Die Pläne für eine stärkere Regulierung der Finanzmärkte treffen die Deutsche Bank DBK.XE -0,52% Deutsche Bank AG Germany: Xetra 26,95 -0,14 -0,52% 15 Sept. 2014 17:35 Volumen (​15 Min. verzögert) : 4,93 Mio. KGV N/A Marktkapitalisierung 37,36 Milliarden € Dividendenrendite 2,78% Umsatz/Mitarbeiter 420.767 € härter als bislang angenommen. Es zeichnet sich immer stärker ab, dass Deutschland keine Kompromisse macht und im Geschäft mit Hedgefonds besonders strenge Maßstäbe anlegen will. Wie mehrere mit der Angelegenheit vertraute Personen aus Regierungs- und Aufsichtskreisen sagten, soll auch das besicherte Geschäft mit Hedgefonds von den Kundengeldern abgetrennt werden. Als besichert gelten Kredite, wenn sie mit einer Sicherheit, etwa Wertpapieren, hinterlegt werden. Die Vorschläge Frankreichs gehen dagegen nicht ganz so weit und verlangen nur eine Trennung des unbesicherten Geschäfts mit Hedgefonds.

Der Gesetzesentwurf, über den das Kabinett am Mittwoch berät, deutet bereits eine harte Haltung Deutschlands an, lässt aber letztlich offen, welche „Kredit- und Garantiegeschäfte mit Hedgefonds" genau untersagt werden sollen.

Logo der Deutschen Bank auf dem Hauptgebäude in Frankfurt: Dem deutschen Branchenprimus droht Ungemach von der Politik. Agence France-Presse/Getty Images

Damit läuft das geplante Gesetz zu den Trennbanken doch auf eine Lex Deutsche Bank hinaus, die hierzulande bei weitem am stärksten betroffen wäre. In einer Umfrage der größten Hedgefonds zählt die Bank weltweit zu den meistgenannten Banken, mit denen die Fonds Geschäfte machen. Laut den Tabellen der Fachpublikation „Global Custodian" spielt die Deutsche Bank in einer Liga mit JP Morgan, JPM -0,15% JPMorgan Chase & Co. U.S.: NYSE $59,94 -0,09 -0,15% 15 Sept. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 10,43 Mio. NACHBÖRSLICH $59,94 0,00 % 15 Sept. 2014 18:29 Volumen (​15 Min. verzögert) : 254.222 KGV 15,37 Marktkapitalisierung 225,79 Milliarden $ Dividendenrendite 2,67% Umsatz/Mitarbeiter 404.867 $ Bank of America Merrill Lynch, Barclays, BARC.LN -0,26% Barclays PLC U.K.: London GBp229,40 -0,60 -0,26% 15 Sept. 2014 16:35 Volumen (​15 Min. verzögert) : 35,57 Mio. KGV 33,25 Marktkapitalisierung 37,77 Milliarden GBp Dividendenrendite 1,74% Umsatz/Mitarbeiter 212.636 GBp Citigroup, C -0,13% Citigroup Inc. U.S.: NYSE $52,31 -0,07 -0,13% 15 Sept. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 12,61 Mio. NACHBÖRSLICH $52,28 -0,03 -0,06% 15 Sept. 2014 19:33 Volumen (​15 Min. verzögert) : 202.818 KGV 17,15 Marktkapitalisierung 158,80 Milliarden $ Dividendenrendite 0,08% Umsatz/Mitarbeiter 349.582 $ Credit Suisse, CSGN.VX -0,08% Credit Suisse Group AG Switzerland: SWX Europe CHF25,24 -0,02 -0,08% 15 Sept. 2014 17:30 Volumen (​15 Min. verzögert) : 3,14 Mio. KGV N/A Marktkapitalisierung 40,60 Milliarden CHF Dividendenrendite 2,77% Umsatz/Mitarbeiter 740.848 CHF Goldman Sachs, GS +0,44% Goldman Sachs Group Inc. U.S.: NYSE $183,98 +0,81 +0,44% 15 Sept. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 2,27 Mio. NACHBÖRSLICH $183,98 0,00 % 15 Sept. 2014 18:31 Volumen (​15 Min. verzögert) : 38.528 KGV 11,32 Marktkapitalisierung 80,70 Milliarden $ Dividendenrendite 1,20% Umsatz/Mitarbeiter 1.109.820 $ Morgan Stanley MS +0,57% Morgan Stanley U.S.: NYSE $35,21 +0,20 +0,57% 15 Sept. 2014 16:01 Volumen (​15 Min. verzögert) : 9,44 Mio. NACHBÖRSLICH $35,30 +0,09 +0,26% 15 Sept. 2014 18:33 Volumen (​15 Min. verzögert) : 195.087 KGV 16,23 Marktkapitalisierung 68,74 Milliarden $ Dividendenrendite 1,14% Umsatz/Mitarbeiter 778.059 $ und UBS. UBSN.VX -0,79% UBS AG Switzerland: SWX Europe CHF16,33 -0,13 -0,79% 15 Sept. 2014 17:30 Volumen (​15 Min. verzögert) : 6,29 Mio. KGV 18,56 Marktkapitalisierung 63,28 Milliarden CHF Dividendenrendite 1,53% Umsatz/Mitarbeiter 582.244 CHF Andere deutsche Institute tauchen unter den Top-Playern nicht auf.

Deutsche Bank baute Hedgefonds-Geschäft aus

Die Deutsche Bank gibt keine Zahlen zum Umfang des Hedgefonds-Geschäfts heraus, Analysten verschiedener Brokerhäuser jedoch sprechen von einem „signifikanten" Anteil am Investmentbanking des Instituts. Die Deutsche Bank habe in der Krise Marktanteile übernommen, als andere Instituten ausgestiegen sind, sagte ein Analyst. Eine Abtrennung des Geschäfts könnte die Bank daher teuer zu stehen kommen.

Die Deutsche Bank kämpft an allen Ecken und Enden mit Kosten, und das zu einer Zeit, in der sie wegen der hohen Anforderungen an das Eigenkapital jeden Cent zweimal umdrehen muss. Unter der Führung von Anshu Jain und Jürgen Fitschen soll die Bank deutlich effizienter und kostengünstiger aufgestellt werden, Boni- und Stellenkürzungen inklusive. Vor allem die Milliardenkosten für Prozesse sind eine hohe Belastung, die es dem Führungsduo erschwert, Erfolge sichtbar zu machen.

Aus der Bank selbst verlautete, dass bei einer Abtrennung des Risikogeschäfts mit „hohen" Kosten zu rechnen sei und letztlich auch die Produkte für die Kunden dadurch teurer würden. Doch hier schalten die Regulatoren auf taub. Ihr Argument: Es gibt keine belastenden Studien, die belegen, warum das Kundengeschäft wesentlich teurer werden sollte.

Das Volk ruft nach härteren Regeln

Der Aufsicht und Politik scheint es ernst. Beide Seiten wollen die Versäumnisse der vergangenen Jahre aufholen. In einer Zeit, in der eine Ausnahmesituation die andere jagte, kamen sie bei der Regulierung kaum hinterher. Vielmehr taumelten sie von einer Banken- und Staatenrettung zur nächsten.

Als es an den Finanzmärkten besonders turbulent herging, wurde zudem noch gern die Einschätzung von Bankenvorständen wie Josef Ackermann hinzugezogen, auch von Bundeskanzlerin Angela Merkel. Das hat sich nun geändert. Zwar hat die Bankenlobby immer noch eine starke Präsenz in Berlin und Brüssel, doch in Zeiten des Wahlkampfs bekommt sie weniger Gehör. Die Gesellschaft, so sagen Politiker, habe kein Verständnis mehr. Das Volk rufe nach härteren Regeln. Haftstrafen eingeschlossen.

Auch die Zeiten, in denen die Finanzaufsicht als zahnloser Tiger galt, sind vorbei. Welches Geschäft letztlich als zu riskant gilt, um zusammen mit dem Kundengeschäft geführt zu werden, solle die BaFin entscheiden, sagte eine Person aus Regierungskreisen. Die Aufsicht in Bonn wurde bereits personell aufgestockt. Weitere Verstärkung sei geplant, sagte die Person, ohne Zahlen zu nennen.

Mitarbeit: Laura Stevens und Andreas Kissler

Kontakt zum Autor: Madeleine.Nissen@wsj.com