Die jüngsten Negativmeldungen des einstigen Börsenlieblings Solarworld werden im frühen Handel an der Frankfurter Börse mit einem drastischen Kurseinbruch quittiert. Die Aktie fällt auf das neue Rekordtief von 68 Cent zurück, nachdem sie am Vortag mit 92 Cent geschlossen hatte. Am 1. November 2007 hatte die Aktie ein Rekordhoch von 48,80 Euro erreicht, ehe ihr Stern angesichts der sich allmählich ausweitenden Krise im Solargeschäft zu sinken begann.

Schlechte Nachrichten aus der Solarbranche: Die Solarworld-Aktie bricht drastisch ein. Agence France-Presse/Getty Images

Der Bonner Konzern wird 2012 wegen Wertberichtigungen auf Anteile an verbundenen Unternehmen und auf Beteiligungen einen hohen Verlust ausweisen. Er dürfte sich Solarworld-Angaben zufolge nach Steuern auf 520 bis 550 Millionen Euro belaufen. Die Gesellschaft teilte weiter mit, dass damit ein kumulierter Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals eingetreten ist. Nach einem Verlust in Höhe der Hälfte des Grundkapitals muss eine Hauptversammlung einberufen werden. Dazu werde anstelle zur ordentlichen Hauptversammlung 2012 nun zu einem neuen Termin eingeladen, so das Unternehmen.

„Die Frage ist, ob das Unternehmen die Umstrukturierung der Schulden schaffen kann", so ein Händler am Morgen. Das Geschäft von Solarworld laufe schlecht, daran dürfte sich so schnell nichts ändern.

Solarworld hatte Ende Januar die Investoren mit dem Eingeständnis schockiert, drastische Schuldeneinschnitte vornehmen zu müssen, um überleben zu können. Bis zum Stichtag 30. September hatte die Gesellschaft Schulden in Höhe von gut einer Milliarde Euro angehäuft. Die Aktie des Solarkonzerns hatte danach massiv an Wert verloren und musste Anfang März den Technologiewerteindex TecDAX verlassen.

Zuletzt verschob das Unternehmen zudem wegen laufender Restrukturierungsverhandlungen die für März geplante Vorlage des Jahresberichts. Dieser soll erst vorgestellt werden, wenn das Restrukturierungskonzept steht, hieß es jüngst. Die Gespräche mit den Gläubigern verliefen "konstruktiv".

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