Nissan fertigt seinen neuen Sentra in Mexiko, exportiert das Modell aber vor allem in die USA:

PUEBLA – Mexiko gewinnt bei der Autoproduktion mächtig an Fahrt. Denn bei der Fahrzeugherstellung bewirken niedrigere Kosten und gut ausgebildete Arbeiter eine Neuordnung des globalen Automarkts. Vor sechs Jahren präsentierte sich Mexiko noch als neuntgrößter Fahrzeugexporteur der Welt. Heute belegt das Land Platz vier – hinter Deutschland, Japan und Südkorea. In diesem Jahr dürften insgesamt mehr als 2,14 Millionen Fahrzeuge ausgeführt werden.

Eines von zehn Autos, die im vergangenen Jahr in den USA verkauft wurden, trug die Herkunftsbezeichnung „Hecho en Mexico". Im kommenden Jahr wird jedes neue Taxi in der New Yorker Flotte, das von Nissan Motor 7201.TO -0,79% Nissan Motor Co. Ltd. Japan: Tokyo ¥1.069 -9 -0,79% 30 Sept. 2014 15:00 Volumen (​20 Min. verzögert) : 13,31 Mio. KGV 10,69 Marktkapitalisierung 4.871,07 Milliarden ¥ Dividendenrendite 3,09% Umsatz/Mitarbeiter 72.430.000 ¥ gebaut wird, aus dem Nachbarland im Süden Amerikas stammen. Mexikanische Autobauer exportieren mittlerweile Fahrzeuge nach China und sie sprangen sogar Japan zur Seite, um nach dem verheerenden Erdbeben im vergangenen Jahr Produktionsstörungen aufzufangen.

In ein paar Jahren werde das nordamerikanische Land Südkorea überholt haben, prophezeit der mexikanische Wirtschaftminister Bruno Ferrari. Dazu werde eine ganze Reihe neuer Fabriken beitragen, die internationale Fahrzeughersteller in Mexiko errichten wollen. Volkswagen, VOW3.XE -0,30% Volkswagen AG Non-Vtg Pfd. Germany: Xetra 164,40 -0,50 -0,30% 30 Sept. 2014 17:35 Volumen (​15 Min. verzögert) : 1,21 Mio. KGV 8,23 Marktkapitalisierung 78,26 Milliarden € Dividendenrendite 2,47% Umsatz/Mitarbeiter 344.146 € Honda Motor, 7267.TO +0,80% Honda Motor Co. Ltd. Japan: Tokyo ¥3.800 +30 +0,80% 30 Sept. 2014 15:00 Volumen (​20 Min. verzögert) : 7,39 Mio. KGV 11,45 Marktkapitalisierung 6.829,09 Milliarden ¥ Dividendenrendite 2,32% Umsatz/Mitarbeiter 60.417.900 ¥ General Motors, GM -1,10% General Motors Co. U.S.: NYSE $31,87 -0,36 -1,10% 30 Sept. 2014 11:55 Volumen (​15 Min. verzögert) : 10,47 Mio. KGV 12,29 Marktkapitalisierung 51,70 Milliarden $ Dividendenrendite 3,76% Umsatz/Mitarbeiter 714.726 $ Mazda Motor, 7261.TO -1,12% Mazda Motor Corp. Japan: Tokyo ¥2.749 -31 -1,12% 30 Sept. 2014 15:00 Volumen (​20 Min. verzögert) : 7,40 Mio. KGV 9,17 Marktkapitalisierung 1.667,65 Milliarden ¥ Dividendenrendite 0,73% Umsatz/Mitarbeiter 68.033.500 ¥ Fiat, F.MI -3,41% Fiat S.p.A. Italy: Milan 7,64 -0,27 -3,41% 30 Sept. 2014 17:35 Volumen (​15 Min. verzögert) : 30,64 Mio. KGV 13,52 Marktkapitalisierung 9,90 Milliarden € Dividendenrendite N/A Umsatz/Mitarbeiter 399.788 € Daimler DAI.XE +0,31% Daimler AG Germany: Xetra 60,73 +0,19 +0,31% 30 Sept. 2014 17:35 Volumen (​15 Min. verzögert) : 4,90 Mio. KGV 9,83 Marktkapitalisierung 64,77 Milliarden € Dividendenrendite 3,70% Umsatz/Mitarbeiter 448.586 € und Nissan – sie alle haben im vergangenen Jahr Ausbaupläne vorgestellt. Die VW-Tochter Audi NSU.XE +0,05% Audi AG Germany: Xetra 605,00 +0,30 +0,05% 30 Sept. 2014 17:36 Volumen (​15 Min. verzögert) : 15 KGV 6,33 Marktkapitalisierung 26,00 Milliarden € Dividendenrendite 0,66% Umsatz/Mitarbeiter 696.072 € nimmt den Bau eines neuen Werks über 1,3 Milliarden Dollar in Angriff.

Jahrzehnte lang fuhr die freie Welt Autos, die vorwiegend aus den USA, Deutschland und Japan stammten. Doch die globale Verlagerung hin zu kleineren Fahrzeugen setzte die Gewinnspannen der Hersteller unter Druck. Die Autobauer mussten sich nach kostengünstigeren Produktionsmöglichkeiten in anderen Ländern umschauen.

Trend zu kleineren Autos

„Mexiko ist extrem wettbewerbsstark", sagte Nissan-Chef Carlos Ghosn im Interview. In den mexikanischen Nissan-Werken wird pro Jahr länger gearbeitet als in anderen Produktionsstätten, die der japanische Automobilhersteller weltweit betreibt. „Du kannst deine Fabriken praktisch unbegrenzt laufen lassen, wenn du willst", hebt Ghosn hervor. Was Mexiko außerdem attraktiv mache, seien Wechselkursvorteile und die hohe Produktivität der mexikanischen Mitarbeiter, fügt er hinzu.

Autos made in Mexiko

Die Arbeitskosten waren im Vergleich zu den Gesamtkosten eines Fahrzeugs nicht so stark in Gewicht gefallen, als bei den Autokäufern noch Sportgeländewagen und Leicht-Lkw hoch im Kurs standen. Doch die Finanzkrise zwang die Verbraucher zum Umdenken. Sie stiegen auf kleinere, billigere Wagen um – und die verfügen über kleinere Gewinnmargen.

In den USA bekamen kleinere Autos zudem Aufwind, nachdem die Regierung von US-Präsident Obama in diesem Jahr beschlossen hatte, die Anforderungen an den Kraftstoffverbrauch eines Neuwagens fast zu verdoppeln. Bis 2025 sollen demnach mit einer Gallone oder rund 3,8 Litern fast 55 Meilen oder mehr als 88 Kilometer erreicht werden.

Die neuen Bestimmungen werden zu mehr Bestellungen im Kleinwagensegment führen, sagt Guido Vildozo, ein Analyst der Branchenforschungsgruppe IHS Automotive. „Und da denkt man wegen der Arbeitskosten natürlich sofort an Mexiko."

Wer in Mexiko am Montageband Autos zusammenschraubt, bekommt mindestens 40 Euro am Tag, berichten Experten. Das liegt weit unterhalb der Mindestlohnvorschriften in den USA oder in Europa und nähert sich dem Lohnniveau in China an. Dort werden in der Fertigung im Schnitt drei Dollar pro Stunde gezahlt.

Handelsabkommen gab entscheidenden Schub

Diese Kostenvorteile hätten den Autobauer Honda zu dem Entschluss bewogen, seine nächste Fabrik in Mexiko zu bauen. Ab 2014 sollen dort 3200 neue Mitarbeiter das Kleinwagenmodell „Fit" produzieren, berichtet Jesus Báez, Executive Director des Fahrzeugproduzenten. Vielversprechende Fachkräfte habe das Land überreichlich vorzuweisen, ergänzt er und verweist auf Ingenieure, die aus staatlich unterstützten Ausbildungsprogrammen hervorgegangen seien, die auf die Autobranche zugeschnitten sind.

Für Mexiko spricht zudem seine geographische Nähe zum US-Markt. Die Fahrzeugindustrie konzentriert sich im zentralen Hochland Mexikos. Von den dort angesiedelten Fabriken können Neuwagen binnen weniger Tage in die USA überführt werden. Auslieferungen über den Atlantik und Pazifik hinweg nehmen dagegen Wochen in Anspruch.

Einen entscheidenden Schub erhielt der Ausbau der mexikanischen Autoindustrie durch die Handelsabkommen, die das Land in den vergangenen zwei Jahrzehnten abgeschlossen hat. Seit das nordamerikanische Freihandelsabkommen Nafta 1994 in Kraft trat, unterzeichnete Mexiko Handelsübereinkünfte mit 44 Ländern, darunter mit der EU, Japan und Israel.

Dagegen hat sich Brasilien, der andere lateinamerikanische Riese im Autogeschäft, weitgehend vom freien Handel abgeschottet. Der Erfolg der mexikanischen Fahrzeugindustrie habe die Ausweitung von Freihandelsabkommen mit Brasilien beeinträchtigt, stellt Wirtschaftsminister Ferrari fest. Im vergangenen Jahr sei in Davos ein Treffen mit den Brasilianern angesetzt gewesen, bei dem man eigentlich über die Möglichkeiten einer Öffnung des Handels hatte sprechen wollen. Doch stattdessen hätte sich die brasilianische Seite darüber beschwert, dass Mexiko zu viele Autos in ihr Land verfrachte, und eine Exportdeckelung verlangt.

Produktion hauptsächlich für den Export

Mexiko willigte schließlich ein. Für drei Jahre gilt nun eine Ausfuhrbegrenzung, mit der die Autoexporte nach Brasilien mehr oder weniger beim derzeitigen Volumen von rund 1,55 Milliarden Dollar eingefroren werden. Im Juni zog Argentinien nach, das mit Mexiko eine vergleichbare Übereinkunft des zollfreien Zugangs hatte, und verhängte ähnliche Beschränkungen wie Brasilien.

„Das Problem, das wir mit Südamerika haben, liegt in unserer größeren Konkurrenzfähigkeit", sagt Wirtschaftsminister Ferrari. Das brasilianische Handelsministerium wollte dazu nicht Stellung nehmen.

Internationale Autobauer, die dabei sind, in Mexiko neue Werke zu eröffnen, waren von dem Abkommen allerdings ganz und gar nicht begeistert. Schließlich hatten sie mit der Errichtung der Fabriken auch im Sinn, möglicherweise tiefer auf den brasilianischen Markt vorzudringen. „Die Situation mit Brasilien ist nicht so erfreulich", sagt Andreas Hinrichs, Chef von VW de México.

Das mexikanische VW-Werk in Puebla ist nun die größte Fertigungsanlage des deutschen Autoproduzenten in Nordamerika. Täglich können dort 2.500 Fahrzeuge produziert werden. Jahrzehnte lang war der frühere VW-Käfer das Lieblingsauto der Mexikaner, den sie „Vocho" getauft hatten.

Die Autos, die heute in der Fabrik zusammengeschweißt werden, sind hauptsächlich für den Export in die USA, nach Europa und China bestimmt. Dorthin wurden im vergangenen Jahr 2800 VW-Käfer geliefert. VW gibt weitere 550 Millionen Dollar für eine neue Anlage in der Stadt Silao aus. Dort sollen Motoren hergestellt werden, die für das Volkswagen-Werk in Chattanooga im US-Bundesstaat Tennessee vorgesehen sind.

Der mexikanische Handelspakt mit Brasilien und Argentinien erlaubt es VW, eine Zollgebühr von 35 Prozent zu umgehen, wenn in Mexiko hergestellte Autos nach Brasilien geliefert werden. Für VW-Laster, die in Europa gefertigt wurden, wird ein Zoll von 25 Prozent fällig, wenn sie in die USA eingeführt werden. Dieser Satz entfällt jedoch, wenn die Fahrzeuge in Mexiko gebaut wurden.

„Wenn ich dieses Auto in Japan, den USA und in Südamerika verkaufen kann, dann ist Mexiko der richtige Ort dafür, dieses Auto zu produzieren", sagt Hinrichs.

Neue Exportstrategie bei Nissan

Nissan reagierte enttäuscht auf die neuen Exportkontingente Brasiliens. Das mexikanische Nissan-Werk könne jetzt nicht wirksam dazu eingesetzt werden, die Ausfuhren in den größten südamerikanischen Markt zu steigern. Allerdings könne man die in Mexiko produzierten Nissan-Modelle ja in anderen Ländern der Welt verkaufen, auch in Mexiko selbst.

Nissan hatte im Jahr 1966 seine erste Fabrik außerhalb von Japan im mexikanischen Cuernavaca eröffnet. Die Japaner konzentrierten sich zunächst auf Mexiko und dehnten dann ihre Exporte in die USA und darüber hinaus aus. Eine zweite Nissan-Fabrik öffnete 1982 in der zentral gelegenen Stadt Aguascalientes ihre Tore.

Video auf WSJ.com

New trade deals and low-cost labor have made Mexico a profitable base for car production. It's also attracting other parts of the auto-supply chain, from steel mills to brake makers, as the "made in mexico" trend grows. WSJ's Nicholas Casey reports.

Die Nachwirkungen der globalen Finanzkrise bewogen Nissan 2009 dazu, seine Exportstrategie neu auszurichten. Die Wirtschaft Mexikos schrumpfte damals um sechs Prozent. Der Neuwagenabsatz in den USA und in Mexiko brach ein. Nissan Mexico musste Arbeiter entlassen. Den verbleibenden Mitarbeitern wurden die Löhne und die Arbeitsstunden gekürzt.

José Muñoz, der damalige Präsident des Mexiko-Geschäfts von Nissan, plädierte bei seinen Vorgesetzten eindringlich dafür, die Fabriken am Laufen zu halten. Er sagte: „Lasst uns versuchen, in Mexiko Autos zu fertigen, so wie sie in Japan gebaut werden", erinnert er sich. Die Topmanager führten auch die Nähe Mexikos zum wachsenden Markt Lateinamerikas ins Feld.

Die Unternehmensführung willigte ein. Die Verarbeitung mexikanischer Fahrzeuge konnte sich im Vergleich zu den in Japan gefertigten Nissan-Modellen durchaus sehen lassen. Und es kostete weniger, sie zu bauen. Seitdem hat Nissan die Zahl der mexikanischen Exportmärkte auf rund hundert weltweit verdreifacht. Nissan Mexico produziert derzeit mit 15.000 Mitarbeitern mehr als 600.000 Fahrzeuge im Jahr.

USA nur noch zweitrangig

Die Produktivität des Landes hat neue Maßstäbe in der Branche gesetzt. Im Nissan-Werk Aguascalientes, zum Beispiel, wurde ein neues Produktionsprogramm ausprobiert. An sechs Tagen in der Woche lief der Betrieb jeweils 23 Stunden lang. Firmeninterne Untersuchungen ergaben, dass der in Mexiko gebaute Kompaktwagen Versa hinsichtlich der Qualität den Autos, die im japanischen Nissan-Werk in Oppama hergestellt wurden, in nichts nachstand.

Nissan Mexico war ursprünglich mit ausländischem Geld und Fachwissen an den Start gebracht worden. Und jetzt wird eine Fabrik in Brasilien von einem Ingenieur geleitet, der früher in einem mexikanischen Werk gearbeitet hat, sagt Armando Ávila stolz, der für die Nissan-Produktion in Mexico verantwortlich ist.

Im Vergleich zu den US-Werken von Nissan hatte der mexikanische Ableger früher nur die zweite Geige gespielt. Die Mexikaner übernahmen die Fertigung eines Modells nur dann, wenn die amerikanischen Kollegen voll ausgelastet waren. Doch nun haben sich die Vorzeichen umgekehrt. Für den neuen Sentra - einen Kompaktwagen, der in den USA für 16000 Dollar angeboten wird, - fungiert die mexikanische Fertigungsanlage in Aguascalientes als vorrangiger Produzent – und ein amerikanisches Werk wird den Ausputzer spielen. „Die Produktion führte früher ein zweites Leben in Mexiko", sagt Bill Krueger, Fertigungsleiter für Nordamerika bei Nissan. „In diesem Fall ist nun Amerika der Mitläufer."

Der Aufstieg der mexikanischen Automobilindustrie ist ein Lichtblick für das Land, das im Sumpf des Drogenschmuggels zu versinken droht. In den vergangenen sechs Jahren starben mindestens 60 000 Menschen in den Kämpfen rivalisierender Drogenbanden. Viele Unternehmen überlegen es sich deswegen sehr genau, ob sie überhaupt in Mexiko investieren sollen.

Besorgte Manager hätten bei ihm angerufen, sagt Wirtschaftsminister Ferrari. Die mexikanische Fabrik von Honda Motor liegt bei Guadalajara, einer der gewalttätigsten Städte Mexikos. Jesus Báez, der Mexico-Chef von Honda, beteuert allerdings, dass bisher weder die Anlage noch seine Mitarbeiter von den Drogenschmugglern angegriffen worden sind. Trotzdem baue Honda das nächste Werk in der zentralmexikanischen Stadt Celaya, die eine der niedrigsten Verbrechensraten des Landes vorweisen kann, sagt er.

Gut entwickelte Basis an Zulieferern

Die meisten Autobauer vermeiden die Grenzgebiete zwischen Mexiko und den USA. Dort haben Industriestädte wie Reynosa und Ciudad Juárez unverhältnismäßig stark unter dem Drogenkrieg gelitten.

Mexiko hat in neue Eisenbahnlinien investiert, auch um damit wertvolle Fracht von den Landstraßen weg zu verlagern und außer Reichweite von Straßenräubern zu bringen. Im Norden des Landes haben die Drogenkartelle eigene Straßensperren errichtet und in einigen Städten ganze Straßenzüge abgeriegelt, um die Regierung zu verhöhnen. Bis jetzt hat jedoch keiner der Autoproduzenten gemeldet, Fahrzeuge an die Kriminellen verloren zu haben.

Die wachsende Automobilbranche Mexikos hat zudem eine gut entwickelte Basis an Zulieferern hervorgebracht. Im August eröffnete der Autoteilehersteller Delphi Automotive DLPH -1,88% Delphi Automotive PLC U.S.: NYSE $61,62 -1,18 -1,88% 30 Sept. 2014 11:55 Volumen (​15 Min. verzögert) : 2,63 Mio. KGV 14,81 Marktkapitalisierung 18,82 Milliarden $ Dividendenrendite 1,62% Umsatz/Mitarbeiter 144.667 $ ein neues Kabelbaumwerk im mexikanischen Bundesstaat Durango. Im Mai nahm die italienische Pirelli PC.MI +0,83% Pirelli & C. S.p.A. Italy: Milan 10,96 +0,09 +0,83% 30 Sept. 2014 17:30 Volumen (​15 Min. verzögert) : 4,02 Mio. KGV 15,66 Marktkapitalisierung 5,30 Milliarden € Dividendenrendite 2,92% Umsatz/Mitarbeiter 158.033 € in Silao, rund 350 Kilometer nordwestlich von Mexiko-Stadt, die Produktion in einer 400 Millionen Dollar teuren Reifenfabrik für Luxuswagen auf und ist damit zum ersten Mal in Nordamerika mit einem Werk vertreten.

„In Mexiko ist das ein bisschen so wie bei einem Schneeball", sagt Paolo Ferrari, der Chef des Nordamerika-Geschäfts von Pirelli. Was den Standort so attraktiv mache, sei auch die Entscheidung der Regierung des Bundesstaates Guanajuato, Pirelli und eine Reihe anderer Werke der Autobranche in einem Industriegebiet zusammenzuziehen, das an eine Eisenbahnlinie angebunden ist. Außerdem sei es reizvoll, dass Audi sich entschlossen habe, eine Fabrik zur Fertigung des Geländewagens Q5 in Mexiko zu bauen.

„Für uns ist Mexiko ein integraler Bestandteil unserer US-Aktivitäten", sagt Hisataka Nobumoto, der Chef des japanischen Bremsenherstellers Akebono Brake Industry. 7238.TO -1,07% Akebono Brake Industry Co. Ltd. Japan: Tokyo ¥463 -5 -1,07% 30 Sept. 2014 15:00 Volumen (​20 Min. verzögert) : 268.500 KGV 34,71 Marktkapitalisierung 63,64 Milliarden ¥ Dividendenrendite 2,16% Umsatz/Mitarbeiter 28.298.200 ¥

Die Firma habe die nordamerikanischen Geschäftsbereiche, die sie von der Robert Bosch GmbH übernommen hatte, hauptsächlich deswegen in Mexiko zusammengelegt und nicht in den USA, weil Nissan vorhabe, hier die Produktion zu erhöhen.

Akebono gehört zu mehr als 50 Autoteileproduzenten aus Japan, die sich in Mexiko niedergelassen haben. Und neben den neuen Werken von VW und Honda will sich bald ein weiteres großes japanisches Unternehmen ansiedeln. Im Sommer hatte nämlich Nippon Steel & Sumitomo Metal 5401.TO -2,37% Nippon Steel & Sumitomo Metal Corp. Japan: Tokyo ¥285 -7 -2,37% 30 Sept. 2014 15:00 Volumen (​20 Min. verzögert) : 46,37 Mio. KGV 11,40 Marktkapitalisierung 2.770,19 Milliarden ¥ Dividendenrendite 1,41% Umsatz/Mitarbeiter 66.271.300 ¥ angekündigt, dort ein Stahlwerk errichten zu wollen.

—Mitarbeit: Chester Dawson und Gerald Jeffris

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