Verschnaufpause für Argentinien im Kampf gegen den Staatsbankrott: Ein US-Berufungsgericht hat am Mittwoch ein Urteil in einem milliardenschweren Prozess gegen Argentinien ausgesetzt, der das Land in die Zahlungsunfähigkeit zu drücken drohte.

Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández. dapd

Nach einem erstinstanzlichen Urteil von vergangener Woche hätte Argentinien im Verfahren gegen einen Investmentfonds bis zum 15. Dezember 1,3 Milliarden Dollar an zehn Jahre alten Schulden zurückzahlen müssen. Ein Urteil, das auch andere Hedge-Fonds hätten nutzen können, um die sofortige Rückzahlung von Verbindlichkeiten im Umfang von mehr als elf Milliarden Dollar zu verlangen. Die Ratingagentur Fitch hatte Argentinien am Dienstag gleich um fünf Stufen herabgestuft und gewarnt, dass ein Zahlungsausfall auf argentinische Anleihen «wahrscheinlich» sei.

Das Berufungsgericht setzte am Mittwoch aber das Urteil eines Bezirksgerichts zugunsten des Hedge-Fonds NML Capital aus. Dieser hatte nach dem Staatsbankrott 2001 Umschuldungsangebote mit einem Forderungsverzicht abgelehnt und den vollen Nennwert der Anleihenschulden plus Zinsen eingefordert. Ende Februar sollen die Argumente in dem Fall angehört werden.

Die argentinische Präsidentin Cristina Fernández hatte das ursprüngliche Urteil als «gerichtlichen Kolonialismus» bezeichnet und sich geweigert, wie vom Gericht gefordert die 1,3 Milliarden Dollar auf einem Treuhandkonto zu hinterlegen, bevor das Land andere Gläubiger bedient.

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