Der Attentäter hinter dem Selbstmordanschlag auf die US-Botschaft in Ankara soll vor der Tat illegal aus Deutschland in die Türkei eingereist sein. Der Mann sei mit gefälschtem Ausweis in das Land gelangt, sagte der türkische Innenminister Muammer Güler laut einem Bericht der Nachrichtenagentur Anadolu am Samstag. Der Attentäter soll nach Ermittlungen der Sicherheitsbehörden aus Deutschland kommend über Griechenland nach Istanbul gereist sein. Unterdessen wurden im Zusammenhang mit den gefälschten Ausweispapieren zwei Verdächtige festgenommen.

Eine linksextreme Gruppe bekannte sich am Samstag zu dem Anschlag auf die Botschaft in Ankara, bei dem der Attentäter am Freitag einen Mann mit in den Tod gerissen hatte. Die Revolutionäre Volksbefreiungspartei-Front (DHKP-C) begründete den Angriff auf ihrer Webseite als Vergeltung für die Politik der USA in Syrien, Ägypten, Libyen und im Irak.

Bei der Explosion auf dem Gelände der US-Botschaft in der türkischen Hauptstadt starb neben dem Attentäter ein 36 Jahre alter türkischer Sicherheitsmann der Botschaft. Eine Frau sei bei der Detonation verletzt worden, zitierte Anadolu den Gouverneur von Ankara, Alaaddin Yüksel. Demnach hatte der Attentäter sechs Kilogramm Sprengstoff in die Luft gejagt. Der Eingang des Gebäudes sei zerstört worden, berichtete die Zeitung "Hürriyet".

Den Angaben zufolge hatte der Mann schon früher ähnliche Angriffe verübt. Wegen eines Anschlags mit einem Flammenwerfer auf ein Gästehaus der Streitkräfte in Istanbul habe er bereits Ende der 1990er Jahre eine Haftstrafe verbüßt. Nach Angaben von Innenminister Güler war der Mann 2001 aus der Haft entlassen worden. Seit seiner Freilassung lebte er laut einem "Hürriyet"-Bericht in Deutschland. Seine illegale Einreise in die Türkei wurde demnach nicht bemerkt. Am Eingang der Botschaft gab er sich als deutscher Staatsbürger aus. Dem Auswärtigen Amt in Berlin lagen zunächst keine näheren Informationen dazu vor.

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