Die weltweit schwächere Nachfrage nach Kali- und Magnesiumdünger hat nun auch die hessische K+S AG erreicht. Nach einem enttäuschenden Geschäft im dritten Quartal musste der Dax-Konzern seine Jahresprognose kappen. Auch das Salzgeschäft, die zweite Säule des Konzerns, läuft schwach. Anleger sind unzufrieden, die Aktie verliert gut 5 Prozent an Wert.

Auf K+S lastet mittlerweile auch die schlechte Stimmung in der Branche. Den weltweit größten Kalianbietern wie der kanadischen Potash ist es bisher nicht gelungen, Verträge mit den wichtigen Kunden aus Indien und China unter Dach und Fach zu bringen. Das drückt die Preise am Weltmarkt erheblich.

Der Vorstandsvorsitzende des Salz- und Düngemittelkonzerns Kali und Salz (K+S) AG, Norbert Steiner. dapd

Zwar sind die Deutschen weit weniger von den größten Kalinachfragern aus Indien und China abhängig als die internationale Konkurrenz. Wegen der ausbleibenden Vertragsabschlüsse seien aber auch Kunden in Europa und anderen Märkten zögerlicher geworden, sagte ein K+S-Sprecher. Das habe zu niedrigeren Preisen geführt, was im August noch nicht absehbar gewesen sei.

Eine Besserung ist nicht in Sicht, im Gegenteil: K+S rechnet damit, dass die Weltmarktpreise für Kalidünger auch im vierten Quartal nicht ansteigen werden. "Derzeit sieht es nicht danach aus, dass wir Abschlüsse mit China und Indien in ein bis zwei Wochen sehen werden", erklärte der Sprecher.

Im Geschäft mit Kali- und Magnesiumdünger, das gut 60 Prozent zu den Konzernerlösen beisteuert, geht K+S jetzt im Gesamtjahr nur noch von einem gegenüber dem Vorjahr stabilen Ergebnis aus. Bislang war eine leichte Steigerung in Aussicht gestellt worden. Die Absatzmenge schätzt K+S mit 6,9 Millionen Tonnen weiter auf Vorjahreshöhe ein.

Die Jahresprognose für den Konzern wurde am oberen Ende gekappt. Erwartet wird nun ein Umsatz von gut 3,9 nach 4 Milliarden Euro im Vorjahr. Bislang waren 3,9 bis 4,2 Milliarden Euro in Aussicht gestellt worden. Das operative Ergebnis (EBIT I) soll bei rund 820 nach 906 Millionen Euro liegen. Bislang war es in einer Bandbreite von 820 bis 900 Millionen Euro erwartet worden. Für 2013 erwartet K+S im Konzern wieder einen leicht höheren Umsatz und Nettogewinn.

Es könnte noch schlimmer kommen

Obwohl der Ausblick enttäuscht, könnte es noch schlimmer kommen. Die kanadische Potash Corp hatte zuletzt einen Absatzeinbruch aus Übersee gemeldet und musste in diesem Jahr schon mehrfach ihr Gewinnziel senken. Auch der russische Rivale Uralkali hatte sein Produktionsziel wegen der Marktschwäche zurückgenommen.

K+S ist im Gegensatz zu den Rivalen weniger von dem Geschäft in Asien abhängig. Das Unternehmen erzielt nur etwa 20 Prozent seiner Kali- und Magnesiumerlöse in Asien, knapp 50 Prozent kommen aus Europa und 25 Prozent aus Südamerika.

Entsprechend sind auch die Umsätze in der Sparte im dritten Quartal nicht schlecht ausgefallen. Der Konzern verbuchte in dem Geschäftsbereich noch einen Erlösanstieg um 10 Prozent auf 561 Millionen Euro. Die im Vergleich zum Vorquartal niedrigeren Preise und höheren Kosten, unter anderem für Energie, drückten den operativen Gewinn aber mit 159 Millionen Euro um gut 7 Prozent unter Vorjahr.

Belastet wurde K+S auch von einem schwachen Auftausalzgeschäft. Wegen des milden Winters zu Beginn des Jahres sitzen die Kommunen immer noch auf hohen Lagerbeständen und halten sich mit neuen Aufträgen zurück. Die hohen Kapazitäten drücken zudem auf die Preise.

Insgesamt steigerte K+S die Erlöse im Konzern auf Basis des fortgeführten Geschäfts um 7,4 Prozent auf 917 Millionen Euro. Das operative Ergebnis (EBIT I) ging um 14 Prozent auf 157 Millionen Euro zurück und damit stärker als von Analysten prognostiziert. Nach Steuern und Anteilen verdoppelte sich das Ergebnis unter anderem dank des Buchgewinns aus der Veräußerung des Stickstoffdüngergeschäfts Nitrogen von 66 Millionen Euro auf 180 Millionen Euro.

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