US-Technologiekonzern Google GOOG +0,42% Google Inc. Cl C U.S.: Nasdaq $571,60 +2,40 +0,42% 29 Aug. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 1,02 Mio. NACHBÖRSLICH $572,97 +1,37 +0,24% 29 Aug. 2014 19:54 Volumen (​15 Min. verzögert) : 60.905 KGV N/A Marktkapitalisierung 390,26 Milliarden $ Dividendenrendite N/A Umsatz/Mitarbeiter 1.321.030 $ steht Insidern zufolge kurz davor, seinen Kartendienst als iPhone-Programm anzubieten. Damit würden die Branchenriesen Google und Apple AAPL +0,24% Apple Inc. U.S.: Nasdaq $102,50 +0,25 +0,24% 29 Aug. 2014 16:00 Volumen (​15 Min. verzögert) : 40,68 Mio. NACHBÖRSLICH $102,55 +0,05 +0,05% 29 Aug. 2014 19:59 Volumen (​15 Min. verzögert) : 3,91 Mio. KGV 16,45 Marktkapitalisierung 613,76 Milliarden $ Dividendenrendite 1,83% Umsatz/Mitarbeiter 2.214.380 $ künftig mit ihren Kartendiensten direkt konkurrieren. Apple hatte im September einen eigenen Kartendienst herausgebracht und auf seinen Geräten vorinstalliert. Viele Kunden hatten sich aber beschwert, dass der Apple-Dienst gegenüber dem Google-Vorgänger ungenauer sei.

Ein Google-Mitarbeiter nimmt Fotos vom Grand Canyon auf, um sie später in den Kartendienst Google Maps einzuspeisen. Der Konzern hat eine eigene Karten-App für iPhones entwickelt und macht Apple damit jetzt direkt Konkurrenz. Google/Agence France-Presse/Getty Images

Google hat seine neue Karten-App für das iPhone bereits entwickelt und einigen Leuten außerhalb des Unternehmens zum Testen gegeben, sagt eine Person, die aus erster Hand Bescheid weiß. Das Programm habe bereits seinen letzten Schliff bekommen. Jetzt gehe es nur noch darum, die Genehmigung für den Vertrieb über den Apple-Dienst iTunes zu bekommen, sagt die Person. Noch ist unklar, wann das sein könnte.

Ein Apple-Sprecher sagte, das Unternehmen kommentiere keine Handy-Programme, für die kein Genehmigungsantrag vorliege. Apple hat aber neulich einige andere neue oder aktualisierte Google-Programme in seinen Dienst iTunes aufgenommen.

Ein Google-Sprecher sagte: „Wir glauben, Google Maps sind die umfassendsten, akuratesten und am leichtesten zu bedienenden Karten der Welt. Unser Ziel ist es, Google Maps jedem zur Verfügung zu stellen, der sie nutzen will, unabhängig vom Gerät, Browser oder Betriebssystem."

Karten gelten als zukunftsträchtiges Feld

Google und Apple treten zunehmen als Rivalen am Markt auf – bei Kartendiensten, mobilen Geräten bis zum Vertrieb von Online-Medien. Land- und Stadtkarten aber gelten als eines der zukunftsträchtigsten Felder in der IT-Industrie.

Im September brachte Apple sein neues Betriebssystem iOS 6 für das iPhone und iPad heraus und ersetzte automatisch den bis dahin verwendeten Dienst Google Maps mit seiner konzerneigenen Version. Auch der Google-Videokanal Youtube verschwand mit dem neuen System aus dem vorinstallierten Sammelsurium an iPhone-Diensten. Apple hatte die inzwischen ausradierten Google-Dienste damals selbst entwickelt.

Die Rechnung aber ging für Apple nicht auf. Zahlreiche Kunden lästerten über die Fehleranfälligkeit des Apple-Kartendienstes, woraufhin sich der Vorstandsvorsitzende Tim Cook öffentlich entschuldigte. Der Software-Chef für das iPhone aber verweigerte den öffentlichen Kniefall, die Sache schaukelte sich zu einem peinlichen internen Streit hoch, am Ende musste der Manager den Konzern verlassen.

Apple arbeitet weiter daran, die Fehler in seinem Kartendienst zu beheben. Eddy Cue, der bei Apple die Internetsoftware und –dienste mit leitet und auch für Produkte wie iTunes und iCloud zuständig ist, kümmert sich jetzt um den Kartendienst.

Nach Angaben einer gut unterrichteten Person soll die neue iPhone-App des Google-Kartendienstes auch ein detailliertes Navigationssystem beinhalten. Nutzer könnten das Programm dann wie ein satellitengesteuertes Navigationsgerät beim Autofahren benutzen. Diese Eigenschaft besaß Googles Vorgängerversion auf den iPhones nicht, unter anderem, weil sich die Konzerne in einigen Teilfragen der damals von Apple kontrollierten App nicht einigen konnten.

Google hofft auch auf neue Einnahmen

Mobiltelefone, die auf Googles eigener Android-Software basieren, besitzen ein solches Navigationssystem schon lange. Es ist auf den Geräten vorinstalliert und zählt zu den beliebtesten Programmen des Suchmaschinenriesen. Der Konzern hofft jetzt, dass er über die neue iPhone-App seines Kartendienstes die Einnahmen steigern kann. Er könnte in den Karten etwa Werbung örtlicher Betriebe schalten oder sie an andere erlösbringende Google-Dienste koppeln. Zudem könnte Google seine Beliebtheit bei Apple-Fans steigern, die sich über die neuen Apple-Karten ärgern.

Das gleiche gilt für den Videokanal Youtube, den Apple von seinen Geräten verbannte. Google entwickelte für iPhone-Nutzer schon im September ein neues Youtube-Programm zum Herunterladen und arbeitet noch an einer Version für das iPad. Seitdem Apple diese App genehmigte, zählt Youtube zu den am meisten heruntergeladenen Gratisprogrammen auf iTunes.

Als eine der letzten Bastionen der bröckelnden Partnerschaft zwischen den beiden Technologieriesen bleibt noch die Google-Internetsuche. Sie ist nach wie vor auf allen Apple-Geräten voreingestellt. Aus dem Umfeld von Apple aber heißt es, der Konzern wolle sein Spracherkennungsprogramm Siri dazu nutzen, die Google-Suchmaschine zu verdrängen. Siri nutzt Daten von Google, aber auch von anderen Quellen – etwa um Kinozeiten, Restaurantinformationen und Sportergebnisse zu bekommen.

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