In den Streit um das Iraner Atomprogramm kommt Bewegung. Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi hat sich zu direkten Gesprächen mit den USA bereit erklärt. Sein Angebot knüpfte er allerdings an Bedingungen.

"Wir haben keine Einwände dagegen, über begrenzte Themen, in diesem Fall über das Nukleardossier, bilateral zu verhandeln", sagte Salehi am Rande der Münchner Sicherheitskonferenz zur Süddeutschen Zeitung.

Der iranische Außenminister Ali Akbar Salehi bei einem Treffen am Rande der Sicherheitskonferenz in München. Associated Press

Zuvor hatte US-Vizepräsident Joe Biden ein entsprechende Angebot der USA bekräftigt. Hätte Washington "ehrliche Absichten", könnten diese Gespräche stattfinden, so der Minister.

Salehi schränkte allerdings ein, dass Zugeständnisse Irans etwa in der Frage der Urananreicherung nur denkbar seien, wenn der Westen Teheran entgegenkomme: "Wenn eine Seite einen Schritt unternimmt, muss die andere Seite sich ebenfalls bewegen" verlangte er. Die Aufhebung von Sanktionen sei ein Teil davon, sagte er.

Bei seiner Rede auf der Sicherheitskonferenz sagte er, Teheran sei zur Wiederaufnahme der Gespräche bereit, die nächste Rundewürde am 25. Februar in Kasachstan stattfinden. Vertreter der EU und der USA zeigten sich jedoch skeptisch. Noch fehle die formale Entsendung einer iranischen Delegation nach Astana. Vor acht Monaten wurde die jüngste Runde der Verhandlungen ohne Ergebnis abgebrochen. Dabei verhandelt der Iran in der Regel mit den fünf festen Mitgliedern des UNO-Sicherheitsrates - USA, Russland, Frankreich, Großbritannien und China - sowie Deutschland.

Seit nunmehr elf Jahren schwelt der Atomkonflikt zwischen dem Iran und der internationalen Gemeinschaft. Sie verdächtigt Teheran, die Anreicherung von Uran nicht für erlaubte zivile Zwecke zu betreiben, sondern tatsächlich den Bau von Atomwaffen zu planen. Der Iran bestreitet das.

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