Techniker bei Motorola MSI +0,05% Motorola Solutions Inc. U.S.: NYSE $59,40 +0,03 +0,05% 29 Aug. 2014 16:03 Volumen (​15 Min. verzögert) : 2,10 Mio. NACHBÖRSLICH $59,20 -0,20 -0,34% 29 Aug. 2014 18:52 Volumen (​15 Min. verzögert) : 13.271 KGV 9,50 Marktkapitalisierung 14,90 Milliarden $ Dividendenrendite 2,29% Umsatz/Mitarbeiter 371.905 $ arbeiten an einem ausgefeilten Smartphone, das kommendes Jahr auf den Markt kommen soll. Die Mutterfirma Google GOOG +0,42% Google Inc. Cl C U.S.: Nasdaq $571,60 +2,40 +0,42% 29 Aug. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 1,02 Mio. NACHBÖRSLICH $572,97 +1,37 +0,24% 29 Aug. 2014 19:54 Volumen (​15 Min. verzögert) : 60.905 KGV N/A Marktkapitalisierung 390,26 Milliarden $ Dividendenrendite N/A Umsatz/Mitarbeiter 1.321.030 $ erhofft sich damit eine stärkere Konkurrenz gegenüber Geräten wie Apples iPhone, sagten mit dem Vorgang vertraute Personen. Sieben Monate nachdem Motorola für 12,5 Milliarden US-Dollar von Google übernommen wurde, arbeitet der Konzern an einem High-End-Smartphone, das intern „X Phone" genannt wird. Allerdings sei das Unternehmen dabei auf einige Hindernisse gestoßen, sagten die Eingeweihten.

Motorola-Stand auf der Consumer Electronics Show 2012. Die Google-Tochter arbeitet an einem iPhone-Konkurrenten. AP Photo/Julie Jacobson

Die bislang geheime Entwicklung an dem Gerät ist ein Schlüsselfaktor für Googles Strategie, den minimalen Marktanteil des Handy-Pioniers zu vergrößern, indem die Qualität der Handys gesteigert wird, während gleichzeitig die Anzahl der Modelle sinken soll.

Motorola kämpft dazu vornehmlich an zwei Fronten: Einerseits Geräte wie die Droid-Serie, die in den USA vom Mobilfunkpartner Verizon Wireless vertrieben werden und andererseits das „X Phone", sagten die Insider. Außerdem wird Motorola vermutlich auch an einem „X-Tablet" arbeiten, ergänzten sie.

Google stößt auf Schwierigkeiten bei der Hardwareentwicklung

Doch während Google für seine rasante Web-Entwicklung bekannt ist, ist die neue Hardware-Sparte auf Schwierigkeiten bei der Produktion und dem Supply Chain Management gestoßen. Dadurch habe das Unternehmen einige der ursprünglichen Pläne für das neue Smartphone überdenken müssen, sagten die Insider. Zudem muss Google seine komplexen Beziehungen zu den Smartphone-Hersteller pflegen, welche Android nutzen - Gooles mobiles Betriebssystem für Smartphones und Tablets. So ist beispielsweise der Motorola-Konkurrent Samsung Electronics 005930.SE -0,64% Samsung Electronics Co. Ltd. S. Korea: KRX KRW1.234.000 -8.000 -0,64% 29 Aug. 2014 15:00 Volumen (​20 Min. verzögert) : 291.165 KGV 6,43 Marktkapitalisierung 205.057,49 Milliarden KRW Dividendenrendite 0,08% Umsatz/Mitarbeiter N/A mit der Hilfe von Google zur Nummer eins unter den Smartphone-Herstellern aufgestiegen.

Dennis Woodside, ein ehemaliger hochrangiger Marketing-Manager von Google, der heute Chef von Motorola ist, wollte sich zu noch in der Entwicklung befindlichen Produkten nicht äußern. Allerdings sagte er, dass das Unternehmen „in ein Team und eine Technologie investiert, die sich stark von derzeitigen Ansätzen unterscheiden."

Während Motorola „durch schwere Zeiten geht", habe es „nun die Unterstützung vom Anteilseigner Google, der über die Ressourcen verfügt, solche großen Dinge umzusetzen." Nur eine Milliarde der weltweit sieben Milliarden Menschen würden bislang Smartphones nutzen, fügte er hinzu. Das sei eine „unglaubliche Chance."

Das „X Phone" unter Regie des ehemaligen Google-Produktmanagers Lior Ron, der Spezialist für die Karten-Applikation Google Maps war, will Motorola mit High-End-Technik ausrüsten. Die Kamera soll eine verbesserte Farbsättigung bieten und die Foto-Software die Möglichkeit, Panorama-Aufnahmen zu machen, sagten zwei mit der Sache vertraute Personen. Bei einigen der geplanten Funktionen habe sich jedoch herausgestellt, dass sie die Akkulaufzeit zu sehr verkürzten, andere wären bereits in anderen populären Smartphones wie dem im September vorgestellten iPhone 5 umgesetzt worden, fügten sie hinzu.

Motorola stieß außerdem auf Schwierigkeiten, als es erwog, einen biegsamen Bildschirm und Material wie Keramik einzusetzen, welche das Smartphone robuster gemacht hätten, fügten die Eingeweihten hinzu. Derartige Materialien hätten es Motorola außerdem erlaubt, das „X Phone" in mehreren Farben und verschiedenen Formen anzubieten.

Eine mit den Plänen vertraute Person sagte, Motorola wollte mit der jüngsten Übernahmen der Softwarefirma Viewdle die Fähigkeiten des Geräts verbessern. Das Unternehmen entwickelt Bild- und Gestenerkennungssoftware. Schwierigkeiten seien als Teil eines Entwicklungsprozesses „ganz normal", so der Insider. Trotz der technischen Herausforderungen soll das Smartphone im Laufe des kommenden Jahres auf den Markt kommen.

Motorolas Marktanteil ist gering

Bislang liegt der Marktanteil von Motorola bei den im dritten Quartal ausgelieferten Android-Smartphones unter 3 Prozent, so die IT-Marktforscher von IDC. Der Konzern unternahm zuletzt einige Anstrengungen, um seine finanziell schlechte Situation zu verbessern. So entließ Google 4000 Mitarbeiter – rund 20 Prozent der Belegschaft. In dieser Woche stimmte Motorola außerdem zu, seine Set-Top-Box-Sparte an den Kabelzubehörhersteller Arris Group ARRS +0,69% Arris Group Inc. U.S.: Nasdaq $30,61 +0,21 +0,69% 29 Aug. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 810.080 NACHBÖRSLICH $30,80 +0,19 +0,62% 29 Aug. 2014 19:55 Volumen (​15 Min. verzögert) : 27.129 KGV 46,48 Marktkapitalisierung 4,43 Milliarden $ Dividendenrendite N/A Umsatz/Mitarbeiter 757.073 $ für rund 2,35 Milliarden Dollar zu verkaufen.

Googles Übernahme von Motorola war unter anderem deshalb umstritten, weil die sie auch auf die Patente zielte, die Google gegen Konkurrenten einsetzen will, welche das Internet-Unternehmen verklagen könnten. Seit der Übernahme ist das Google-Management jedoch zu dem Entschluss gekommen, dass die Vorteile eines eigenen Smartphones überwiegen – auch wenn Motorolas Marktanteil sank.

Der Kauf von Motorola stellt Google allerdings vor Probleme bei der Entwicklung von Android. Die Hardware-Hersteller installieren typischerweise eine Version des Betriebssystems mit Google-Diensten wie Websuche, Google Maps und Googles Webbrowser Chrome. Insbesondere an den Anzeigen in der Websuche verdient Google dabei Geld.

Samsung ist mit seinen populären „Galaxy"-Geräten der größte Google-Partner und gewinnt schnell immer größere Marktanteile. Im dritten Quartal lieferten die Südkoreaner 40,3 Prozent aller Android-basierten Telefone aus, so IDC. Google hat mit Samsung zusammen Geräte entwickelt und ihnen früh Zugriff auf neue Entwicklungsversionen von Android gewährt.

Einige Google-Manager haben zuletzt angedeutet, dass sich die Beziehung verschlechtern könnte, wenn Samsung sich dazu entscheiden würde, eine eigene Version von Android zu verwenden und diese von der Google-Entwicklung abzuspalten, sagten Eingeweihte. Das würde bedeuten, dass Samsung Geräte auf Basis einer Android-Version bauen würde, auf denen die Google-Apps nicht vorinstalliert wären.

Motorola als Rückversicherung?

Motorola wird in diesem Zusammenhang als eine Art Rückversicherung betrachtet, falls Samsung seine Strategie ändern sollte, sagten die Insider. Bislang gibt es dafür jedoch keine Hinweise. Google könnte den Ansatz einer integrierten Entwicklung wählen und die Motorola-Sparte enger mit der Android-Sparte zusammenarbeiten lassen – ähnlich wie Apple Hardware und Software entwickelt. Ein Samsung-Sprecher wollte sich dazu nicht äußern.

Motorola-Chef Woodside dementierte, dass seine Sparte ein Absicherung für den Fall ist, falls sich die Beziehungen zwischen Google und Samsung verschlechtern. Motorola operiere unabhängig von Google, weil der Konzern „den Erfolg von Android bewahren will", betonte er.

Google-Chef Larry Page gab dem Motorola-Team das Motto „Klotzen statt Kleckern" mit auf den Weg. Die Google-Tochter solle einen ähnlichen Größe im mobilen Markt werden wie heute Samsung und Page versprach dafür ein beträchtliches Marketingbudget, sagten mit der Sache vertraute Personen.

Bislang ist Page allerdings noch nicht so weit gegangen, Motorola dadurch zu unterstützen, indem das Unternehmen wie Samsung früheren Zugriff auf Softwareaktualisierungen von Android erhält. Damit wolle er den Eindruck vermeiden, die eigene Hardware-Tochter genieße eine Vorzugsbehandlung, sagten die Insider.

Google-Manager geben bbei Motorola den Ton an

Google besetzte die Führungsetage von Motorola mit einigen Dutzend Google-Führungskräften und Produktmanagern. Viele davon hatten bislang noch keine Erfahrung mit der Entwicklung von Hardware, sagten Eingeweihte. Google sieht diese relative Unerfahrenheit als einen Vorteil bei der Revolutionierung des Smartphone-Design, sagten die Quellen.

Motorola wird den Vertrieb in Dutzenden von Ländern einstellen, um sich auf die großen Märkte zu konzentrieren, gab das Unternehmen bekannt. Branchenexperten sehen das mit Skepsis. Weil so die Anzahl der insgesamt produzierten Geräte sinke werde die Marge durch den Skaleneffekt geringer, wodurch die Spielräume bei den Preisverhandlungen mit den Providern kleiner würden. Motorola-Chef Woodside sagte dazu, dass Skaleneffekte zwar wichtig sei, „wichtiger ist es jedoch, großartige Produkte zu bauen."

Viel zu verlieren hat Motorola nicht. „Wenn Sie sich die Handyhersteller abseits von Apple ansehen, sieht es ziemlich schlecht für jeden außer Samsung oder chinesische Firmen aus, die billige Smartphones bauen", sagte Pieter Knook, ehemaliger Manager beim Mobilfunkprovider Vodafone. VOD.LN -0,29% Vodafone Group PLC U.K.: London GBp206,75 -0,60 -0,29% 29 Aug. 2014 16:56 Volumen (​15 Min. verzögert) : 56,40 Mio. KGV 0,01 Marktkapitalisierung 54,79 Milliarden GBp Dividendenrendite 7,23% Umsatz/Mitarbeiter 430.148 GBp

Mitarbeit: Evan Ramstad

Kontakt zum Autor: redaktion@wallstreetjournal.de