Der weltweit viertgrößte Rückversicherer Hannover Rück hat die Preise nur leicht gesteigert. Stabilisierend für die Prämien wirkte der Hurrikan Sandy. Gedrückt wurden sie dagegen vor allem in Deutschland durch den harten Konkurrenzkampf.

In der Erneuerungsrunde im Januar haben die Hannoveraner das Prämienvolumen um einen Prozent auf rund 3,8 Milliarden Euro gesteigert. Der Vorstand sprach von einem "zufriedenstellenden Ergebnis", da sich die Prämien weiterhin auf einem hohen Niveau befänden. Der Versicherer rechnet daher mit einem guten Geschäftsjahr in der Schaden-Rückversicherung. Aus diesem Grund bestätigt der Konzern alle für 2013 ausgegebenen Prognosen.

Stabilisierend auf die Preise wirkt sich bei der Rückversicherung noch der Hurrikan "Sandy" aus, der 2012 der Versicherungsbranche hohe Kosten beschert hatte. Der Wirbelsturm und die dadurch hervorgerufene Springflut trafen Ende Oktober insbesondere New York. Die Naturkatastrophe ist mit verantwortlich dafür, dass Hannover Rück auf dem US-Markt bei den Prämien nun Preissteigerungen von 10 bis 30 Prozent durchsetzen konnte. Obwohl bislang hier nur 40 Prozent der Schaden-Rückversicherungen erneuert wurden, konnte der Konzern das nordamerikanische Geschäft um 14 Prozent ausweiten. Durch das Wachstum belaufen sich die Prämien dort derzeit auf 566 Millionen Euro.

Anders stellt sich das Bild in Deutschland dar. Hier wurden 97 Prozent der Schaden-Unfall-Kontrakte verlängert. Und hier befinden sich die Prämien im Rückwärtsgang: Mit zwei Prozent weniger muss sich Hannover Rück bei den Verträgen zufrieden geben, was die Einnahmen hier für 2013 auf 941 Millionen Euro sinken lässt. Als Ursache für den Rückgang nennt der Vorstand den höheren Konkurrenzdruck sowie die den Trend bei den Erstversicherern, mehr Schäden auf die eigenen Bücher zu nehmen anstatt einen Rückversicherer zu nutzen.

Für anfallende Großschäden stellt der Rückversicherer in diesem Jahr 625 Millionen Euro zurück - 65 Millionen mehr als im Vorjahr. 2012 war ein sehr schadenarmes Jahr, da außer dem Hurrikan Sandy und dem Untergang der Costa Concordia wenig große Katastrophen zu verzeichnen waren. Sollten auch 2013 wenige Naturkatastrophen und Schadensfällen auftreten und keine weiteren Verwerfungen an den Kapitalmärkten aufkommen, rechnet der Konzern mit einem Gewinn von 800 Millionen Euro. Bei der für 2012 ausgegebenen Prognose, beim Gewinn über die Marke von 800 Millionen Euro zu kommen, sieht sich der Konzern weiter auf Kurs.

Kontakt zum Autor: Alexandra.Edinger@dowjones.com