportlich aktiv darf man natürlich auch sein. Der Bootssteg gehört zum Haus. Wer diese Immobilie kaufen will, um im erlesenen Design und mit illustrer Nachbarschaft zu entspannen, der muss schon etwas mehr hinblättern. Zwischen 880.000 und 2,56 Millionen Pfund (rund 1,1 bis 3,2 Millionen Euro) kosten die drei unterschiedlich großen Häuser auf dem Areal bei einem britischen Makler. Yoo