Die drei neuen Smartphones der Droid-Razr-Serie von Motorola. Ganz rechts das teure Modell Maxx HD, dessen Akku nicht so häufig ans Netz muss, wie die meisten anderen Geräte. Associated Press

Smartphones können eine Menge. Sie taugen, um E-Mails zu schreiben und zu versenden, im Internet zu surfen und Musik zu hören. Sie sind Navigationssysteme und Spielkonsolen. Und – bevor ich es vergesse – man kann sogar mit ihnen telefonieren. Doch diese Funktionsvielfalt hat ihren Preis. Auch wer nur hin und wieder zu seinem Gerät greift, muss sich spätestens am Ende des Tages auf die Suche nach einem Stromanschluss machen, weil der Akku leer ist. Motorola will das jetzt ändern.

Das Droid Razr Maxx HD verfügt über eine extragroße Batterie, mit der bis zu 32 Stunden Laufzeit oder 23 Stunden Sprachzeit erreicht werden können – sagt Motorola. Anders als das Vorgängermodell verfügt das Smartphone außerdem über einen verbesserten Bildschirm. Ich habe das Gerät in den vergangenen Wochen getestet, und ich muss sagen, dass es tatsächlich den besten Akku hat, der mir bei einem Smartphone bisher untergekommen ist. Es ist das Duracell-Häschen der Smartphone-Welt.

Der große Akku hat seinen Preis

Allerdings hat das alles auch seinen Preis. Das Droid Razr Maxx HD kostet mit Zweijahresvertrag 300 US-Dollar. Das sind 50 bis 100 Dollar mehr, als man für andere hochklassige Geräte wie das iPhone 5 oder das Samsung Galaxy S III derzeit bezahlen muss. Die Kameraleistung ist auch durchwachsen. Trotzdem würde ich das Gerät all jenen sofort empfehlen, die ständig unterwegs sind oder die ihr Smartphone im Dauereinsatz haben.

Ich habe zahlreiche Akku-Tests durchgeführt. Als erstes simulierte ich einen durchgehenden Anruf mit eingeschaltetem WLAN. Der Bildschirm dunkelte sich nach30 Sekunden ab und am Ende kam ich auf eine eindrucksvolle Zahl von 22 Stunden Gesprächsdauer. Das war zwar eine Stunde weniger als von Motorola angegeben, aber immer noch sehr eindrucksvoll. Zum Vergleich: Apple gibt beim iPhone 5 bis zu acht Stunden an, Samsungs Galaxy S III soll bis zu 17 Stunden Gesprächszeit liefern.

Bei einem anderen Test ließ ich ein Video in Endlosschleife laufen, das ich zuvor aus dem Google -Play-Store heruntergeladen hatte. Die Bildschirmhelligkeit war auf 75 Prozent eingestellt, WLAN war an und E-Mails wurden im Hintergrund heruntergeladen. Es dauerte 13 Stunden, bis das Droid Razr Maxx HD eine „niedrige Akku"-Mitteilung anzeigte.

Erst im September auf dem Markt: Ein Smartphone, von dem Google-Tochter Motorola verspricht, dass es nicht permanent geladen werden muss. Associated Press

Natürlich simulieren diese Tests in keiner Weise, wie wir normalerweise mit unseren Smartphones umgehen. Also habe ich auch beobachtet, wie sich die Batterie sonst so verhält. Wenn ich nur hin und wieder meine E-Mails kontrolliert und die sozialen Netzwerke besucht habe, zwischendurch ein bisschen Musik gehört und im Internet gesurft habe, wenn ich ein paar Videos auf Youtube gestreamt und Fotos gemacht habe, dann hielt der Akku für 1,5 Tage. Mein Kollege Walt Mossberg kam bei normaler Verwendung seines iPhone 5 übrigens auf neun bis zwölf Stunden.

Akku hält 24 Stunden auch bei stärkster Nutzung

Um herauszufinden, wie sich das Droid Razr Maxx HD im Extremfall schlägt, habe ich auch noch ein paar akkufressende Aufgaben erledigt. Ich nutzte GPS-Navigation, ich spielte Spiele und ich streamte längere Videos. Unterm Strich hielt das Smartphone immer noch fast 24 Stunden durch. Wenn ich ähnliche Apps auf meinen iPhone ausführe, muss ich normalerweise nach acht Stunden zum Ladegerät greifen, in der Regel sogar früher.

Der einzige Nachteil beim Droid Razr Maxx HD: Der Akku lässt sich nicht auswechseln. Man kann ihn also nicht austauschen, wenn unterwegs plötzlich ohne Strom dasteht. Doch die meisten Smartphone-Besitzer verwenden sowieso keine Wechsel-Akkus.

Bei größeren Batterien ist die Gefahr groß, dass man am Ende ein dickes, backsteinförmiges Design bekommt. Doch beim Droid Razr Maxx HD gibt es diese Probleme nicht. Mit einer Länge von 13,19 Zentimetern und eine Breite von 6,79 Zentimetern ist es zwar nicht wirklich kompakt, aber es ist flach und gerade einmal 0,93 Zentimeter dick. Es passte ohne Probleme in meine Hosentasche und auch in meiner Handtasche fand es Platz.

Besonders gefallen hat mir auch die robuste Bauweise des Smartphones. Das Gerät besteht aus zum Teil aus Kevlar-Fasern und es hat eine Wasserabweisende Oberflächenstruktur. Ich mag keine Telefone, die sich wie Plastik anfühlen (sorry, Samsung). Wenn ich bis zu 300 Dollar für ein Gerät zahle, dann will ich nicht das Gefühl haben, dass es kaputt gehen könnte, wenn ich es versehentlich fallen lasse. Und das Droid Razr Maxx HD erfüllt meine Anforderungen.

Der Bildschirm des Droid Razr Maxx HD ist 4,7 Zoll groß und mit einer Extralage Glas überzogen, um Kratzer zu verhindern. Die Auflösung wurde gegenüber dem Vorgänger auf 1.280 mal 720 Pixel verbessert. Zuvor waren es noch 960 mal 540 Pixel. Texte und Bilder sehen kräftig und scharf aus, die Farben waren lebhaft, vielleicht sogar ein bisschen übersättigt.

Kamera ist ein Minuspunkt

Das Smartphone wird mit Googles Android-Betriebssystem 4.0 Ice Cream Sandwich ausgeliefert. Noch vor 2013 will Motorola Version 4.1 Jelly Bean zur Verfügung stellen. Damit soll die Suche verbessert werden und auch die Benachrichtigungen sollen komfortabler sein, um nur einige Dinge zu nennen. Wann aber Android 4.2 ausgeliefert werden soll, das bereits auf dem Nexus 4 zum Einsatz kommt, konnte Motorola nicht sagen.

Das Droid Razr Maxx HD hat 16 GB internen Speicher und einen microSD-Slot für zusätzlichen Speicherplatz. Leider lässt sich der nur mit einem speziellen Werkzeug öffnen, das allerdings mitgeliefert wird.

Der einzig nennenswerte Minuspunkt beim Droid Razr Maxx HD ist seine Kamera: Die hat zwar acht Megapixel, macht aber selbst bei hellen Lichtverhältnissen leicht dunkle Bilder. Darum sind bei den Fotos die Details häufig kaum zu erkennen. Die Qualität war sogar noch schlimmer, wenn ich die Bilder innerhalb von Wohnungen oder Räumen aufgenommen hatte.

Trotzdem überwiegen beim Droid Razr Maxx HD die Vorzüge. Die Qualität beim Telefonieren war auf beiden Seiten sehr hoch, und während meiner Tests wurde auch keine Verbindung unterbrochen. Auch die Geschwindigkeit des Gerätes war überzeugend – wirkliche Verzögerungen kamen mir nicht unter.

Mein Fazit: Wenn Sie es sich leisten können und auf eine lange Akkulaufzeit angewiesen sind, dann wird Sie das Droid Razr Maxx HD nicht enttäuschen.

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