Das Geschäft mit hypothekenbesicherten Wertpapieren - der Ausgangspunkt der Finanzkrise - steht vor einem Comeback. Credit Suisse baut nun wieder ein Team mit Händlern auf, die sich mit diesen Wertpapieren beschäftigen sollen, wie zwei Informanten berichten. Dabei ist die schweizerische Großbank nicht die einzige, die bei den mit Gewerbeimmobilien besicherten Krediten wieder ein Wörtchen mitreden möchte.

Eigentlich war Credit Suisse im Jahr 2011 aus diesem Geschäft ausgestiegen. 50 Mitarbeiter der Sparte, die Milliardenbeträge hin und her schob, mussten das Geldhaus verlassen. Nun winken bei den so genannten CMBS (Commercial Mortgage-Backed Securities) jedoch wieder hohe Gewinne. Angesichts des niedrigen Zinsniveaus sind anderswo kaum noch Renditen zu erwirtschaften.

Bei Credit Suisse soll deshalb nun "vorsichtig" Fachpersonal für den Handel mit CMBS eingestellt werden, wie einer der Informanten sagte. Dabei sollen sich die Händler mit individuellen Kreditpapieren beschäftigen. Während der Finanzkrise waren die Immobilienkredite oft gebündelt worden, so dass teilweise gar nicht mehr klar war, welche Werte einem gebündelten Papier zugrunde lagen. Ein Sprecher der Credit Suisse wollte zu den Informationen keine Stellung nehmen.

Der Markt für CMBS boomt wieder. Seit Mitte des vergangenen Jahres steigen die Kurse der Wertpapiere. Analysten rechnen damit, dass im laufenden Jahr das Volumen neu ausgegebener Papiere auf 60 Milliarden US-Dollar steigen wird - das wäre ein Wachstum des Marktes von 25 Prozent. Das Branchenblatt Commercial Mortgage Alert spricht sogar von einem 70-prozentigen Plus auf über 90 Milliarden Dollar. Ein großer Spieler wie Goldman Sachs könnte laut der Publikation das Volumen der ausgegeben CMBS dieses Jahr auf 10 Milliarden Dollar verdoppeln. Für die Deutsche Bank wird ein Anstieg des Engagements um 33 Prozent vorhergesagt.

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